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„Sapad“-Manöver: Russisches Militär dementiert Helikopter-Vorfall
International 19.09.2017

„Sapad“-Manöver: Russisches Militär dementiert Helikopter-Vorfall

Michel THIEL
Michel THIEL
Im Netz kursiert ein Video, das angeblich einen Zwischenfall während des russischen Militärmanövers "Sapad" zeigt. Demnach habe ein Hubschrauber ungewollt auf Zuschauer geschossen. Das russische Militär will von einem solchen Vorfall nichts wissen.

(dpa) - Das russische Militär hat Berichte über einen Unfall beim umstrittenen Manöver „Sapad“ dementiert. Meldungen in sozialen Netzwerken über den Beschuss von Journalisten sowie schwer verletzte Opfer seien entweder eine Provokation oder dumm, sagte ein Sprecher des westlichen Wehrbezirkes am Dienstag den Agenturen Tass und Interfax zufolge.

Russische Medien hatten zuvor berichtet, dass ein Helikopter vom Typ Ka-52 am Montag - kurz vor einem Truppenbesuch von Präsident Wladimir Putin - eine Rakete versehentlich auf Zivilisten auf dem Truppenübungsplatz Luschski bei St. Petersburg gefeuert habe. Die Zivilisten hätten das Manöver beobachtet, hieß es. Im Internet war ein Video zu sehen, das den Vorfall zeigen soll.

Der Militärsprecher sagte, am Montag habe es keinen derartigen Vorfall gegeben. Er sagte, das Video zeige ein Ereignis, das zu einem anderen Zeitpunkt aufgenommen wurde. Dabei sei versehentlich ein unbesetzter Transporter getroffen worden. Es blieb zunächst offen, ob das Video während der laufenden „Sapad“-Übung gemacht wurde oder bei einem früheren Manöver.

Ein anderes Video in sozialen Netzwerken zeigte den Ort des Geschehens nach dem mutmaßlichen Raketeneinschlag. Die Echtheit des Clips konnte aber nicht unabhängig verifiziert werden.

Bei der Übung „Sapad“ trainieren Truppen aus Russland und Weißrussland noch bis diesen Mittwoch gemeinsam. Der Westen beobachtet das Manöver mit Sorge.