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Nicht ganz so friedliche Bilanz
International 2 Min. 01.01.2018 Aus unserem online-Archiv
Silvester in Deutschland

Nicht ganz so friedliche Bilanz

Auch Feuerwehrleute werden zunehmend Ziel von tätlichen Angriffen.
Silvester in Deutschland

Nicht ganz so friedliche Bilanz

Auch Feuerwehrleute werden zunehmend Ziel von tätlichen Angriffen.
Foto: AFP
International 2 Min. 01.01.2018 Aus unserem online-Archiv
Silvester in Deutschland

Nicht ganz so friedliche Bilanz

Tom RÜDELL
Tom RÜDELL
Die großen Silvesterpartys in Deutschland sind weitgehend ohne Zwischenfälle über die Bühne gegangen - allerdings gab es anderswo zwei Tote durch selbstgebasteltes Feuerwerk und zahlreiche Verletzte. Und die Angriffe auf Einsatzkräfte häufen sich.

 (dpa) - Millionen Menschen in Deutschland sind mit fröhlichen Silvesterpartys und knallbuntem Feuerwerk ins Jahr 2018 gestartet. Bei der größten Silvesterparty Deutschlands am Brandenburger Tor in Berlin feierten mehrere Hunderttausend. Hier und in weiteren Großstädten wurden nur vereinzelt sexuelle Übergriffe auf Frauen gemeldet. Zwei junge Männer in Brandenburg starben in der Silvesternacht bei Unfällen mit Böllern, zahlreiche weitere Menschen wurden durch - oftmals illegale - Knaller verletzt.

Ein 35 Jahre alter Mann erlag in Gusow bei Frankfurt/Oder beim Böllern trotz sofortiger Erster Hilfe seinen schweren Verletzungen. In Kleinmachnow bei Potsdam starb ein 19-Jähriger: Er wollte nach Polizeiangaben selbstgebautes Feuerwerk zünden und wurde am Kopf getroffen. Auf einer Silvesterfeier im niedersächsischen Löningen wurde ein 22-Jähriger lebensgefährlich verletzt, als ein Böller zu früh an seinem Gesicht explodierte.

Ein 14-jähriges Mädchen im thüringischen Triptis muss laut Polizei um sein Augenlicht fürchten, nachdem ein Böller in eine Menschengruppe geworfen wurde. Die Wucht der Explosion habe ihr die Brille „weggesprengt“. Bei dem Sprengkörper soll es sich Ermittlungen zufolge um einen verbotenen sogenannten Polen-Böller handeln. Im Unfallkrankenhaus Berlin war das Team der Handchirurgie durchgehend in drei Operationssälen im Einsatz. Mindestens fünf Patienten hätten schwere Amputationsverletzungen durch Böller erlitten.

Atttacken auf Polizisten und Feuerwehrleute

Randalierer in Leipzig attackierten Polizisten in der Silvesternacht mit Böllern und Steinen. Über Lautsprecher hätten die Beamten die Angreifer verwarnt, erklärte die Polizei. Da sich diese weiterhin widersetzt hätten, habe man Wasserwerfer eingesetzt. Mehrere Personen wurden wegen schweren Landfriedensbruchs in Gewahrsam genommen.

An weiteren Orten gab es Angriffe auf Rettungskräfte: Die Besatzung eines Rettungswagens der Berliner Feuerwehr wurde am Neujahrsmorgen von Unbekannten mit Schusswaffen bedroht. Feuerwehrleute alarmierten die Polizei, diese stellte zwei scharfe Schusswaffen sicher. Die Feuerwehr Berlin nannte am Morgen die Zahl von acht Angriffen auf Einsatzkräfte und 57 Angriffen auf Einsatzfahrzeuge mit erheblichen Sachschäden - dies mache „sehr nachdenklich und betroffen“. 

Schüsse und Autoattacke

Ein zwölfjähriges Mädchen in Salzgitter wurde in der Silvesternacht angeschossen - die Polizei ermittelt wegen eines versuchten Tötungsdelikts gegen drei Verdächtige. „Die Hintergründe der Tat sind noch unklar“, sagte ein Polizeisprecher.

Ein unbekannter Autofahrer soll am frühen Neujahrsmorgen in der Düsseldorfer Innenstadt versucht haben, Gäste und Türsteher einer Diskothek gezielt zu überfahren. Ein Mann wurde von dem Auto erfasst und schwer verletzt. Er schwebte zeitweise sogar in Lebensgefahr, wie die Polizei mitteilte. Der Autofahrer floh. Die Polizei ermittelt im Fall eines versuchten Tötungsdelikts: Vieles deute darauf hin, dass der Mann die Menschengruppe vorsätzlich anfahren wollte.


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