Wählen Sie Ihre Nachrichten​

Schweden will Antrag auf Nato-Mitgliedschaft einreichen
International 2 Min. 16.05.2022
Nach Finnland

Schweden will Antrag auf Nato-Mitgliedschaft einreichen

Die schwedische Ministerpräsidentin Magdalena Andersson verkündet die Entscheidung zur Bewerbung um die Nato-Mitgliedschaft gemeinsam mit dem Chef der bürgerlichen Oppositionspartei Moderaterna, Ulf Kristersson.
Nach Finnland

Schweden will Antrag auf Nato-Mitgliedschaft einreichen

Die schwedische Ministerpräsidentin Magdalena Andersson verkündet die Entscheidung zur Bewerbung um die Nato-Mitgliedschaft gemeinsam mit dem Chef der bürgerlichen Oppositionspartei Moderaterna, Ulf Kristersson.
Foto: AFP
International 2 Min. 16.05.2022
Nach Finnland

Schweden will Antrag auf Nato-Mitgliedschaft einreichen

Unter dem Eindruck von Russlands Angriffskrieg gegen die Ukraine will Schweden sich um die Nato-Mitgliedschaft bewerben.

(dpa) - Schweden will einen Antrag auf Mitgliedschaft in der Nato stellen. „Wir verlassen eine Ära und treten in eine neue ein“, sagte die schwedische Ministerpräsidentin Magdalena Andersson am Montag in Stockholm. Geplant sei, den Antrag in den kommenden Tagen gemeinsam mit Finnland einzureichen.

Zuvor hatte sich am Vormittag bei einer Diskussion im Parlament eine Mehrheit der Parteien für eine Mitgliedschaft in dem westlichen Verteidigungsbündnis ausgesprochen. Grüne und Linke sind dagegen. Die beiden Parteien haben gemeinsam 43 von 349 Sitzen im schwedischen Reichstag.


NATO Secretary General Jens Stoltenberg holds a press conference along with the European Parliament president at the European Parliament in Brussels on April 28, 2022. (Photo by Kenzo TRIBOUILLARD / AFP)
Nato-Generalsekretär warnt vor Einsatz von Atomwaffen
„Nach einem Einsatz von Nuklearwaffen würde es auf allen Seiten nur Verlierer geben“, so Stoltenberg, der eine Verschärfung des Kriegs befürchtet.

„Es gibt viel in Schweden, das es wert ist, verteidigt zu werden, und unserer Einschätzung nach geschieht das am besten in der Nato“, sagte die Sozialdemokratin Andersson bei der gemeinsamen Pressekonferenz mit dem Chef der bürgerlichen Oppositionspartei Moderaterna, Ulf Kristersson am Montagnachmittag. „Wir leben gerade in einer gefährlichen Zeit“, erklärte Kristersson, der von einem „historischen Tag“ sprach. 

Lange Tradition der Bündnisfreiheit

Bereits am Sonntag hatte die Regierung des schwedischen Nachbars Finnland mitgeteilt, dass sie einen Nato-Beitrittsantrag stellen will. Eine Mehrheit dafür im finnischen Parlament gilt als sicher. Seit Montagmorgen wurde das Thema dort in einer stundenlangen Debatte besprochen.

Beide Länder geben damit eine lange Tradition der militärischen Bündnisfreiheit auf. Das Aufnahmeverfahren startet, wenn Finnland und Schweden ihre Anträge im Nato-Hauptquartier in Brüssel eingereicht haben. Alle 30 Bündnisstaaten müssen einem Beitritt zustimmen.

Warnungen aus Russland


Russian President Vladimir Putin and Defence Minister Sergei Shoigu leave Red Square after the Victory Day military parade in central Moscow on May 9, 2022. - Russia celebrates the 77th anniversary of the victory over Nazi Germany during World War II. (Photo by Kirill KUDRYAVTSEV / AFP)
Putin: Nato-Expansion ist Schuld an Krieg in Ukraine
Der russische Präsident Wladimir Putin hat den Einmarsch in die Ukraine mit der Erweiterung der Nato begründet.

Man habe Signale von verschiedenen Ländern bekommen, dass sie sich so schnell wie möglich entscheiden wollten, sagte der schwedische Verteidigungsminister Peter Hultqvist am Montag im schwedischen Fernsehen. Mit der Türkei, die sich kritisch zu einem Beitritt Schwedens und Finnlands geäußert hatte, wolle man eine Lösung finden. „Wir werden eine Delegation entsenden, die Diskussionen und einen Dialog mit der Türkei führen wird, um zu sehen, wie wir diese Frage lösen können und worum es eigentlich geht“, sagte Hultqvist. „Aber das Signal, das wir von der Nato bekommen haben, ist, dass Einigkeit darüber herrscht, dass sowohl Schweden als auch Finnland dabei sein sollten.“

Russlands Vize-Außenminister Sergej Rjabkow bezeichnete die mögliche Aufnahme der beiden nordischen Länder in die Nato am Montag als „schwerwiegenden Fehler mit weitreichenden Folgen“. Die militärischen Spannungen würden dadurch zunehmen, warnte Rjabkow der Agentur Interfax zufolge. An die Adresse der beiden skandinavischen Länder fügte er hinzu: „Sie sollten keinerlei Illusionen haben, dass wir uns damit einfach abfinden.“ 

Folgen Sie uns auf Facebook, Twitter und Instagram und abonnieren Sie unseren Newsletter.


Lesen Sie mehr zu diesem Thema