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Schweres Erdbeben erschüttert Kroatien - sieben Tote
International 4 1 3 Min. 29.12.2020 Aus unserem online-Archiv

Schweres Erdbeben erschüttert Kroatien - sieben Tote

Helfer in Petrinja beseitigen Schutt und Trümmer nach einem Erdbeben. Die Kleinstadt liegt etwa 50 Kilometer von der kroatischen Hauptstadt Zagreb entfernt.

Schweres Erdbeben erschüttert Kroatien - sieben Tote

Helfer in Petrinja beseitigen Schutt und Trümmer nach einem Erdbeben. Die Kleinstadt liegt etwa 50 Kilometer von der kroatischen Hauptstadt Zagreb entfernt.
Foto: AFP/Damir Sencar
International 4 1 3 Min. 29.12.2020 Aus unserem online-Archiv

Schweres Erdbeben erschüttert Kroatien - sieben Tote

Bereits im März und zuletzt am Montag bebte die Erde in Kroatien. Das Ausmaß des neuesten und bislang stärksten Bebens ist viel schlimmer.

(dpa) - Ein schweres Erdbeben hat am Dienstag in den Mittagsstunden Kroatien getroffen. Die Zentren der Kleinstädte Sisak und Petrinja südöstlich von Zagreb lagen in Trümmern, wie kroatische Medien berichteten. Mindestens sieben Menschen starben, unter ihnen ein zwölfjähriges Mädchen. Etwa 20 Menschen wurden verletzt. Seismologen gaben die Stärke mit 6,4 an.

Das Epizentrum des zweiten Bebens in Kroatien innerhalb von 30 Stunden lag 45 Kilometer südöstlich von Zagreb. In Petrinja berichtete ein Reporter der Tageszeitung „Jutarnji List“ von dramatischen Szenen. Sirenen von Feuerwehr- und Ambulanzwagen hallten durch die Stadt, bald zeigte sich ein Bild der Verwüstung. Aus Angst vor weiteren Erdstößen zogen sich Bewohner in den kleinen Stadtpark zurück. Rettungsmannschaften suchten unter Trümmern nach Verschütteten.

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Jede Hilfe zu spät kam für ein kleines Mädchen - herabfallende Trümmer hatten es erschlagen. Bürgermeister Darinko Dumbovic bestätigte den Tod des Kindes: „Es ist schrecklich, es gibt Opfer, es gibt Verletzte. Wir sahen, wie ein Kind auf dem Hauptplatz starb“, sagte er dem Nachrichtenportal „24sata.hr“. 20 Bewohner der Stadt wurden mit Verletzungen ins Krankenhaus gebracht.

Fünf Menschen starben im Dorf Majske Polinje westlich von Petrinja. Es handelte sich um vier Männer, unter ihnen ein Vater und sein Sohn, die in ihren Häusern unter den Trümmern begraben wurden, berichtete „24sata.hr“ unter Berufung auf eine Kommunalpolitikerin. 

Auch die Kreishauptstadt Sisak war schwer betroffen. Der Sitz der Stadtverwaltung sei zur Hälfte eingestürzt, sagte Bürgermeisterin Kristina Ikic-Banicek dem kroatischen Fernsehen HRT. Die Gemeindebediensteten konnten sich jedoch alle in Sicherheit bringen, fügte sie hinzu. In ihrer Stadt habe es einige Leichtverletzte gegeben, die ärztlich versorgt wurden. Nahe Sisak soll eine Person in einer eingestürzten Kirche ums Leben gekommen sein, hieß es in kroatischen Medienberichten.

Beben auch in Nachbarländern zu spüren

In der Hauptstadt Zagreb gab es beträchtliche Sachschäden. Das Beben war in ganz Kroatien, aber auch in Österreich, Ungarn, Italien, Slowenien, Bosnien-Herzegowina, sogar in Tschechien und der Slowakei zu spüren.

Slowenien schaltete deshalb das Atomkraftwerk Krsko ab, meldete die Nachrichtenagentur STA. Es liegt unmittelbar an der Grenze zu Kroatien. Eine Abschaltung sei in solchen Situationen Standard, hieß es. In der südungarischen Stadt Pecs (Fünfkirchen) war der Erdstoß so stark zu spüren, dass die Behörden ein Großkaufhaus räumen ließen, berichtete das lokale Portal „bama.hu“.

Erst am Montag waren im selben Gebiet Kroatiens Erdstöße der Stärke 5,2 und 5,0 verzeichnet worden. Im März hatte ein Erdbeben der Stärke 5,4 in Zagreb große Schäden angerichtet. Eine Jugendliche war gestorben, mehr als zwei Dutzend Menschen waren verletzt worden.   

Hilfe der EU

EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen sagte umgehend Hilfe zu. „Wir sind bereit zu unterstützen“, schrieb sie nach einem Gespräch mit Kroatiens Ministerpräsident Andrej Plenkovic auf Twitter. 

Sie habe den für humanitäre Hilfe zuständigen EU-Kommissar Janez Lenarcic gebeten, so bald wie möglich ins Erdbebengebiet zu reisen. „Wir stehen an der Seite Kroatiens“, betonte von der Leyen.


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