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Sexuelle Übergriffe in Köln: Täter fast alle mit Migrationshintergrund
International 2 Min. 11.01.2016 Aus unserem online-Archiv

Sexuelle Übergriffe in Köln: Täter fast alle mit Migrationshintergrund

Der Innenminister kritisiert die Arbeit der Kölner Polizei. Diese hätte Verstärkung anfordern sollen.

Sexuelle Übergriffe in Köln: Täter fast alle mit Migrationshintergrund

Der Innenminister kritisiert die Arbeit der Kölner Polizei. Diese hätte Verstärkung anfordern sollen.
AFP
International 2 Min. 11.01.2016 Aus unserem online-Archiv

Sexuelle Übergriffe in Köln: Täter fast alle mit Migrationshintergrund

Der nordrhein-westfälischen Innenminister Ralf Jäger hat den Landtag und die Presse am Montag über neue Details zu den Vorfällen an Silvester in Köln aufgeklärt. Kritik gibt es insbesondere an der Arbeit der Kölner Polizei.

(dpa) - Die Tatverdächtigen der Übergriffe von Köln an Silvester sind nach Darstellung des nordrhein-westfälischen Innenminister Ralf Jäger fast nur Menschen mit Migrationshintergrund.

„Sowohl die Zeugenaussagen als auch der Bericht der Polizei Köln sowie die Schilderungen der Bundespolizei deuten darauf hin, dass es fast ausschließlich Menschen mit Migrationshintergrund waren, die diese Straftaten begangen haben“, sagte Jäger in einer Sondersitzung des Innenausschusses im Landtag des bevölkerungsreichsten deutschen Bundeslandes. „Ebenfalls spricht vieles dafür, dass es Nordafrikaner wie auch Menschen aus dem arabischen Raum waren“, fügte er hinzu.

Es gipfelte in der Auslebung sexueller Allmachtsfantasien.

Der Staat dürfe bei der Aufklärung nichts vertuschen oder unter den Teppich kehren, betonte der Minister. „Nach dem Alkohol- und Drogenrausch kam der Gewaltrausch. Und es gipfelte in der Auslebung sexueller Allmachtsfantasien.“ Das müsse hart bestraft werden.

Kölner Polizei am Pranger

Zugleich warf Jäger der Kölner Polizeiführung gravierende Fehler vor. „Das Bild, das die Kölner Polizei in der Silvesternacht abgegeben hat, ist nicht akzeptabel“, sagte er. Diese hätte auf zusätzliche, in der Nacht verfügbare Einsatzkräfte zurückgreifen müssen. Sie habe aber die angebotene und „dringend benötigte Verstärkung für diese unerwartete Lageentwicklung“ nicht abgerufen.

Der nordrhein-westfälische Polizei-Inspekteur Bernd Heinen berichtete am Montag in der Sondersitzung, die Kölner Polizeiführung habe am Silvesterabend bereits frühzeitig Hinweise auf eine stark alkoholisierte, enthemmte Männermenge am Hauptbahnhof gehabt. Bereits gegen 21 Uhr habe der Polizeiführer Erkenntnisse über bis zu 500 Männer mit Migrationshintergrund auf dem Bahnhofsvorplatz gehabt.

Obwohl unkontrolliert Feuerwerkskörper geworfen worden seien und die Gruppe bis 23 Uhr auf etwa 1000 Personen angewachsen sei, sei keine Verstärkung angefordert worden.

In Köln hatten sich in der Silvesternacht nach Polizeiangaben kleinere Gruppen aus einer Menge von rund 1000 Männern gelöst, die vor allem Frauen umzingelt, begrapscht und bestohlen haben sollen.

Ermittlungen gegen 19 Tatverdächtige

Die Polizei ermittelt gegen 19 Tatverdächtige. Keiner der Verdächtigen habe die deutsche Staatsbürgerschaft, geht aus dem Bericht des Innenministeriums von Nordrhein-Westfalen hervor. Vier der Verdächtigen seien bereits in Untersuchungshaft, ihnen werde Diebstahl und Raub in unmittelbarem Zusammenhang mit den Ereignissen in der Silvesternacht vorgeworfen. Welche Delikte den übrigen Tatverdächtigen zugeschrieben werden, geht aus dem Bericht nicht hervor. Ein Verdächtiger ist einem Bericht der Polizei Köln zufolge unter 18 Jahre alt.

Insgesamt bearbeitet die Ermittlungsgruppe Neujahr 516 Strafanzeigen, die bei der deutschen Bundes- und der Kölner Polizei eingegangen sind. In 237 Fällen handele es sich um Sexualstraftaten. In 107 dieser Fälle sei zugleich ein Diebstahldelikt angezeigt worden. Bei den übrigen 279 Delikten handele es sich um Eigentums- und Körperverletzungsdelikte.

Unter den 19 Tatverdächtigen sind dem Bericht zufolge nach derzeitigem Ermittlungsstand zehn Asylbewerber. Neun der Verdächtigen seien vermutlich illegal in Deutschland. Niemand von ihnen habe einen Wohnsitz in Köln.


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