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Sicherheit der französischen Atomkraftwerke: Rätselraten über Drohnen: Wer steckt dahinter?
Bei den Drohnen handelt es sich laut Zeugenaussagen um solche Multikopter, wie sie im Handel erhältlich sind.

Sicherheit der französischen Atomkraftwerke: Rätselraten über Drohnen: Wer steckt dahinter?

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Bei den Drohnen handelt es sich laut Zeugenaussagen um solche Multikopter, wie sie im Handel erhältlich sind.
International 2 Min. 03.11.2014

Sicherheit der französischen Atomkraftwerke: Rätselraten über Drohnen: Wer steckt dahinter?

Die französische Regierung hat Maßnahmen angekündigt, um die Flüge von Drohnen über Atomkraftwerken zu stoppen. Noch ist völlig unklar, wer hinter der mysteriösen Aktion steckt. Eine heiße Spur gibt es noch nicht.

(vb) - Die französische Regierung hat Maßnahmen angekündigt, um die Flüge von Drohnen über Atomkraftwerken zu stoppen. Noch ist völlig unklar, wer hinter der mysteriösen Aktion steckt. Eine heiße Spur gibt es noch nicht.

Jedes französische Atomkraftwerk wird von einer Spezialeinheit der Gendarmerie bewacht. Seit Freitag haben die Gendarmen die Erlaubnis, auf die Drohnen über dem Gelände von Atomkraftwerken zu schießen. "Schüsse in Richtung der nuklearen Anlagen sind dennoch verboten", heißt es in einem Bericht der Zeitung "Le Parisien", das über ein Treffen im Innenministerium berichtet.

14 Atomkraftwerke sind im Oktober von "unbekannten Flugobjekten, ähnlich einer Drohne" überflogen worden, heißt es im Innenministerium. Eine erste Welle fand Anfang Oktober statt, eine zweite folgte in der Woche vom 13. bis 20. Oktober. Wer für die Aktion verantwortlich ist, bleibt im Dunkeln. Umweltministerin Ségolène Royal sagte dazu: "Wir haben noch keine heiße Spur." Die Sicherheit der Atomkraftwerke sei jedoch gewährleistet. In der französischen Presse kursierten mehrere Hypothesen, so zum Beispiel über radikale Islamisten oder Umweltschützer. Greenpeace besteht darauf, nichts mit den Überflügen zu tun zu haben.

Größere Organisation

Die Überflüge sind jedoch mehr als ein simpler Streich. Hinter der Aktion steht viel Planung und Organisation. So sind an einem einzigen Tag, nämlich dem 19. Oktober, Drohnenaktivitäten an vier Atomkraftwerken registriert worden, nämlich in Bugey, Gravelines, Chooz und Nogent-sur-Seine. Die vier Kraftwerke liegen sehr weit auseinander, so dass viele Täter koordiniert gehandelt haben müssen.

Die französische Luftwaffe will die Gefahr nicht hochspielen. "Bei den Drohnen, wie sie von Zeugen beschrieben wurden, handelt es sich um kleine Geräte, wie sie im Handel erhältlich sind", sagte Jean-Pascal Breton, Oberst der Armée de l'air. "Das Niveau der Bedrohung ist für uns nicht signifikativ." Angesichts der Größe der Drohnen gebe es keine Gefahr für die atomaren Anlagen selbst.

Greenpeace dagegen hatte behauptet, die Drohnen seien groß genug, um einen Sprengsatz zu transportieren. Die Umweltorganisation versucht seit Jahren die Öffentlichkeit davon zu überzeugen, wie wackelig die Sicherheit der französischen Atomkraftwerke sei. Noch in diesem Jahr hatten sich beispielsweise Greenpeace-Aktivisten in Gravelines und Fessenheim eingeschlichen. Sie wollten damit auf das Risiko eines Eindringens von außen, einem Informatik-Angriff und von Flugzeug-Abstürzen hinweisen.


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