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Russland meldet Rückzug von Truppen aus Charkiw
International 10.09.2022
Erfolgreiche Gegenoffensive

Russland meldet Rückzug von Truppen aus Charkiw

In Charkiw hat die russische Armee viel Schaden angerichtet.
Erfolgreiche Gegenoffensive

Russland meldet Rückzug von Truppen aus Charkiw

In Charkiw hat die russische Armee viel Schaden angerichtet.
Foto: dpa
International 10.09.2022
Erfolgreiche Gegenoffensive

Russland meldet Rückzug von Truppen aus Charkiw

Beobachter werten das als Flucht. Ukrainische Soldaten erhöhen den Druck.

Moskau (dpa) - Unter dem Druck ukrainischer Gegenoffensiven hat Russland den Rückzug von Truppen im Osten der Ukraine bekannt gegeben. Soldaten sollten aus dem Gebiet Charkiw etwa aus der strategisch wichtigen Stadt Isjum abgezogen werden, sagte der Sprecher des Verteidigungsministeriums, Igor Konaschenkow, am Samstag in Moskau. Auch aus der Stadt Balaklija, die die Ukrainer schon in der vergangenen Woche als befreit gemeldet hatten, sollen die russischen Truppen demnach abrücken.

Russischen Soldaten droht Einkesselung

Offiziell begründet wurde der Abzug damit, dass durch die Umgruppierung die Einheiten im angrenzenden Gebiet Donezk verstärkt werden sollen. Viele Militärexperten gehen jedoch davon aus, dass die Russen mehr als ein halbes Jahr nach Kriegsbeginn angesichts des massiven ukrainischen Vorstoßes im Charkiwer Gebiet so stark unter Druck geraten sind, dass sie sich zur Flucht entschieden haben.


This handout satellite image courtesy of Maxar Technologies released on August 19, 2022, shows the Zaporizhzhia nuclear power plant, situated in the Russian-controlled area of Enerhodar, eastern Ukraine. (Photo by Handout / Satellite image �2022 Maxar Technologies / AFP) / XGTY / RESTRICTED TO EDITORIAL USE - MANDATORY CREDIT "AFP PHOTO / Satellite image �2022 Maxar Technologies" - NO MARKETING NO ADVERTISING CAMPAIGNS - DISTRIBUTED AS A SERVICE TO CLIENTS
Kein GAU auf dem Schlachtfeld
Das Atomkraftwerk Saporischschja, das nach Feuergefechten zwischen Russen und Ukrainern abgeschaltet werden musste, ging wieder in Betrieb.

Früher am Samstag hatte die ukrainische Seite etwa über die Rückeroberung von Kupjansk berichtet. Die Kleinstadt ist wegen ihres direkten Bahnanschlusses an Russland als Verkehrsknotenpunkt wichtig für die Versorgung des gesamten russischen Truppenverbands um das südwestlich gelegene Isjum. Durch den Vorstoß der Ukrainer hätte dort nun mehr als 10.000 russischen Soldaten die Einkesselung gedroht.

Westliche Waffenlieferungen zeigen Wirkung

Später berichtete der Militärgouverneur des ebenfalls ostukrainischen Gebiets Luhansk, Serhij Hajdaj, die eigenen Truppen seien auch dort auf dem Vormarsch und bereits an den Stadtrand von Lyssytschansk vorgestoßen. Lyssytschansk war im Juli als letzte größere Stadt des Gebiets Luhansk von der russischen Armee erobert worden. Vor dem Ende Februar von Russland begonnenen Einmarsch in die Ukraine hatte die Industriestadt knapp 100.000 Einwohner.

Auch mithilfe westlicher Waffen hat die ukrainische Armee im August mit einer groß angelegten Gegenoffensive begonnen. Im Charkiwer Gebiet wurden dadurch zuletzt Dutzende Dörfer und mehrere Städte von den russischen Besatzern befreit.

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