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Russischer Ex-Doppelagent wurde laut Polizei Opfer von Nervengift
International 07.03.2018

Russischer Ex-Doppelagent wurde laut Polizei Opfer von Nervengift

In diesem  Restaurant wird im Zusammenhang mit der mutmaßlichen Vergiftung des Doppelagenten Skripal ermittelt.

Russischer Ex-Doppelagent wurde laut Polizei Opfer von Nervengift

In diesem Restaurant wird im Zusammenhang mit der mutmaßlichen Vergiftung des Doppelagenten Skripal ermittelt.
Andrew Matthews/PA Wire/dpa
International 07.03.2018

Russischer Ex-Doppelagent wurde laut Polizei Opfer von Nervengift

Teddy JAANS
Teddy JAANS
Der ehemalige russische Doppelagent Sergej Skripal und seine Tochter Yulia sind höchstwahrscheinlich Opfer von Nervengift geworden.

(dpa) - Der ehemalige russische Doppelagent Sergej Skripal und seine Tochter Yulia sind höchstwahrscheinlich Opfer von Nervengift geworden. Das teilte der Chef der britischen Anti-Terror-Einheit, Mark Rowley, am Mittwoch in London mit. Es werde wegen versuchten Mordes ermittelt.


05.03.2018, Großbritannien, Salisbury: Einsatzkräfte der Polizei parken vor einem Haus, in dem der frühere russische Geheimdienstoffizier Sergej Skripal wohnen soll. In der südenglischen Stadt Salisbury sind am Wochenende zwei Menschen mit Verdacht auf Vergiftung durch eine «unbekannte Substanz» in ein Krankenhaus eingeliefert worden. Das teilte die Polizei mit. Bei dem Mann soll es sich der BBC zufolge um einen ehemaligen Spion aus Russland handeln, der im Auftrag der Briten gearbeitet hat und im Rahmen eines Gefangenenaustauschs 2010 nach Großbritannien kam. Foto: Steve Parsons/PA Wire/dpa +++ dpa-Bildfunk +++
Russischer Ex-Spion wegen Vergiftung im Krankenhaus
In britischen Geheimdienstkreisen schrillen die Alarmglocken: Ein russischer Ex-Agent und Frau werden mit einer unbekannten Substanz vergiftet. Wer oder was steckt dahinter?

Der frühere russische Doppelagent Sergej Skripal und seine Tochter waren am Wochenende mit rätselhaften Vergiftungserscheinungen in der südenglischen Kleinstadt Salisbury aufgefunden worden. Sie kämpfen seitdem in einem Krankenhaus um ihr Leben. Was die plötzliche Erkrankung der beiden auslöste, war zunächst unklar. Die Polizei sprach von einer „unbekannten Substanz“, mit der sie in Berührung gekommen sein sollen. Der Fall erinnert an den Mord an dem russischen Ex-Agenten und Kremlkritiker Alexander Litwinenko in London 2006. Er war mit radioaktivem Polonium vergiftet worden.

Sergei Skripal im Jahr 2009 in einem russischen Gefängnis.
Sergei Skripal im Jahr 2009 in einem russischen Gefängnis.
AFP

"Angemessene Reaktion"

Außenminister Boris Johnson hatte am Dienstag eine „angemessene und robuste“ Reaktion angekündigt, sollte sich der Verdacht auf eine staatliche Rolle in dem Fall erhärten. Kein Versuch, auf britischem Boden unschuldiges Leben zu nehmen, werde ohne Sanktionen oder ungestraft bleiben, sagte Johnson kaum verhohlen an Moskau gerichtet. Premierministerin Theresa May stellte am Mittwoch wie zuvor Johnson den Besuch britischer Politiker und Würdenträger bei der Fußball-Weltmeisterschaft in Russland im Sommer infrage, sollte sich herausstellen, dass Moskau seine Hand im Spiel hat.

 Für Boris Johnson ist die Sache noch lange nicht gegessen.
Für Boris Johnson ist die Sache noch lange nicht gegessen.
Dominic Lipinski/PA Wire/dpa

Ähnlich direkt fiel die Antwort aus Russland aus. „Man spürt, dass diese Kampagne absolut geplant abläuft, und darin erklingen auch Äußerungen offizieller Vertreter Großbritanniens“, sagte Ministeriumssprecherin Sacharowa der Agentur Interfax zufolge.

2010 freigelassen

Der frühere Oberst des russischen Militärgeheimdienstes GRU, Sergej Skripal, war in Russland als britischer Spion verurteilt und bei einem Austausch 2010 freigelassen worden. Er lebte unter seinem Klarnamen in Salisbury, wie der „Guardian“ berichtete.

Eine Pizzeria und ein Pub in Salisbury wurden vorübergehend geschlossen und dekontaminiert. Auch nahe der Touristenattraktion Stonehenge sei eine Absperrung im Zusammenhang mit dem Fall eingerichtet worden, teilte die Polizei mit.

Mehrere Mitglieder der Rettungskräfte waren nach dem Einsatz untersucht worden. Sie sollen teilweise über Beschwerden wie Juckreiz geklagt haben. Bis auf eine Person waren am Dienstag bereits alle wieder entlassen worden. Trotzdem teilte die Polizei mit, nach derzeitigem Kenntnisstand gehe keine Gefahr für die Öffentlichkeit aus.


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Russia will vote for President on March 18. / AFP PHOTO / Mladen ANTONOV
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