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Salisbury: Vergiftetes Paar fasste Nowitschok-Behälter an
Der genaue Hergang der Nowitschok-Vergiftung ist unklar - das vergiftete Ehepaar müsse aber einen Behälter mit dem Kampfstoff angefasst haben, so Scotland Yard.

Salisbury: Vergiftetes Paar fasste Nowitschok-Behälter an

Foto: AFP
Der genaue Hergang der Nowitschok-Vergiftung ist unklar - das vergiftete Ehepaar müsse aber einen Behälter mit dem Kampfstoff angefasst haben, so Scotland Yard.
International 09.07.2018

Salisbury: Vergiftetes Paar fasste Nowitschok-Behälter an

Nach dem Tod einer Britin durch den Kampfstoff Nowitschok hat Scotland Yard neue Erkenntnisse über den Hergang. Der Ehemann der Toten schwebt noch in Lebensgefahr. In London tagt der Krisenstab.

(dpa) - Im Fall des mit Nowitschok vergifteten britischen Paares geht die Polizei davon aus, dass die beiden einen Behälter mit dem Nervengift berührt haben müssen. Die Dosis des Kampfstoffes sei sehr hoch gewesen, teilte Scotland Yard am Montag in London mit.


Britische Polizisten vor dem Wohnort der Opfer.
Britin stirbt nach Nowitschok-Vergiftung
Eine Frau aus Großbritannien stirbt, nachdem sie mit dem Nervengift Nowitschok in Berührung gekommen ist. Gibt es einen Zusammenhang zum Attentat auf den Ex-Doppelagenten Sergej Skripal? Der Fall rückt nun wieder ins Rampenlicht.

Die 44 Jahre alte Frau und ihr 45 Jahre alter Partner waren Ende Juni mit Vergiftungserscheinungen in Amesbury gefunden worden. Die Frau starb am Sonntagabend im Salisbury District Hospital. Ihr Partner befand sich weiter in einem kritischen Zustand, wie ein Polizeisprecher sagte. Die Polizei leitete nach eigenen Angaben noch am Abend Mordermittlungen ein. Untersucht werde unter anderem, ob es Verbindungen zum Fall Skripal gebe, hieß es.

Britische Medien berichteten, dass beide Drogenkonsumenten waren. Sie könnten ein Fläschchen oder eine Spritze mit Giftresten gefunden haben, das beim Attentat auf die Skripals verwendet wurde. Denn unweit vom Wohnort der gestorbenen Frau, die drei Kinder hinterlässt, waren der russische Ex-Spion Sergej Skripal (67) und seine Tochter Julia (33) infolge eines Anschlags ebenfalls mit dem Nervengift in Kontakt gekommen. London hatte Moskau dafür verantwortlich gemacht. Russland bestreitet jegliche Verstrickung.

Am Montagnachmittag soll der Krisenstab der Regierung, das Cobra-Komitee, in London zusammentreten. Das bestätigte der Regierungssitz Downing Street 10 auf Anfrage der Deutschen Presse-Agentur.  

Unweit von Amesbury, in Salisbury, waren der russische Ex-Spion Sergej Skripal (67) und seine Tochter Julia (33) im März infolge eines Anschlags ebenfalls mit dem Nervengift in Kontakt gekommen. London hatte Moskau dafür verantwortlich gemacht. Russland bestreitet jegliche Verstrickung.


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Paar in Salisbury durch Nowitschok vergiftet
Ein Mann und eine Frau kollabieren in einem Haus in Südengland. Nach erstem Rätselraten folgt die schockierende Ursache: Sie wurden - wie die Skripals - durch das Nervengift Nowitschok schwerstkrank. Gibt es Verbindungen zwischen beiden Fällen?
Police officers are seen standing guard outside a local pharmacy in Amesbury, nine miles north of Salisbury, southern England, on July 4, 2018 where two people were found unconcious at a residence in Amesbury in circumstances that caused a major incident to be declared were believed to have visited. 
Two people have been hospitalised in a critical condition for exposure to an "unknown substance" in the same British city where former Russian spy Sergei Skripal and his daughter were poisoned with a nerve agent earlier this year. British police declared a "major incident" after the couple, a man and a woman in their 40s, were discovered unconscious at a house in a quiet, newly-built area in Amesbury, with a number of locations cordoned off by police.
 / AFP PHOTO / Geoff CADDICK
Gegenseitige Schuldzuweisungen
Die Skripal-Affäre eskaliert weiter: Russland weist ebenfalls Diplomaten aus, Deutschland, Frankreich und die USA stellten sich hinter Großbritannien. Ein russischer Diplomat hält den Westen für den Anschlag verantwortlich.
The Russian flag flies from the Russian consulate in central London on March 15, 2018.
Britain's Prime Minister Theresa May said Moscow was "culpable" of the attempted murder of Skripal, a Russian spy who sold secrets to the MI6 British intelligence agency and came to Britain in a 2010 spy swap. She announced the expulsion of 23 diplomats and the suspension of some high-level contacts. / AFP PHOTO / Justin TALLIS