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Schwedische Journalistin angeblich tot
International 21.08.2017 Aus unserem online-Archiv
Aussage des U-Boot-Besitzers

Schwedische Journalistin angeblich tot

Kim Wall wurde zuletzt am 10. August gesehen.
Aussage des U-Boot-Besitzers

Schwedische Journalistin angeblich tot

Kim Wall wurde zuletzt am 10. August gesehen.
AFP
International 21.08.2017 Aus unserem online-Archiv
Aussage des U-Boot-Besitzers

Schwedische Journalistin angeblich tot

Tom RÜDELL
Tom RÜDELL
Er hatte ein U-Boot gebaut, sie wollte eine Reportage darüber schreiben. Dann war die schwedische Journalistin Kim Wall spurlos verschwunden. Peter Madsen hatte zunächst abgestritten, etwas damit zu tun zu haben. Jetzt hat er seine Aussage geändert.

(dpa) - Der dänische U-Boot-Besitzer Peter Madsen hat in einem Verhör mit der Polizei ausgesagt, die vermisste schwedische Journalistin sei durch ein Unglück an Bord ums Leben gekommen. Wie die Polizei in Kopenhagen am Montag mitteilte, habe der 46-Jährige die Frau an einem nicht genau genannten Ort in der Køge-Bucht bestattet. Die dänischen und schwedischen Seefahrtsbehörden zeichneten die Route des U-Boots nach. Dänische Taucher suchten am Montag im südlichen Öresund und in der Køge-Bucht nach dem Körper der Frau.

Eines der letzten Fotos: Es zeigt vermutlich Kim Wall an Bord der UC3 Nautilus.
Eines der letzten Fotos: Es zeigt vermutlich Kim Wall an Bord der UC3 Nautilus.
AFP

Die 30 Jahre alte Schwedin Kim Wall war zuletzt am 10. August gesehen worden, als sie sich mit Madsen im Hafen von Kopenhagen auf der „UC3 Nautilus“ einschiffte. Sie hatte eine Reportage über den Erfinder schreiben wollen. Was dann passierte, ist unklar. Madsen gab an, die Frau nach einer Fahrt mit dem U-Boot auf einer Insel im Kopenhagener Hafengebiet abgesetzt zu haben. Er selbst habe ein paar Dinge an dem selbst entworfenen 18 Meter langen Unterwasserfahrzeug getestet, wobei es zu Problemen mit einem Ballasttank gekommen sei.

Das U-Boot sank, er selbst wurde von einem privaten Schiff gerettet und an Land gebracht. Als ihre Familie die Journalistin als vermisst meldete, wurde die Polizei misstrauisch und nahm Madsen fest. Zunächst bestritt der Däne, mit dem Verschwinden der Frau etwas zu tun zu haben. Die Polizei vermutete, dass die Schwedin in dem versunkenen U-Boot zu finden sei. Als das Fahrzeug geborgen wurde, war das aber nicht der Fall. 

U-Boot-Konstrukteur Peter Madsen (r.) hatte zunächst angegeben, Wall lebend abgesetzt zu haben. Dann änderte er seine Aussage: Sie sei bei einem "Unglück an Bord" gestorben.
U-Boot-Konstrukteur Peter Madsen (r.) hatte zunächst angegeben, Wall lebend abgesetzt zu haben. Dann änderte er seine Aussage: Sie sei bei einem "Unglück an Bord" gestorben.
AFP

Kurz danach teilte die Polizei mit, dass sie nicht mehr damit rechne, Kim Wall lebend zu finden. Wann Madsen aussagte, dass die Frau an Bord starb, wurde nicht mitgeteilt. Erst als sowohl die Staatsanwaltschaft als auch die Verteidigung beantragten, dass der Fall teilweise öffentlich verhandelt wird, wurde bekannt, dass Madsen einen Unfall an Bord eingeräumt hatte. Der 46-Jährige sitzt in Untersuchungshaft, die Polizei wirft ihm Totschlag vor, das Gericht reduzierte den Vorwurf am Samstag auf schwere fahrlässige Tötung.


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Drei Jahre nach der Tötung der schwedischen Journalistin Kim Wall in einem U-Boot flieht der verurteilte Täter Peter Madsen in Dänemark aus der Haftanstalt. Er kommt jedoch nur wenige hundert Meter weit.
A police marksman and his dog observes convicted killer Peter Madsen threatening police with detonating a bomb while attempting to break out of jail in Albertslund, Denmark on 20 October 2020 - Madsen serves a life sentence for the 2017 murder of Swedish journalist Kim Wall on board his submarine, UC3 Nautilus. (Photo by Nils Meilvang / Ritzau Scanpix / AFP) / Denmark OUT
Der dänische Erfinder und U-Boot-Bauer Peter Madsen hat zugegeben, die Leiche der schwedischen Journalistin Kim Wall zerstückelt zu haben. Er machte auch eine neue Aussage zur Todesursache. Einen Mord bestreite er weiterhin, so die Polizei.
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A Swedish journalist, Kim Wall, went missing after going sailing with the submarine, UC3 Nautilus, on August 10. / AFP PHOTO / Scanpix Denmark AND Scanpix / Liselotte Sabroe / Denmark OUT
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The submarine sank in the sea outside Copenhagen Harbor on friday night. Following a major rescue operation, a swedish woman supposed to be on board of the submarine is still missing.  / AFP PHOTO / Scanpix Denmark / Anders Valdsted / Denmark OUT