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Schweden wählt: Umfragen sehen Rechte im Aufwind
Per Jimmie Akesson, Vorsitzender der Sverigedemokraterna (Schwedische Demokraten).  7,3 Millionen Wähler wählen am 9. September 2018 in Schweden ein neues Parlament und eine neue Regierung.

Schweden wählt: Umfragen sehen Rechte im Aufwind

Foto: Antti Aimo-Koivisto/Lehtikuva/dp
Per Jimmie Akesson, Vorsitzender der Sverigedemokraterna (Schwedische Demokraten). 7,3 Millionen Wähler wählen am 9. September 2018 in Schweden ein neues Parlament und eine neue Regierung.
International 08.09.2018

Schweden wählt: Umfragen sehen Rechte im Aufwind

Die Flüchtlingskrise hat auch in Schweden den Rechten Auftrieb gegeben. Umfragen deuten darauf hin, dass am Sonntag jeder fünfte Wahlberechtigte für die rechtspopulistischen Schwedendemokraten stimmt.

Stockholm (dpa) – Vor der Parlamentswahl in Schweden hat sich großer Zuspruch für die Rechtspopulisten abgezeichnet. Jüngsten Umfragen zufolge können die zuwanderungsfeindlichen Schwedendemokraten bei der Abstimmung am Sonntag mit 17 bis 20 Prozent der Stimmen rechnen. Das bringt die etablierten Parteien in Schwierigkeiten. Weder der konservative noch der sozialdemokratische Block können auf eine regierungsfähige Mehrheit hoffen.

Die rot-grüne Koalition von Ministerpräsident Stefan Löfven hat zusammen mit der sozialistischen Linkspartei eine knappe Chance auf die meisten Stimmen, doch für eine Mehrheit im Parlament wird das nicht reichen. Deshalb hat Löfven im Wahlkampf um andere kleine Parteien geworben.

Doch sowohl die Zentrumspartei als auch die Liberalen und die Christdemokraten haben sich dem bürgerlichen Lager verschrieben, das von der konservativen Partei Moderaterna angeführt wird. Dieses „Allianz“ genannte Bündnis mit Ulf Kristersson als Spitzenkandidaten für den Ministerpräsidentenposten kommt den Umfragen zufolge ebenfalls nicht auf die Mehrheit der Mandate.

Beiden Blöcken fehlen vermutlich um die zehn Prozentpunkte für eine Mehrheit im schwedischen Parlament Riksdagen. Den Schwedendemokraten kommt damit eine Schlüsselstellung zu. Keines der beiden Bündnisse will mit den Rechtspopulisten zusammenarbeiten. Die Verhandlungen dürften schwierig werden. Es kann Wochen dauern, bis die Schweden wissen, von welcher Koalition sie die nächsten vier Jahre regiert werden.


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