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Russische Staatsagentur feiert voreilig Sieg
International 28.02.2022 Aus unserem online-Archiv
Ukraine-Krieg

Russische Staatsagentur feiert voreilig Sieg

Der Artikel „Russlands Angriff und die neue Welt“ ist bebildert mit dem Majdan in Kiew - der sich auch zwei Tage nach der Veröffentlichung nicht in russischer Hand befindet.
Ukraine-Krieg

Russische Staatsagentur feiert voreilig Sieg

Der Artikel „Russlands Angriff und die neue Welt“ ist bebildert mit dem Majdan in Kiew - der sich auch zwei Tage nach der Veröffentlichung nicht in russischer Hand befindet.
Foto: Screenshot Archive.org, Zeitstempel 26. Februar, 8:01 Uhr.
International 28.02.2022 Aus unserem online-Archiv
Ukraine-Krieg

Russische Staatsagentur feiert voreilig Sieg

Ein Jubelkommentar auf der Website der staatlichen russischen Nachrichtenagentur vom Samstagmorgen lässt den Schluss zu, dass der Kreml mit einem deutlich schnelleren Vorankommen in der Ukraine rechnete.

(dpa) - Russische Staatsmedien haben augenscheinlich versehentlich bzw. zu früh den vermeintlichen Sieg Russlands über die Ukraine verkündet - und die Artikel zum größten Teil wieder gelöscht. Bei der Staatsagentur Ria Nowosti war der Text am Montag nicht mehr zu finden. Bei der Ausgabe der Nachrichtenseite Sputnik für die Ex-Sowjetrepublik Usbekistan war der wohl vorbereitete Kommentar allerdings noch nachzulesen. 


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Darin war zu lesen: „Russland stellt seine Einheit wieder her – die Tragödie von 1991, diese schreckliche Katastrophe in unserer Geschichte, (…) wurde überwunden.“ Über den Internet-Dienst archive.org ist der komplette Text mit Datum vom 26. Februar, 8 Uhr morgens, noch abrufbar.

Verfasst wurde der Kommentar unter der Überschrift „Russlands Angriff und die neue Welt“ von Ria-Kolumnist Pjotr Akopow. Russlands Präsident Wladimir Putin hatte den Angriff auf das Nachbarland Ukraine am vergangenen Donnerstag angeordnet. Akopow schrieb: „Wladimir Putin hat ohne Übertreibung eine historische Verantwortung übernommen, indem er entschieden hat, die Lösung der Ukraine-Frage nicht künftigen Generationen zu überlassen.“

Habe „ernsthaft jemand in den alten europäischen Hauptstädten in Paris und Berlin geglaubt, dass Moskau Kiew aufgeben würde?“, heißt es weiter. Und dann, deutlich vorbei an der Faktenlage am 26. Februar, dem vergangenen Samstag: „Jetzt ist dieses Problem weg - die Ukraine ist nach Russland zurückgekehrt.“ 


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Die „Frankfurter Allgemeine Zeitung“ hatte zuerst darüber berichtet. Nach Einschätzung westlicher Geheimdienste soll der russische Vormarsch im Nachbarland schleppender vorankommen als wohl von der russischen Führung erwartet - der im Putin-Duktus gehaltene Kommentar, der vom Ende der Ukraine als vollendete Tatsache schwärmt, während dieselbe Ukraine seit Tagen erbitterte Gegenwehr leistet, scheint ein Beleg dafür zu sein. 

Nach Recherchen der Deutschen Presse-Agentur war der Artikel bei Ria Nowosti mehr als 24 Stunden online, bevor er gelöscht wurde.


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