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Schlappe für CDU bei Landtagswahlen - Grüne und SPD siegen
International 3 Min. 14.03.2021 Aus unserem online-Archiv

Schlappe für CDU bei Landtagswahlen - Grüne und SPD siegen

 Die Landtagswahlen in Baden-Württemberg und Rheinland-Pfalz bilden den Auftakt zum Superwahljahr 2021.

Schlappe für CDU bei Landtagswahlen - Grüne und SPD siegen

Die Landtagswahlen in Baden-Württemberg und Rheinland-Pfalz bilden den Auftakt zum Superwahljahr 2021.
Foto: Dpa
International 3 Min. 14.03.2021 Aus unserem online-Archiv

Schlappe für CDU bei Landtagswahlen - Grüne und SPD siegen

Es ist der Auftakt zum deutschen Superwahljahr: Im Südwesten setzen sich Grüne und SPD durch. Zum Ende der Ära Merkel finden sich die Christdemokraten auf der Verliererstraße.

(dpa) - Die Christdemokraten von Bundeskanzlerin Angela Merkel haben bei zwei Landtagswahlen in Deutschland am Sonntag heftige Verluste erlitten. In Baden-Württemberg setzten sich laut Hochrechnungen die regierenden Grünen durch, in Rheinland-Pfalz siegte die regierende SPD.

In beiden Bundesländern, die lange Zeit christdemokratische Hochburgen waren, erzielte die CDU ihre bisher schlechtesten Ergebnisse. Die Wahlen bilden den Auftakt zum Superwahljahr 2021 mit sechs Regionalwahlen und der Bundestagswahl am 26. September. Sie läuten auch das Ende der Ära Merkel ein, denn die Kanzlerin will im Herbst nach 16 Amtsjahren nicht mehr kandidieren.  

Nach den Hochrechnungen kamen die Grünen von Ministerpräsident Winfried Kretschmann in Baden-Württemberg auf 30,7 bis 30,9 Prozent (2016: 30,3 Prozent). Die mitregierende CDU sackte auf 23,1 Prozent bis 23,3 Prozent ab (2016: 27,0 Prozent).

Die in der großen Koalition in Berlin mitregierende SPD kam auf nur noch 10,8 bis 11,7 Prozent (2016: 12,7 Prozent). Die FDP (Liberale) verbesserte sich auf 11,3 bis 11,4 Prozent (2016: 8,3 Prozent). Die rechtspopulistische AfD büßte deutlich Stimmen ein und landete bei 11,8 bis 12,5 Prozent (2016: 15,1 Prozent).  

Nach ersten Hochrechnungen kämen die Grünen im Stuttgarter Landtag auf 50 Sitze, die CDU auf 37, die SPD und die AFD auf 19 und die FDP auf 18 Sitze. Kretschmann könnte mit der CDU weiterregieren oder eine „Ampel“-Koalition mit SPD und FDP bilden.

SPD als Sieger in Rheinland-Pfalz

In Rheinland-Pfalz holte die SPD von Ministerpräsidentin Malu Dreyer laut Hochrechnungen 34,2 bis 34,7 Prozent (2016: 36,2 Prozent) und ist dort nun etwa doppelt so stark wie auf Bundesebene. Die CDU mit Herausforderer Christian Baldauf fiel auf nur 26 Prozent (2016: 31,8 Prozent).    

An dritter Stelle liegt die AfD mit 10,2 bis 10,4 Prozent (2016: 12,6 Prozent), gefolgt von den Grünen mit 8,3 bis 8,9 Prozent (2016: 5,3 Prozent) der FDP mit 6,3 bis 6,4 Prozent (2016: 6,2 Prozent). Erstmals schafften die Freien Wähler mit 5,5 bis 5,7 Prozent den Einzug ins Parlament.   

Das wären 38 Sitze für die SPD, 29 für die CDU, 12 für die AfD, 9 für die Grünen, 7 für die FDP und 6 für die Freien Wähler. Dreyer regiert seit 2016 in einer „Ampel“-Koalition mit FDP und Grünen, die sie nach den Hochrechnungen bequem fortsetzen könnte.  


10.03.2021, Baden-Württemberg, Stuttgart: Die Oberfläche der Wahl-O-Mat Software wird in einem Browserfenster auf einem Computer angezeigt. Zwei von drei Wahlberechtigten haben bislang den sogenannten Wahl-O-Maten im Internet benutzt oder wollen dies noch tun, um die eigenen Meinungen mit dem Wahlprogramm der Parteien vor der Landtagswahl am 14. März zu vergleichen. Das ist das Ergebnis einer Umfrage des Meinungsforschungsinstituts Forsa und der Universität Hohenheim. (zu dpa: «Umfrage: Wahl-O-Mat wird vor der Landtagswahl von den meisten genutzt») Foto: Bernd Weißbrod/dpa +++ dpa-Bildfunk +++
Auftakt ins Superwahljahr: Blaupause für Berlin
Die Wahlen in Rheinland-Pfalz und in Baden-Württemberg stellen die Weichen für die Bundestagswahl im September.

Die Wahlbeteiligung sank bei den ersten Landtagswahlen seit Beginn der Corona-Pandemie. Sie lag in Baden-Württemberg bei 62,5 Prozent (2016: 70,4 Prozent) und in Rheinland-Pfalz bei 64 Prozent (2016: 70,4 Prozent).

Nach den Meinungsumfragen spielte bei der Wahlentscheidung die Popularität der jeweiligen Regierungschefs eine entscheidende Rolle. Der CDU könnte außerdem die Unzufriedenheit der Deutschen mit dem Corona-Krisenmanagement der Bundesregierung und dem langsamen Impffortschritt geschadet haben. Zuletzt machten auch mehrere CDU/CSU-Bundestagsabgeordnete wegen Lobbyismus-Vorwürfen Negativschlagzeilen. Bisher haben drei von ihnen die Bundestagsfraktion verlassen und zwei auch ihr Mandat niedergelegt.


HANDOUT - 01.03.2021, Baden-Württemberg, Stuttgart: Beim SWR Live-Duell stehen die beiden baden-württembergischen Spitzenkandidaten zur Landtagswahl, Ministerpräsident Winfried Kretschmann (Bündnis 90/Die Grünen) und Susanne Eisenmann (CDU) vor der Sendung im Wahlstudio. (zu dpa: «Kretschmann und Eisenmann schenken sich nichts - kein «Punktsieg»») Foto: Patricia Neligan/SWR/dpa - ACHTUNG: Nur zur redaktionellen Verwendung im Zusammenhang mit der aktuellen Berichterstattung und nur mit vollständiger Nennung des vorstehenden Credits +++ dpa-Bildfunk +++
Am 14. März beginnt Deutschlands Superwahljahr
Am 14. März ist der Auftakt von Deutschlands Superwahljahr und Berlin schaut in den Südwesten der Republik. Dann wird in Rheinland-Pfalz und in Baden-Württemberg gewählt.

„Baden-Württemberg und Grün, Grün und Baden-Württemberg, das passt gut zusammen“, sagte Kretschmann in einer ersten Reaktion. „Ich sehe das als Auftrag, diesem Land weiter als Ministerpräsident zu dienen.“

„Für die CDU ist das kein schöner Abend, aber das war vorhersehbar“, sagte Bundestagspräsident Wolfgang Schäuble (CDU) in einer ersten Reaktion. Positiv sei, dass die „extremen Parteien“ nicht gewonnen, sondern eher abgenommen hätten.

Die Wahlen galten auch als Bewährungsprobe für den neuen deutschen CDU-Chef Armin Laschet. Über den Kanzlerkandidaten, der in Merkels Fußstapfen treten soll, entscheiden die christdemokratischen Schwesterparteien CDU und CSU im April oder Mai.    

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