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Rosenmontagszüge zeigen klare Kante gegen Rechtsextreme
International 15 2 Min. 24.02.2020 Aus unserem online-Archiv

Rosenmontagszüge zeigen klare Kante gegen Rechtsextreme

Düsseldorf: Ein Motivwagen Thüringen mit Björn Höcke (r), Mike Mohring (l, CDU) und Thomas Kemmerich (FDP) fährt beim Rosenmontagszug durch die Menge.

Rosenmontagszüge zeigen klare Kante gegen Rechtsextreme

Düsseldorf: Ein Motivwagen Thüringen mit Björn Höcke (r), Mike Mohring (l, CDU) und Thomas Kemmerich (FDP) fährt beim Rosenmontagszug durch die Menge.
Bernd Thissen/dpa
International 15 2 Min. 24.02.2020 Aus unserem online-Archiv

Rosenmontagszüge zeigen klare Kante gegen Rechtsextreme

Merz, Thunberg, Trump: Charakterköpfe für die Rosenmontagszüge gab es in Deutschland reichlich. Doch vor allem der Rechtsextremismus und der Anschlag von Hanau haben die Wagenbauer umgetrieben.

(dpa) - In Köln weint der Dom, Düsseldorf zeigt den Rassismus als tödliche Waffe, in Mainz lobt die „Landesmutter“ ihre Narren für klare Kante: Die deutschen Karnevalshochburgen haben in den Rosenmontagszügen Position gegen Rechtextremismus bezogen.

Satire müsse gerade auch die ernsten Themen kritisch begleiten, sagte der Düsseldorfer Wagenbauer Jacques Tilly der Deutschen Presse-Agentur. „Und Ernsteres als dieses Thema Rechtsterrorismus gibt es im Moment überhaupt nicht“, fügte er hinzu.

Das Wetter machte diesmal keinen Strich durch die Rechnung: Nachdem am Sonntag zahlreiche Umzüge wegen Sturms abgesagt worden waren, mussten die vielen hunderttausend Narren am Straßenrand diesmal nur dem Regen trotzen. Schlagersänger Roberto Blanco (82), der im Düsseldorfer Zug mitfuhr, versicherte: „Ich habe Sonne im Herzen.“

„Uns Hätz schleiht för Hanau“ - unser Herz schlägt für Hanau, stand auf dem Kölner Mottowagen zu dem offensichtlich rechtsextremistischen Anschlag. Die Wagenbauer hatten ihren Dom mit hängenden Turmspitzen und Tränen dargestellt.


Figures caricaturing Orthodox Jews are pictured on a chariot ahead of the annual carnival parade in the streets of Aalst (Alost), on February 23, 2020. - The carnival of Aalst, in the Belgian Dutch speaking region of Flanders, was initially added to UNESCO's list of the intangible cultural heritage of humanity in 2010. In an unprecedented move, UNESCO's Intergovernmental Committee for the Safeguarding of Intangible Cultural Heritage said it was withdrawing the carnival "over recurring repetition of racist and anti-Semitic representations" at the event. (Photo by NICOLAS MAETERLINCK / Belga / AFP) / Belgium OUT
Umstrittener Aalster Karneval erneut mit Judenklischees
Auf der Karnevalsfeier im flämischen Aalst waren unter anderem Karikaturen orthodoxer Juden, zwischen denen Goldbarren liegen, zu sehen. Es ist nicht das erste Mal.

Die Düsseldorfer stellten den Rassismus als Pistole dar, die aus dem Mund eines Mannes mit hochrotem Kopf ragt. Auf seiner Wange steht: „Aus Worten werden Taten!“ „Es sind viele Täter“, sagte Wagenbauer Tilly der dpa. „Es ist nicht nur einer, der geschossen hat. Diejenigen, die die Tat mental mit vorbereitet haben, tragen auch Verantwortung.“

Fernsehmoderator Guido Cantz (48) lobte die schnellen und klaren Reaktionen der Karnevalisten auf den Anschlag von Hanau. „Ich finde das absolut richtig, Stellung zu beziehen. Es ist das richtige Zeichen.“

In weiteren Mottowagen stellten die Düsseldorfer den Machtkampf in der CDU als Sackhüpfen zwischen Jens Spahn, Friedrich Merz, Armin Laschet und Norbert Röttgen dar. Bei der SPD schwenkten die neuen Vorsitzenden Saskia Esken und Norbert Walter-Borjans ganz in Schwarz-Weiß ihre Fähnchen - Motto: „Wir bringen wieder Farbe in die SPD.“

Im braunen Sumpf von Thüringen hoben FDP und CDU den rechten Arm von Björn Höcke zum Hitlergruß. Dem grimmigen Coronavirus zeigte ein fröhlicher „Carnevals-Virus“ eine lange Nase.

Im Mainzer Zug fuhr US-Präsident Donald Trump als römischer Kaiser und Brandstifter Nero mit. Thematisiert wurden auch die Protestbewegung in Hongkong, die „Freakshow des britischen Horrorclowns“ Boris Johnson sowie deutsche Rüstungsexporte in die Türkei: Auf einem Panzer „Made in Germany“ saß Präsident Recep Tayyip Erdogan und wurde beim Vorstoß nach Syrien vom russischen Präsidenten Wladimir Putin gesteuert. Noch-CDU-Chefin Annegret Kramp-Karrenbauer wurde unterdessen von einem Thüringer Zwerg gestoppt.


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