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Situation in Luxemburg unklar: Eierskandal weitet sich aus
International 2 Min. 01.08.2017 Aus unserem online-Archiv

Situation in Luxemburg unklar: Eierskandal weitet sich aus

Millionen niederländischer Eier sind mit Fipronil belastet.

Situation in Luxemburg unklar: Eierskandal weitet sich aus

Millionen niederländischer Eier sind mit Fipronil belastet.
Foto: LW-Archiv
International 2 Min. 01.08.2017 Aus unserem online-Archiv

Situation in Luxemburg unklar: Eierskandal weitet sich aus

Teddy JAANS
Teddy JAANS
Millionen von Eiern sind verseucht, Gesundheitsbehörden warnen. Der Skandal um verseuchte Eier zieht immer breitere Kreise. Wir haben bei den Luxemburger Behörden nachgefragt.

Von Helmut Hetzel, Sarah München und dpa

In den Niederlanden zieht ein Skandal mit giftigen Eiern immer weitere Kreise. Zahlreiche Hühnerfarmen, deren Hühner mit Blutläusen infizieret waren und deshalb weniger Eier legten, haben die Firma  Chickfriend bestellt, damit sie die Blutlausplage bei den Hühnern bekämpft. Das tat Chickfriend‘ auch. Ganz gründlich aber mit der giftigen Chemikalie Fibronil.

Gesundheitsbehörde warnt

Da das Fibronil massenhaft zu Blutlaus-Bekämpfung bei den Hühnern eingesetzt wurde, gelangte es auch in die Eier, die diese Hühner legten. Die Fibronil-Konzentration in den Eiern ist so hoch, dass die niederländische Gesundheitsbehörde ,,Nederlandse Voedsel- en Warenautoriteit‘‘ (NVWA) vor dem Verzehr dieser Eier warnte, weil sie für den Konsumenten ein Gesundheitsrisiko darstellen.

Zehntausende von Eiern und Hühner mussten in den Niederlanden bereits vernichtet werden. Viele Gifteier aber wurden bereits in andere europäische Länder, darunter auch nach Deutschland, exportiert. Nach Angaben der Gesundheitsbehörde NVWA tragen die Gifteier den Aufdruck: X-NL-40155XX.Wer Eier mit diesem Aufdruck im Kühlschrank hat, der sollte sie keinesfalls essen und sie sofort entsorgen.

Luxemburg bis jetzt nicht betroffen

Von den betroffenen Eier wurden wahrscheinlich keine nach Luxemburg geliefert. Jean Brasseur von der Veterinär-Verwaltung gibt vorsichtig Entwarnung: "Bis jetzt haben wir noch keine Mitteilung bekommen und da das Verfahren bereits seit dem 20. Juli dauert, ist die Wahrscheinlichkeit hoch, dass keine dieser Eier nach Luxemburg geliefert wurden. Mit Sicherheit kann ich das allerdings nicht sagen"

Wenn ein europäisches Land verseuchte Lebensmittel entdeckt, prüfen die Behörden, in diesem Fall die niederländischen, wohin diese verkauft wurden. Über ein Schnellwarnsystem werden dann die betroffenen Länder informiert. Allerdings kann so ein Prüfungsverfahren dauern, da die Lebensmittel oft über viele Händler und in mehreren Etappen verkauft werden. Bisher hat Luxemburg keine Warnung erhalten, sollte sich daran in den kommenden Tagen etwas ändern, wird eine Rückrufaktion gestartet.

Fibronil ist ein Insektizid. Bei übermäßiger Dossierung kann es beim Menschen Leber  und Nierenschäden auslösen und die Schilddrüse schädigen.

Wir werden die Firma Chickfriend auf Schadenersatz verklagen.

Die betroffenen niederländische Hühnerfarmer behaupten, dass sie keine Ahnung hatten, mit welch gefährlichem Stoff Chickfriend auf ihren Höfen agierte. ,,Wir werden die Firma Chickfriend auf Schadenersatz verklagen,‘‘ sagt Hennie de Haan der Vorsitzende der niederländischen Verbandes der Hühnerfarmer.

Die niederländische Gesundheitsbehörde NVWA führt im großen Stil Untersuchungen in Hühnerfarmen durch und testet die Eier. Wo Fibronil in den Eiern gefunden wird, werden diese sofort vernichtet.

Die Staatsanwaltschaft hat inzwischen Ermittlungen eingeleitet. Daraufhin waren alle 180 Kunden des Schädlingsbekämpfungsunternehmens kontrolliert worden. Bislang wurde in den Eiern von 30 Geflügelbetrieben das schädliche Insektizid entdeckt.


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