Russland schließt US-Konsulat in St.Petersburg
(dpa) - Als Reaktion auf die Ausweisung seiner Diplomaten aus Dutzenden Ländern will Russland unter anderem 60 US-Diplomaten des Landes verweisen und das US-Generalkonsulat in St. Petersburg schließen. Zudem will Russland auch Diplomaten anderer Länder ausweisen, die ihrerseits russische Vertreter zu unerwünschten Personen erklärt hatten. Dies sagte Außenminister Sergej Lawrow der Agentur Interfax zufolge am Donnerstagabend in Moskau.
Der US-Botschafter in Moskau sei ins Außenministerium einbestellt worden, wo ihn Vizeminister Sergej Rjabkow über die russischen Maßnahmen informiere, sagte Lawrow. Aus den anderen Ländern, die sich am Vorgehen gegen Russland beteiligt hätten, müssten zudem ebenso viele Diplomaten das Land verlassen, wie russische Vertreter ausgewiesen wurden. „Fürs Erste ist das alles“, sagte der Minister.
Warnung vor neuem "Kalten Krieg"
Seit dem Aufflammen des Streits hatten Großbritannien und Russland bereits gegenseitig 23 Diplomaten ausgewiesen. Moskau untersagte auch die Arbeit des britischen Kulturinstituts British Council. Zwischen beiden Ländern ist es schon in den vergangenen Jahrzehnten zu großen Spionagefällen mit der Ausweisung Dutzender Vertreter gekommen.
Angesichts wachsender Spannungen zwischen Russland und der westlichen Welt warnte UN-Generalsekretär António Guterres vor einer Art neuem Kalten Krieg. Vorsichtsmaßnahmen wie damals seien wieder notwendig, sagte Guterres in New York.
Yulia Skripal auf dem Weg der Besserung
Der Gesundheitszustand der Tochter des vergifteten Ex-Doppelagenten Sergej Skripal bessert sich zusehends. Yulia Skripal spreche gut auf die Behandlung an, teilte das Krankenhaus im englischen Salisbury am Donnerstag mit. Der Zustand von Sergej Skripal hat sich dem Krankenhaus zufolge nicht verändert, er bleibe „kritisch aber stabil“.
„Wir freuen uns, Ihnen mitteilen zu können, das Yulia Skripal rasche Fortschritte macht und nicht mehr in einem kritischen Zustand ist“, sagte die medizinische Leiterin des Bezirkskrankenhauses in Salisbury, Christine Blanshard, der Mitteilung zufolge. Die 33-Jährige bleibe aber weiterhin rund um die Uhr in Behandlung.