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Scharfe Kritik an Boris Johnson: „Abstoßende“ und „schändliche“ Rede
International 26.09.2019 Aus unserem online-Archiv

Scharfe Kritik an Boris Johnson: „Abstoßende“ und „schändliche“ Rede

Boris Johnson auf dem Weg ins Unterhaus.

Scharfe Kritik an Boris Johnson: „Abstoßende“ und „schändliche“ Rede

Boris Johnson auf dem Weg ins Unterhaus.
Foto: AFP
International 26.09.2019 Aus unserem online-Archiv

Scharfe Kritik an Boris Johnson: „Abstoßende“ und „schändliche“ Rede

Der britische Premierminister Boris Johnson ist wegen seiner Rede zur Eröffnungssitzung im Londoner Parlament heftig in die Kritik geraten.

 (dpa) - Quer durch alle Parteien verurteilten Abgeordnete und viele britische Zeitungen seine Wortwahl und eine Bemerkung über die ermordete britische Politikerin Jo Cox, die sich für den Verbleib Großbritanniens in der Europäischen Union eingesetzt hatte.


A handout photograph released by the UK Parliament shows Britain's Prime Minister Boris Johnson gesturing while answering questions on the proroguing of Parliament, in the House of Commons in London on September 25, 2019, after the Supreme Court ruled that it was "unlawful, void and of no effect" - Britain's parliament resumed on Wednesday after the Supreme Court ruled that Prime Minister Boris Johnson's order to suspend it was "unlawful, void and of no effect". Johnson, who has vowed to press ahead with his plans for Brexit on October 31, was due to address MPs later on Wednesday. (Photo by JESSICA TAYLOR / UK PARLIAMENT / AFP) / RESTRICTED TO EDITORIAL USE - NO USE FOR ENTERTAINMENT, SATIRICAL, ADVERTISING PURPOSES - MANDATORY CREDIT " AFP PHOTO / Jessica Taylor /UK Parliament"
Boris Johnson im Kreuzfeuer des Parlaments
Die britischen Abgeordneten dürfen seit Mittwoch wieder im Parlament tagen. Schon am ersten Tag geht es im Unterhaus wieder hoch her. Premier Johnson fordert ein Misstrauensvotum.

Die Abgeordneten sollten doch dem Brexit zustimmen, wenn sie Cox ehren wollten, hatte Johnson am Mittwochabend im Unterhaus gesagt. Die Labour-Politikerin war kurz vor dem Brexit-Referendum 2016 von einem Rechtsradikalen getötet worden. Die Zeitung „Daily Mirror“ nannte den Premier am Donnerstag einen „Mann ohne Scham“. Kaum ein Premierminister zuvor habe eine so „schändliche Rede“ gehalten.

Johnson hatte in seiner Rede ein Gesetz zur Verhinderung eines ungeregelten Brexits, das gegen seinen Willen verabschiedet worden war, mehrfach im Unterhaus als „Kapitulationsgesetz“ (Surrender Act) bezeichnet. Abgeordnete seiner Konservativen Partei und der Opposition kritisierten das noch während der Sitzung als „abstoßend“ und „respektlos“. Damit würden nur Aggressionen im Brexit-Streit geschürt, hieß es. Schon jetzt erhielten viele Abgeordnete Morddrohungen. Johnson blieb aber bei seiner Wortwahl.


TOPSHOT - A protester wearing a mask resembling Britain's Prime Minister Boris Johnson holding a "guilty" sign sits on a wall outside the Supreme court in central London on September 24, 2019 after the judgement of the court on the legality of Boris Johnson's advice to the Queen to suspend parliament for more than a month, as the clock ticks down to Britain's October 31 EU exit date. - Britain's Supreme Court on September 24 said that parliamentarians could reconvene "as soon as possible" after ruling that a decision by Prime Minister Boris Johnson to suspend parliament was unlawful. (Photo by Tolga AKMEN / AFP)
Boris Johnson will Gerichtsurteil respektieren
Die Entscheidung zur Zwangspause des britischen Parlaments macht die weitere Entwicklung noch unübersichtlicher.

Auch der Ehemann von Jo Cox verurteilte Johnsons Bemerkungen. Ihm werde schlecht, wenn der Name seiner getöteten Frau in einem solchen Zusammenhang benutzt werde, schrieb Brendan Cox im Kurznachrichtendienst Twitter. Labour-Chef Jeremy Cobyn sagte, Johnsons Sprache sei kaum von der Rechtsextremer zu unterscheiden.

Jo Swinson von den Liberaldemokraten nannte die Bemerkungen des Premiers eine „Schande“. Die Parteichefin hatte erklärt, sogar eines ihrer beiden kleinen Kinder werde bedroht. Kulturministerin Nicky Morgan twitterte, dass die Wirkung von Worten in der Öffentlichkeit wohlbedacht werden müsse. Auch sie habe Drohungen erhalten.     


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