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Sieg über IS in Syrien: Beobachter widersprechen Trump
International 01.03.2019

Sieg über IS in Syrien: Beobachter widersprechen Trump

Rauch über Khan Sheikhun in der Idlib Provinz, die in Rebellenhand ist: Für Experten ist das Ende des Konflikts in Syrien noch fern.

Sieg über IS in Syrien: Beobachter widersprechen Trump

Rauch über Khan Sheikhun in der Idlib Provinz, die in Rebellenhand ist: Für Experten ist das Ende des Konflikts in Syrien noch fern.
Foto: afp
International 01.03.2019

Sieg über IS in Syrien: Beobachter widersprechen Trump

„Das Gebiet, das Land, wir haben 100 Prozent“: US-Präsident Donald erklärte, dass „100 Prozent“ des IS-Territoriums in Syrien zurückerobert seien. Doch viele Experten haben dazu eine ganz andere Meinung. Der UN-Syriengesandte mahnt sogar eindringlich zur Vorsicht.

DPA - US-Präsident Donald Trumps Aussage, dass alle vom IS-kontrollierten Gebiete in Syrien zurückerobert worden seien, ist international auf heftigen Widerspruch gestoßen. 

Die Aussage stimme nicht, sagte der Leiter der Syrischen Beobachtungsstelle für Menschenrechte, Rami Abdel-Rahman, der Deutschen Presse-Agentur am Freitag. „Einige Höfe in Baghus werden noch von IS-Kämpfern gehalten und wir gehen davon aus, dass auch noch Zivilisten dort sind.“

Offensive auf letzten vom IS kontrollierten Ort gestartet

Mitte Februar hatten die von den USA unterstützten Syrischen Demokratischen Kräfte (SDF) eine Offensive auf den letzten vom IS kontrollierten Ort in Syrien gestartet. Baghus liegt im Osten Syriens am Euphrat und in unmittelbarer Nähe zur Grenze des Iraks. 


US Vice President Mike Pence arrives at the Bavarian regional parliament on the sidelines of the 55th Munich Security Conference (MSC) in Munich, southern Germany, on February 15, 2019. - The 2019 edition of the Munich Security Conference (MSC) takes place from February 15 to 17, 2019. (Photo by Sven Hoppe / dpa / AFP)
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Am Donnerstag hatte US-Präsident Donald Trump erklärt, dass alle vom Islamischen Staat kontrollierten Gebiete inzwischen zurückerobert worden seien. „Das Gebiet, das Land, wir haben 100 Prozent“, sagte Donald Trump auf dem Rückflug aus Vietnam bei einer Zwischenlandung vor US-Soldaten in Alaska.

Auch CNN-Reporter Ben Wedeman zweifelte die Erklärung des US-Präsidenten umgehend auf Twitter an: „Ich bin seit 28 Tagen in Syrien und berichte über die Offensive. Ich kann @realdonaldtrump versichern, dass das NICHT der Fall ist.“ 

Weit vom Ende des Konflikts entfernt

Die von den Kurden angeführten SDF äußerten sich zunächst nicht zu Trumps Aussage. Wenn man etwas zu verkünden habe, werde man das rechtzeitig tun, erklärte ein Sprecher auf dpa-Anfrage.


Military vehicles with the US-backed coalition against the Islamic State (IS) group are pictured during an operation to expel the jihadists, in the countryside of the eastern Syrian province of Deir Ezzor on February 21, 2019. - US-backed Syrian forces are negotiating to evacuate civilians from the Islamic State group's last redoubt which now faces "inevitable defeat", the international coalition against the jihadists said today. (Photo by Delil souleiman / AFP)
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Der neue Syrienbeauftragte der Vereinten Nationen, Geir Pedersen, mahnte zudem zur Vorsicht: „Nichtsdestoweniger ist der Konflikt weit davon entfernt, zu Ende zu sein“, sagte Pedersen ebenfalls am Donnerstag im UN-Sicherheitsrat. „Der IS ist nahezu besiegt, was das Territorium betrifft. Aber die Erfahrung zeigt, er kann zurückkommen.“

Auch im benachbarten Irak hatte die Regierung bereits im vergangenen Jahr den Sieg über die Dschihadisten verkündet. Allerdings kommt es dort weiterhin zu Anschlägen, die der IS für sich reklamiert.    


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