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Saarbrückens Bürgermeister fordert Rücktritt von Trierer Bischof
International 28.08.2022
Missbrauch im Bistum Trier

Saarbrückens Bürgermeister fordert Rücktritt von Trierer Bischof

Der Saarbrücker Oberbürgermeister Uwe Conradt fordert Konsequenzen vom Trierer Bischof Reinhard Marx (links) und dem aktuellen Bischof Stephan Ackermann (rechts).
Missbrauch im Bistum Trier

Saarbrückens Bürgermeister fordert Rücktritt von Trierer Bischof

Der Saarbrücker Oberbürgermeister Uwe Conradt fordert Konsequenzen vom Trierer Bischof Reinhard Marx (links) und dem aktuellen Bischof Stephan Ackermann (rechts).
Foto: AFP
International 28.08.2022
Missbrauch im Bistum Trier

Saarbrückens Bürgermeister fordert Rücktritt von Trierer Bischof

Nach dem Bericht über sexuellen Missbrauch im Bistum Trier fordert der Saarbrücker Oberbürgermeister den Rücktritt des Trierer Bischofs.

(dpa/lrs) - Nach der Vorstellung eines Berichts über sexuellen Missbrauch im Bistum Trier hat der Saarbrücker Oberbürgermeister Uwe Conradt (CDU) den Rücktritt des Trierer Bischofs Stephan Ackermann gefordert. „Die Amtsträger im Bistum haben selbst Verantwortung und sind dieser bis in die jüngste Zeit nicht gerecht geworden“, schrieb Conradt im sozialen Netzwerk Linkedin. Auch Ackermanns Vorgänger, der heutige Münchner Kardinal Reinhard Marx, solle von seinem Amt zurücktreten, forderte Conradt.


ARCHIV - 13.02.2022, Bayern, Aschaffenburg: Bei einer Solidaritätsaktion mit den Missbrauchsopfern der katholischen Kirche wirft das Licht den Schatten eines Kreuzes durch eines der Fenster der Kirche Maria Geburt. (dpa «Kommission zur Aufarbeitung von Missbrauch legt ersten Bericht vor») Foto: Nicolas Armer/dpa +++ dpa-Bildfunk +++
Bistum Trier hat Missbrauch jahrzehntelang vertuscht
Verantwortliche im Bistum Trier haben laut einer Untersuchung über Jahrzehnte hinweg sexuellen Missbrauch durch Priester vertuscht.

Conradt reagierte damit auf den ersten Zwischenbericht der unabhängigen Kommission zur Aufarbeitung des sexuellen Missbrauchs im Bistum Trier (UAK), der am Donnerstag vorgestellt wurde. Dieser zeigte auf, wie Verantwortliche im Bistum Trier in der Vergangenheit über Jahrzehnte sexuellen Missbrauch durch Priester vertuscht haben. Von 1946 bis 2021 seien 513 Opfer und 195 beschuldigte oder überführte Täter erfasst worden, hieß es in dem Bericht.

Diese Zahlen seien erschreckend, schrieb Conradt. „Es ist Zeit, dass Amtsträger, insbesondere der ehemalige Trierer Bischof Reinhard Marx und der aktuelle Bischof Stephan Ackermann Verantwortung übernehmen und von ihren Ämtern zurücktreten.“ Ackermann ist seit Mai 2009 Bischof von Trier. Zum Bistum Trier gehören rund 1,3 Millionen Katholiken in Rheinland-Pfalz und im Saarland.

Zehnfache Dunkelziffer?


Vertuschung und Missbrauch durch deutschen Adveniat-Bischof
Der frühere Geschäftsführer des Lateinamerika-Hilfswerks, Bischof Emil Stehle soll Missbrauchstäter geschützt haben. Mutmaßlich war er selbst einer.

Die Kommission hat vor rund einem Jahr ihre Arbeit aufgenommen. Sie kündigte weitere Untersuchungen an, um die „eindeutige Rolle und Verantwortlichkeit“ der jeweiligen Leitungen und Bischöfe beurteilen zu können. Bis Mitte Oktober solle eine erste Studie zum Missbrauchsgeschehen in der Amtszeit des früheren Trierer Bischofs Bernhard Stein (1904-1993) vorgelegt werden, gegen den es seit längerem Vertuschungsvorwürfe gibt.

Die Vereinigung der Missbrauchsopfer im Bistum Trier (Missbit) teilte am Samstag mit, sie gehe davon aus, dass die Recherchen der UAK noch weitaus höhere Zahlen liefern würden. „Das Dunkelfeld lässt zehnfache Zahlen vermuten“, teilte Hermann Schell für den Vorstand mit.

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