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"Sie ist eine anspruchsvolle Reise"
International 6 Min. 02.10.2015 Aus unserem online-Archiv
Papst-Zitate zu Ehe und Familie

"Sie ist eine anspruchsvolle Reise"

Papst Franziskus begrüßt jung verheiratete Paare auf dem Petersplatz.
Papst-Zitate zu Ehe und Familie

"Sie ist eine anspruchsvolle Reise"

Papst Franziskus begrüßt jung verheiratete Paare auf dem Petersplatz.
REUTERS
International 6 Min. 02.10.2015 Aus unserem online-Archiv
Papst-Zitate zu Ehe und Familie

"Sie ist eine anspruchsvolle Reise"

"Kinder machen Kopfschmerzen - von den Schwiegermüttern gar nicht erst zu sprechen." Dieses Zitat stammt tatsächlich von Papst Franziskus. Wir dokumentieren weitere Aussagen des Kirchenführers zur Familie.

(KNA) - Das Luxemburger Wort dokumentiert zur Weltbischofssynode im Oktober im Vatikan einige wichtige Aussagen von Papst Franziskus zu Themen rund um Ehe und Familie:

Beim Weltfamilientreffen in Philadelphia sagte er am 27. September 2015:

"Jeder Mensch, der in diese Welt eine Familie einbringen möchte, welche die Kinder dazu erzieht, sich über jede Tat zu freuen, deren Absicht ist, das Böse zu überwinden - eine Familie, die zeigt, dass der Heilige Geist in ihr lebt und wirkt -, wird unserer Dankbarkeit und unserer Wertschätzung gewiss sein, gleich welchem Volk, welcher Region oder welcher Religion auch immer er angehört",

Freilich sei das Familienleben nicht immer leicht, gestand der Papst bei dieser Gelegenheit auch ein: "Es fliegen auch schon mal Teller. Und Kinder machen Kopfschmerzen - von den Schwiegermüttern gar nicht erst zu sprechen."

In der Generalaudienz am 2. September 2015 lobte der Papst die Familie als Gegenpol zu Vereinzelung und Vereinsamung in der modernen Gesellschaft:

"Das Lächeln einer Familie ist in der Lage, diese Wüste in unseren Städten zu besiegen. Das ist der Sieg der familiären Liebe. Verlieren wir nicht die Hoffnung. Wo es Familien mit Liebe gibt, sind sie fähig, mit ihrem Zeugnis für die Liebe das Herz einer ganzen Stadt aufzuwärmen."

Kinder machen Kopfschmerzen - von den Schwiegermüttern gar nicht erst zu sprechen

Das Verhältnis von Familie und Arbeit thematisierte Papst Franziskus bei der Generalaudienz am 19. August 2015:

"Die moderne Organisation der Arbeit weist oft eine gefährliche Tendenz auf, die Familie als Last für die Produktivität anzusehen und ein feindliches Klima gegenüber Kindern und alten Menschen zu schaffen. Die Familie ist der große Prüfstein für die Gesellschaft. Wenn das Fortkommen der Familie behindert wird, arbeitet die Gesellschaft gegen sich selbst. Hier besteht eine große Herausforderung wie auch Aufgabe für die christlichen Familien, die Grundlagen der Schöpfungsordnung einzubringen zum Wohl der Welt."

Bei der Generalaudienz am 12. August 2015 äußerte sich der Papst ausführlicher denn je zum Umgang mit wiederverheirateten Geschiedenen:

"Dank der vertiefenden Arbeit von Bischöfen sowie geführt und bestärkt von meinen Vorgängern ist das Bewusstsein sehr gewachsen, dass jene Getauften, die nach dem Scheitern einer sakramentalen Ehe eine neue Partnerschaft begründet haben, einer brüderlichen und achtsamen Aufnahme in Liebe und Wahrheit bedürfen. In der Tat sind diese Personen keineswegs exkommuniziert; sie sind nicht exkommuniziert! Und sie dürfen absolut nicht als solche behandelt werden. Sie sind stets Teil der Kirche.

Auch bei der Generalaudienz am 24. Juni 2015 sprach Franziskus das Thema Trennung und wiederverheiratete Geschiedene an:

"Andererseits ist es wahr, dass es Fälle gibt, in denen die Trennung unvermeidlich ist. Manchmal kann sie sogar moralisch notwendig werden, wenn es darum geht, den schwächeren Ehepartner oder die kleinen Kinder vor schlimmeren Verletzungen zu bewahren, die von Überheblichkeit und Gewalt, von Demütigung und Ausbeutung, von Nichtachtung und Gleichgültigkeit verursacht werden. ... Um uns herum begegnen wir einigen Familien in sogenannten irregulären Situationen - ich mag diesen Ausdruck nicht -, und wir stellen uns viele Fragen. Wie können wir ihnen helfen? Wie können wir sie begleiten?"

In einer Ansprache zum Abschluss der Außerordentlichen Bischofssynode sagte Papst Franziskus am 18. Oktober 2014 zum Thema Familie:

"Und ich habe wahrgenommen, dass uns das Wohl der Kirche, der Familien und das höchste Gesetz, das Wohl der Seelen, vor Augen stand. Und das alles, ohne jemals die fundamentale Wahrheit des Sakraments der Ehe infragezustellen: Die Unauflöslichkeit, die Einheit, die Treue und die Zeugungsfähigkeit, also die Offenheit für das Leben."

Papst Franziskus traute am 14. September 2014 20 Paare im Petersdom. In seiner Predigt sagte er über die Ehe:

"Sie ist eine anspruchsvolle Reise, manchmal schwierig, auch konfliktvoll, aber so ist das Leben."

Bei der Frühmesse im vatikanischen Gästehaus Santa Marta am 28. Februar 2014 sagte der Papst:

"Wir müssen den Schmerz des Scheiterns spüren, die Personen begleiten, die das Scheitern der eigenen Liebe erlebt haben, aber sie nicht verurteilen."

Am 20. Februar 2014 eröffnete Papst Franziskus im Vatikan das erste Außerordentliche Konsistorium seines Pontifikats:

"In diesen Tagen werden wir vor allem über die Familie, der Grundzelle der menschlichen Gesellschaft, nachdenken. Von Anfang an hat der Schöpfer seinen Segen auf Mann und Frau gelegt, damit sie fruchtbar sind und sich auf der Erde vermehren; so stellt sich die Familie in der Welt wie der Spiegel des dreieinen Gottes dar."

Am 25. Oktober 2013 bekräftigte Franziskus vor der Vollversammlung des Päpstlichen Familienrates den Wert der Ehe zwischen Mann und Frau als Basis für ein gelingendes Familienleben :

"In der Ehe schenkt man sich vollständig ohne Kalkül und Vorbehalte, teilt alles, die Geschenke und den Verzicht, vertrauend auf die Vorsehung Gottes."

In seiner Botschaft für die 47. "Soziale Woche der italienischen Katholiken" vom 12. September 2013 hob Franziskus hervor, dass für die katholische Kirche eine Ehe ein Bund zwischen Mann und Frau ist, der für Kinder offen ist:

"Aber für die christliche Gemeinschaft ist die Familie viel mehr als ein 'Thema': sie ist Leben, alltägliches Gefüge; sie ist Weg der Generationen, die zusammen mit der Liebe und den grundlegenden moralischen Werten den Glauben weitergeben; sie ist konkrete Solidarität, Bemühen, Geduld und auch Projekt, Hoffnung, Zukunft. ... Als Kirche bieten wir vor allem eine Konzeption von Familie an, die jene des Buchs Genesis ist, jene der Einheit in der Differenz zwischen Mann und Frau und ihrer Fruchtbarkeit."

Auf der Fliegenden Pressekonferenz auf der Rückreise vom Weltjugendtag in Rio am 28. Juli 2013 nahm Papst Franziskus Stellung zum Umgang mit wiederverheiraten Geschiedenen:

"Das ist ein Thema, nach dem immer gefragt wird. Die Barmherzigkeit ist größer als jener Fall, den Sie vorstellen. Ich glaube, dass dies die Zeit der Barmherzigkeit ist. ... In Bezug auf das Problem der Kommunion für Personen in zweiter Verbindung - denn Geschiedene können die Kommunion empfangen, da gibt es kein Problem, wenn sie aber in zweiter Verbindung leben, können sie das nicht - glaube ich, dass es nötig ist, dies in der Gesamtheit der Ehepastoral zu sehen. ... Wir sind unterwegs zu einer etwas vertieften Ehepastoral ... Und auch das rechtliche Problem der Nichtigkeits-Erklärung der Ehen muss überprüft werden, denn die kirchlichen Gerichte reichen dafür nicht aus. Es ist komplex, das Problem der Ehepastoral..."

In der Enzyklika Lumen fidei im Juni 2013 sprach Papst Franziskus in dem Teil, den er selbst verfasste, über Ehe und Familie:

"Der erste Bereich, in dem der Glaube das Gemeinwesen der Menschen erleuchtet, findet sich in der Familie. Vor allem denke ich an die dauerhafte Verbindung von Mann und Frau in der Ehe. Sie entsteht aus ihrer Liebe, die Zeichen und Gegenwart der Liebe Gottes ist, und geht aus der Anerkennung und der Annahme des Gutes der geschlechtlichen Verschiedenheit hervor, durch welche die Ehegatten sich zu einem Fleisch verbinden können (vgl. Gen 2,24) und fähig sind, neues Leben zu zeugen, das Ausdruck der Güte des Schöpfers, seiner Weisheit und seines Plans der Liebe ist."

Lesen Sie mehr über dieses Thema: 

Dossier zur Synode 2014:


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