Wählen Sie Ihre Nachrichten​

Schotten streben zweites Unabhängigkeitsreferendum an
International 13.03.2017 Aus unserem online-Archiv
Brexit-Diskussion

Schotten streben zweites Unabhängigkeitsreferendum an

Im "United Kingdom" hängt derzeit der Haussegen schief - Schuld trägt der Brexit.
Brexit-Diskussion

Schotten streben zweites Unabhängigkeitsreferendum an

Im "United Kingdom" hängt derzeit der Haussegen schief - Schuld trägt der Brexit.
AFP
International 13.03.2017 Aus unserem online-Archiv
Brexit-Diskussion

Schotten streben zweites Unabhängigkeitsreferendum an

Teddy JAANS
Teddy JAANS
Die schottische Regierung fühlt sich bei der harten Brexit-Strategie der britischen Premierministerin Theresa May übergangen. Deshalb will sie zum zweiten Mal über eine Unabhängigkeit abstimmen lassen.

(dpa) - Die schottische Regierung strebt wegen des Brexits ein neues Referendum über die Unabhängigkeit von Großbritannien an. Sie wolle das Parlament in Edinburgh in der kommenden Woche um eine entsprechende Entscheidung bitten, sagte die schottische Regierungschefin Nicola Sturgeon am Montag. Die Volksabstimmung soll zwischen Herbst 2018 und Frühjahr 2019 stattfinden.

Sturgeon reagiert damit auf die britische Premierministerin Theresa May, die Kurs auf einen harten Brexit nimmt; das heißt auf einen Austritt aus dem Europäischen Binnenmarkt und der Zollunion. Die Regierung in London sei den Interessen Schottlands „nicht einen Zentimeter entgegengekommen“, sagte Sturgeon.

Sonderrolle

Die schottische Regierung fordert eine Sonderrolle für Schottland mit Verbleib im Europäischen Binnenmarkt. Eine Mehrheit der Schotten hatte sich beim Brexit-Referendum im vergangenen Jahr dafür ausgesprochen, in der EU zu bleiben. Sie wurden von einer Mehrheit in England und Wales überstimmt. Die britische Premierministerin schloss eine weitere Mitgliedschaft des Landes im Europäischen Binnenmarkt aus. Bislang ist sie nicht auf die schottischen Forderungen eingegangen.

Nicola Sturgeon strebt ein zweites Referendum an.
Nicola Sturgeon strebt ein zweites Referendum an.
AFP

Fraglich ist, ob die britische Regierung in ein zweites Unabhängigkeitsreferendum in Schottland einwilligen wird. Die Entscheidung darüber liegt beim Parlament in Westminster. Eine Ablehnung würde heftige Reaktionen aus Schottland nach sich ziehen. Britische Medien spekulierten daher, London könnte ein Referendum zumindest bis nach dem EU-Austritt verzögern.

Debatten in London

Der Vorstoß Sturgeons kommt nur Stunden bevor das britische Parlament erneut über das Brexit-Gesetz berät. Die Regierung hat angekündigt, Änderungen des Oberhauses an dem Gesetzentwurf im Unterhaus wieder rückgängig zu machen. Es wurde erwartet, dass das Gesetz noch am Montagabend verabschiedet wird.

Premierministerin Theresa May könnte damit bereits am Dienstag den Austritt aus der EU offiziell verkünden. Von da an tickt die Uhr. Zwei Jahre später müssen gemäß dem Vertrag von Lissabon die Austrittsgespräche mit der EU beendet sein.


Lesen Sie mehr zu diesem Thema

Unabhängigkeitsreferendum
Die schottische Regierungschefin Nicola Sturgeon will ernst machen mit der Volksabstimmung über die Unabhängigkeit. Eine Mehrheit im Parlament in Edinburgh dafür gilt als sicher.
A handout photo made available from the Scottish Parliament on March 21, 2017, shows Scotland's First Minister Nicola Sturgeon speaking in the chamber on the first day of the 'Scotland's Choice' debate on a motion to seek the authority to hold an indpendence referendum at the Scottish Parliament in Edinburgh.
Scottish lawmakers on March 21 began a two-day debate on First Minister Nicola Sturgeon's call for an independence referendum -- a major headache for Prime Minister Theresa May as she prepares to launch Brexit. / AFP PHOTO / Scottish Parliament / Andrew Cowan
Oberhaus stimmt für Zusatz zu Brexit-Gesetz
Die Lords im britischen Oberhaus haben Premierministerin Theresa May am Dienstag erneut eine Niederlage bei den Beratungen zum Brexit-Gesetz zugefügt.
British Prime Minister Theresa May reacts during her visit to King's College London Mathematics School in central London on March 6, 2017.
British Chancellor of the Exchequer Philip Hammond has said he will keep chopping away at the deficit to get Britain fit to face Brexit, as he prepares to deliver his budget on March 8. / AFP PHOTO / POOL / Victoria Jones
Luxemburg pflegt enge Geschäftsbeziehungen zu Großbritannien - und beobachtet gespannt, wie sich die Verhandlungen rund um den Brexit entwickeln. Das Großherzogtum könnte durchaus von der Situation profitieren.
An European Union flag blows in the wind in front of the Elizabeth Tower, better known as "Big Ben", near the Houses of Parliament during a "Flag Mob" demonstration in Parliament Square in central London on February 20, 2017, part of a national day of action in support of migrants in the UK. 
Under the banner �One Day Without Us� men, women and children come together for a day of action to stress that they want Britain to remain open and welcoming. A number of businesses closed for the day to make the point that the Britain couldn�t manage for even one day without the contribution of migrants. 
 / AFP PHOTO / Justin TALLIS
Schottlands Regierungschefin setzt nach
Kommt nach dem Brexit nun der „Scoxit“? Die schottische Regierungschefin Nicola Sturgeon warnt die Regierung in London davor, ein zweites schottisches Unabhängigkeitsreferendum zu verhindern und droht: das schottische Parlament könnte den Brexit blockieren.
Nicola Sturgeon (l.) stellt klare politische Forderungen