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Schütze zielte offenbar vornehmlich auf Christen
International 1 2 Min. 02.10.2015 Aus unserem online-Archiv
Bluttat in Oregon

Schütze zielte offenbar vornehmlich auf Christen

International 1 2 Min. 02.10.2015 Aus unserem online-Archiv
Bluttat in Oregon

Schütze zielte offenbar vornehmlich auf Christen

Zehn Menschen sind am Donnerstag bei einer Schießerei an einem US-College ums Leben gekommen. Der Täter soll gezielt Christen erschossen haben.

(dpa) - Der Todesschütze von Oregon soll bei seiner Bluttat mit zehn Toten laut Augenzeugen gezielt Christen ins Visier genommen haben. Demnach fragte der 26-Jährige seine Opfer nach ihrer Religion und schoss Christen in den Kopf, anderen dagegen ins Bein oder auf eine andere Stelle ihres Körpers. Ermittler prüften zudem Hinweise, ob der Mann seine Tat im Internet angedeutet hatte. Unterdessen gab ein tief erschütterter Präsidenten Barack Obama der alten Debatte um schärfere Waffengesetze einen neuen Schub.

„Weil Du ein Christ bist, wirst Du Gott in wenigen Sekunden gegenüberstehen“, sagte der Schütze laut Stacy Boylan, der CNN einen Augenzeugenbericht seiner Tochter wiedergab. „Ich habe seit Jahren darauf gewartet, das hier zu tun“, sagte der Schütze demnach, bevor er den Professor im Unterrichtsraum niederstreckte. Im veralteten Profil einer Website zur Partnersuche bezeichnet er sich laut „New York Times“ als „introvertierten“ Menschen, der eine Abneigung gegenüber „organisierter Religion“ hat.

Täter wurde getötet

Die Tat schlug hohe Wellen bis nach Washington, wo der seit langem für strengere Waffengesetze kämpfende Präsident Obama sich erschüttert zeigte. „Wir sind das einzige fortschrittliche Land der Erde, das diese Massen-Schießereien alle paar Monate erlebt“, sagte er. Obama forderte erneut strengere Gesetze zur Vermeidung vergleichbarer Fälle. Die mächtige Waffenlobby und viele Republikaner im Kongress wollen dies unbedingt verhindern.

Sieben weitere Menschen wurden bei der Tat verletzt, der Schütze wurde im Schusswechsel mit der Polizei getötet. Hunderte nahmen in der kleinen Gemeinde an einer nächtlichen Mahnwache teil, wie die Lokalzeitung „Oregonian“ berichtete.

Nachbarn beschrieben den Schützen als zurückgezogenen und verletzlich wirkenden jungen Mann, der mit seiner Mutter lebte und vor Kontakt mit anderen Menschen zurückzuschrecken schien. Laut einem Porträt der „New York Times“ trug er häufig Springerstiefel und grüne Armee-Hosen, wollte einem Bekannten zufolge aber nicht darüber sprechen, warum er militärische Kleidung bevorzugte. Behördenangaben zufolge wurden am Tatort drei Pistolen und ein Gewehr sichergestellt.

Am Umpqua Community College (UCC) sind mehr als 3000 Studenten in Vollzeit eingeschrieben. Die Kleinstadt mit rund 22.000 Einwohnern liegt etwa drei Autostunden südlich von Portland. Bis Montag sollte das College geschlossen bleiben, alle studentischen Aktivitäten wurden bis dahin gestrichen. Noch Stunden nach der Tat untersuchten Sprengstoff-Experten in der Nähe geparkte Autos nach Bomben.

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