Wählen Sie Ihre Nachrichten​

Ryanair: "Die Besatzung hat nichts mitbekommen"
International 26.10.2018 Aus unserem online-Archiv

Ryanair: "Die Besatzung hat nichts mitbekommen"

Wegen den rassistischen Beleidigungen eines Passagieres an Bord einer Ryanair-Maschine, war die Airline in die Kritik geraten.

Ryanair: "Die Besatzung hat nichts mitbekommen"

Wegen den rassistischen Beleidigungen eines Passagieres an Bord einer Ryanair-Maschine, war die Airline in die Kritik geraten.
Foto: Thomas Frey/dpa
International 26.10.2018 Aus unserem online-Archiv

Ryanair: "Die Besatzung hat nichts mitbekommen"

Ein rassistischer Vorfall an Bord eines Ryanair-Fliegers hatte in den Medien einen Sturm der Empörung ausgelöst. Eine Woche danach wehrt sich die Fluggesellschaft gegen den Vorwurf, nicht angemessen reagiert zu haben.

(sas/dap) - Nachdem der irische Billigflieger Ryanair international in die Kritik geraten war, nimmt das Flugunternehmen nun zu dem Vorfall an Bord Stellung. Ein britischer Passagier hatte kurz vor dem Abflug rassistische Hasstiraden auf eine 77-jährige Frau losgelassen, weil er nicht neben ihr sitzen wollte. Dem Bordpersonal wurde anschließend vorgeworfen, unangemessen reagiert zu haben. Der Zwischenfall spielte sich vor dem Start einer Maschine von Barcelona nach London ab, am 19. Oktober.


Die rassistischen Beleidigungen eines Passagiers in einem Ryanair-Flugzeug bringen Europas größte Billig-Airline in Erklärungsnot.
Rassistischer Vorfall in Ryanair-Flugzeug
Ein Passagier wird bei Ryanair dabei gefilmt, wie er eine Frau an Bord mit rassistischen Beleidigungen überhäuft. Die Fluggesellschaft reagiert falsch - so die Kritik im Netz.

Die spanischen Besatzungsmitglieder von Ryanair seien sich zwar bewusst gewesen, dass es einen Streit an Bord gab, sie hätten allerdings nicht mitbekommen, dass der Passagier die Frau aufs Übelste beschimpft hatte - heißt es seitens der Fluggesellschaft.

Deshalb sei die Crew der üblichen Vorgehensweise im Fall eines Streits zwischen zwei Passagieren gefolgt und habe diese auseinandergesetzt. Die Frau sei auf eigenen Wunsch umgesetzt worden. Da die Kabinenbesatzung in dem Streit kein Sicherheitsrisiko für den Flug sah, wurde keiner der beiden Reisenden des Flugzeuges verwiesen. 

Ryanair erst später über Vorfall informiert

Erst nach der Landung in London hätte das Bordpersonal das Video gesehen, auf dem eindeutig zu sehen ist, wie der Passagier die Frau unter anderem als "hässlicher, schwarzer Bastard" beschimpft. Ein anderer Fluggast hatte den Vorfall mit dem Handy gefilmt.

Erst am späten Samstagabend hätte Ryanair durch das ins Netz gestellte Video von den rassistischen Äußerungen erfahren - einen Tag danach. Die Airline hätte dann so schnell wie möglich am Sonntagmorgen bei der britischen Polizei Anzeige erstattet. Damit wehrt Ryanair sich gegen Anschuldigungen der Presse, nicht schnell genug reagiert zu haben.

Bitte um Entschuldigung

Danach hätte die Billigfluggesellschaft sich umgehend per Brief und E-Mail bei der Passagierin entschuldigt. Entgegen zahlreicher Medienberichte hätte sich Ryanair laut eigener Aussage also mit der 77-jährigen Frau in Verbindung gesetzt.

Der Vorfall verschärft das Imageproblem einer Fluggesellschaft, die wegen geringer Löhne und schlechten Arbeitsbedingungen ohnehin in der Kritik ist.



Lesen Sie mehr zu diesem Thema

Ein Passagier wird bei Ryanair dabei gefilmt, wie er eine Frau an Bord mit rassistischen Beleidigungen überhäuft. Die Fluggesellschaft reagiert falsch - so die Kritik im Netz.
Die rassistischen Beleidigungen eines Passagiers in einem Ryanair-Flugzeug bringen Europas größte Billig-Airline in Erklärungsnot.
Die irische Billigflug-Airline Ryanair will von Flugstreichungen betroffene Kunden besser über ihre Rechte und Ansprüche informieren. Das teilte die Fluggesellschaft am Freitag mit.
Bis zu 400.000 Passagiere sind von den Ausfällen betroffen.
Die irische Billig-Airline Ryanair will mit Privilegien eines Business-Tickets neue Kunden locken. Um weiter zu wachsen, plant Ryanair auch einen Zukauf in Zypern.
Europas größter Billigflieger will im laufenden Geschäftsjahr die Zahl der Fluggäste um fünf Prozent auf 86 Millionen steigern.