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Russische Journalistin und Dissidentin aus Heimatland geflohen
International 17.10.2022
Marina Owsyannikowa

Russische Journalistin und Dissidentin aus Heimatland geflohen

Im August musste sich Marina Owsyannikowa vor einem Moskauer Gericht wegen „Diskreditierung“ der russischen Armee verantworten.
Marina Owsyannikowa

Russische Journalistin und Dissidentin aus Heimatland geflohen

Im August musste sich Marina Owsyannikowa vor einem Moskauer Gericht wegen „Diskreditierung“ der russischen Armee verantworten.
Foto: AFP
International 17.10.2022
Marina Owsyannikowa

Russische Journalistin und Dissidentin aus Heimatland geflohen

Sie wurde bekannt durch einen mutigen Protest im Fernsehen, der ihr Hausarrest einbrachte. Nun hat Marina Owsyannikowa ihr Land verlassen.

(AFP/mer) - Die kritische russische Journalistin Marina Owsyannikowa ist offenbar mit ihrer Tochter aus Russland geflohen. Dies teilte ihr Anwalt am Montag der Nachrichtenagentur AFP mit. „Owsyannikowa hat Russland zusammen mit ihrer Tochter einige Stunden nach Verlassen der Wohnung, in der sie unter Hausarrest stand, verlassen“, so Dmitri Zakhvatov. Mutter und Tochter hielten sich in Europa auf: „Es geht ihnen gut, sie warten darauf, sich öffentlich äußern zu können, aber im Moment ist das noch nicht sicher“, fügte er hinzu. 


(FILES) In this file handout photo released by the Saudi Royal Palace shows Saudi Crown Prince Mohammed bin Salman (R) bumps fists with US President Joe Biden at Al-Salam Palace in the Red Sea port of Jeddah on July 15, 2022. - President Joe Biden is to "re-evaluate" the US relationship with Saudi Arabia in light of the OPEC+ decision to cut oil production, a White House spokesperson said on October 11, 2022. (Photo by Bandar AL-JALOUD / Saudi Royal Palace / AFP) / RESTRICTED TO EDITORIAL USE - MANDATORY CREDIT "AFP PHOTO / MEDIA OFFICE OF MOHAMMED BIN SALMAN /BANDAR ALGALOUD" - NO MARKETING NO ADVERTISING CAMPAIGNS - DISTRIBUTED AS A SERVICE TO CLIENTS
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Die Ankündigung erfolgte zwei Wochen, nachdem die russischen Behörden die 44-jährige Journalistin zur Fahndung ausgeschrieben hatten, was darauf hindeutete, dass sie sich auf der Flucht befand. Sie war im August wegen „Verbreitung falscher Informationen“ über das russische Militär angeklagt worden -ein Verbrechen, das mit zehn Jahren Gefängnis bestraft werden kann -und war von einem Moskauer Gericht unter Hausarrest ohne Erlaubnis der Nutzung von Kommunikationsmitteln gestellt worden.

Streit um das Sorgerecht

Internationale Bekanntheit hatte Owsyannikowa Mitte März, wenige Tage nach Beginn des Angriffskriegs auf die Ukraine, erreicht, als sie die Abendnachrichten des großen russischen Senders Perwy Kanal unterbrach, für den sie seit fast 20 Jahren als Journalistin arbeitet. Mitten in der Sendung schwenkte sie ein Schild, auf dem sie ein Ende der Kämpfe forderte und die Russen aufforderte, „der Propaganda nicht zu glauben“. Für diese Geste war sie kurzzeitig festgenommen worden und hatte eine Geldstrafe erhalten.


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Anschließend hatte sie das Land verlassen, um für die deutsche Mediengruppe „Die Welt“ zu arbeiten. Im Juli war sie nach Russland zurückgekehrt, um das Sorgerecht für ihre beiden minderjährigen Kinder zu behalten, das ihr Exmann, der noch immer in Russland lebt, ihr wegnehmen wollte. Trotz der Risiken hatte sie von Moskau aus weiterhin die Machthaber und die Offensive kritisiert, bevor sie erneut festgenommen und wegen „Verbreitung falscher Informationen“ über die Armee angeklagt wurde.

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