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Saudische Behörden: Tötung Khashoggis war vorab geplant
International 2 Min. 25.10.2018

Saudische Behörden: Tötung Khashoggis war vorab geplant

Saudische Behörden: Tötung Khashoggis war vorab geplant

Foto: AFP
International 2 Min. 25.10.2018

Saudische Behörden: Tötung Khashoggis war vorab geplant

Die Tötung des saudischen Journalisten Jamal Khashoggi war geplant, entsprechende Informationen lägen vor. Das sagt die Generalstaatsanwaltschaft des Königreichs. Wer die Tat geplant hat, sagt sie nicht.

 (dpa) - Die Verdächtigen in der Khashoggi-Affäre haben die Tötung des saudischen Journalisten nach Einschätzung der Behörden in Riad vorab geplant. Die türkischen Ermittler hätten entsprechende Informationen übergeben, teilte die Generalstaatsanwaltschaft des Königreichs am Donnerstag mit, wie die staatliche Nachrichtenagentur SPA berichtete. Damit weicht Saudi-Arabien von seiner bisherigen Linie in der Affäre ab.


Demonstranten erinnern vor dem saudischen Konsulat in Istanbul an Jamal Kashoggi.
Was über die Tötung Khashoggis bekannt ist
Jamal Khashoggi ging am 2. Oktober ins Konsulat von Saudi-Arabien in Istanbul und kam nicht mehr lebend heraus. Das Königshaus hat nach langen Diskussionen seinen Tod zugegeben. Was genau geschah, weiß bislang niemand.

Bislang hatte das Königreich erklärt, der Journalist Jamal Khashoggi sei im Istanbuler Konsulat Saudi-Arabiens versehentlich bei einer Schlägerei ums Leben gekommen. An dieser Version gab es jedoch erhebliche Zweifel. Der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan sprach in dieser Woche von einem „brutalen Mord“.

Der 59 Jahre alte Khashoggi war Anfang des Monats in das Istanbuler Konsulat gegangen, um dort Dokumente für seine geplante Hochzeit abzuholen. Erst nach massivem internationalen Druck hatte Saudi-Arabien vor einigen Tagen zugegeben, dass der regierungskritische Journalist dort ums Leben gekommen war. Die Behörden nahmen 18 Verdächtige fest.

Mehrere Spuren weisen darauf hin, dass auch Personen aus dem näheren Umfeld des saudischen Kronprinzen Mohammed bin Salman in den Fall verwickelt sind. Saudi-Arabien weist das zurück. Der 33 Jahre alte Thronfolger hatte die Tat am Mittwoch als „abscheulichen Vorfall“ verurteilt, der nicht zu rechtfertigen sei.

Die türkische Regierung spielte unterdessen CIA-Direktorin Gina Haspel während ihres Türkei-Besuchs offenbar die Audioaufnahmen vom Mord an Khashoggi vor. Das berichtete die „Washington Post“ unter Berufung auf nicht genannte Quellen. In dem Artikel hieß es, „eine Person, die das Band kennt, sagte, es sei überzeugend und könnte den Druck auf die USA erhöhen, Saudi-Arabien für den Tod Khashoggis zur Rechenschaft zu ziehen.“

Haspel war am Dienstag in der Türkei angekommen, nach wachsenden Zweifeln in der US-Regierung an den Unschuldsbekundungen des saudischen Königshauses. Die Türkei hatte die angeblichen Aufnahmen bisher streng geheim gehalten.


TOPSHOT - Sherine Tadros, head of New York (UN) Office of Amnesty International, speaks during a news conference at the United Nations on October 18, 2018. - Members from Human Rights Watch, Amnesty International, The Committee to Protect Journalists and Reporters Without Border make an appeal regarding the disappearance of Saudi journalist Jamal Khashoggi. (Photo by TIMOTHY A. CLARY / AFP)
Jamal Khashoggi - der Mann, den Riad fürchtete
Als sachlicher Kritiker verschaffte sich der getötete Journalist Jamal Khashoggi Respekt und Ansehen wie kaum jemand in Saudi-Arabien. Über einen vielschichtigen Mann, der Elite, Islamisten und Demokratie nahe stand.

Wochenlang hatten türkische Regierungsmitarbeiter anonym fast täglich neue Details aus den angeblichen Aufnahmen an türkische und US-Medien weitergegeben. Demnach war Khashoggi von einem 15-köpfigen, eigens für die Tat aus Saudi-Arabien angereisten Spezialkommando gefoltert und ermordet worden. Die Bänder selbst machte die türkische Regierung jedoch nicht öffentlich. Es blieb auch unklar, wie sie die Aufnahmen bekommen haben könnte. Regelmäßig taucht die Vermutung auf, dass die Türkei das Konsulat mit Abhörgeräten ausspioniert hat.


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