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Schulz gibt Hoffnung auf Rettung Griechenlands nicht auf
International 27.06.2015 Aus unserem online-Archiv
Europaparlaments-Präsident

Schulz gibt Hoffnung auf Rettung Griechenlands nicht auf

Martin Schulz, der Präsident des Europäischen Parlaments
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Schulz gibt Hoffnung auf Rettung Griechenlands nicht auf

Martin Schulz, der Präsident des Europäischen Parlaments
Foto: EU
International 27.06.2015 Aus unserem online-Archiv
Europaparlaments-Präsident

Schulz gibt Hoffnung auf Rettung Griechenlands nicht auf

Der Präsident des Europäischen Parlaments, Martin Schulz, gehe davon aus, dass die Regierungschefs der Eurozone in der kommenden Woche ein starkes Signal an Griechenland geben werden. Die Volksabstimmung in Griechenland soll ungeachtet der gescheiterten Verhandlungen über weitere Finanzhilfen stattfinden.

(dpa) - Der Präsident des Europäischen Parlaments, Martin Schulz, hofft auch nach dem Scheitern der Griechenland-Verhandlungen auf eine Rettung des Euro-Krisenlandes. Er gehe davon aus, dass die Regierungschefs der Eurozone in der kommenden Woche ein starkes Signal an Griechenland geben werden, sagte Schulz am Samstagabend im ARD-"Brennpunkt".

Man werde die Kompromissbereitschaft gegenüber der griechischen Seite bei Renten und Steuern deutlich machen. "Wir haben die Chance, dass das griechische Volk am kommenden Sonntag zu diesen Vorschlägen "Ja" sagt. Die Tür ist jetzt offen und sie ist auch dann offen", betonte Schulz. Er sei keinesfalls überzeugt davon, dass die Mehrheit der Griechen so denkt wie Regierungschef Alexis Tsipras.

Tsipras hält an Referendum fest

Tsipras hatte überraschend für Sonntag kommender Woche (5. Juli) ein Referendum über das von den Geldgebern geforderte Sparprogramm angekündigt. Damit hat die Regierung in Athen aus Sicht der Euro-Gruppe die Verhandlungen mit den Geldgebern beendet.

Die Volksabstimmung in Griechenland soll nach den Worten von Tsipras ungeachtet der gescheiterten Verhandlungen über weitere Finanzhilfen am kommenden Sonntag stattfinden.

Griechenland werde überleben, unabhängig von der Entscheidung der Eurogruppe, das bestehende Hilfsprogramm zu verlängern oder nicht, sagte Tsipras laut griechischen Regierungskreisen am Samstag an Bundeskanzlerin Angela Merkel und Frankreichs Staatspräsidenten François Hollande gerichtet. "Demokratie ist in Griechenland von überragendem Wert."


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