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Sieben Abgeordnete verlassen aus Protest die Labour-Partei
Von links nach rechts: Ann Coffey, Angela Smith, Chris Leslie, Chuka Umunna, Mike Gapes, Luciana Berger und Gavin Shuker.

Sieben Abgeordnete verlassen aus Protest die Labour-Partei

Foto: AFP
Von links nach rechts: Ann Coffey, Angela Smith, Chris Leslie, Chuka Umunna, Mike Gapes, Luciana Berger und Gavin Shuker.
International 18.02.2019

Sieben Abgeordnete verlassen aus Protest die Labour-Partei

Grund für die Massenflucht ist der Protest gegen Jeremy Corbyns Führungsstil inmitten des Brexit-Debakels.

(dpa) - Aus Protest gegen den Führungsstil des britischen Labour-Chefs Jeremy Corbyn sind am Montag sieben prominente Mitglieder aus der Partei ausgetreten. Sie kritisieren vor allem den Brexit-Kurs und den Umgang mit antisemitischen Tendenzen in der größten Oppositionspartei. Die Abspaltung wird als Symptom für eine größere Krise des britischen Parteien-Systems gewertet.

Besonders hart dürfte die Sozialdemokraten der Rücktritt des charismatischen Abgeordneten Chuka Umunna treffen. Er gilt als Jungstar seiner Partei und führt eine Gruppe an, die ein zweites Brexit-Referendum fordert.


Offcuts from a Union Flag, scissors and a ruler are placed on a newly created European Union (EU) flag in the factory of Flying Colours Flagmakers Ltd in Knaresborough, northern England on February 7, 2019. - At a flag-making workshop in northern England, orders for Unions Flags are flying while the EU's blue-and-yellow standard is proving less and less popular. Flying Colours, which makes flags for Britain's royal palaces, has seen EU flag orders drop by 90 percent since the country voted to leave the bloc in 2016. (Photo by OLI SCARFF / AFP)
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Die sieben Politiker werden künftig als „unabhängige Gruppe“ im Parlament vertreten sein, wie die Abgeordnete Luciana Berger in London auf einer Pressekonferenz bekannt gab.

Schon länger wird befürchtet, dass die Partei auseinanderbrechen könnte. Die Meinungen über Corbyn, der auf Neuwahlen setzt, gehen stark auseinander. Viele werfen dem Alt-Linken vor, im Streit um den EU-Austritt zu lange keine klare Position bezogen zu haben. Ihm wird Mangel an Enthusiasmus für die EU vorgeworfen.

Kürzlich stellte Corbyn Premierministerin Theresa May die Unterstützung seiner Partei in Aussicht, falls sie beim Brexit eine Zollunion und eine Anbindung an den EU-Binnenmarkt akzeptiere. May lehnte dies strikt ab. Großbritannien will die Europäische Union in knapp sechs Wochen - am 29. März - verlassen.

Zudem werden seit Jahren Antisemitismus-Vorwürfe gegen Corbyn und seine Partei erhoben. Im vergangenen Sommer räumte er öffentlich in einem Video ein, dass Disziplinarverfahren gegen antisemitische Parteimitglieder zu langsam und zaghaft betrieben worden seien. Kritiker werfen dem 69-Jährigen eine einseitige Unterstützung der Palästinenser im Nahostkonflikt vor.


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