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Rom erwägt Frauen-Diakonat
International 2 Min. 12.05.2016 Aus unserem online-Archiv
Katholische Kirche

Rom erwägt Frauen-Diakonat

In der katholischen Kirche wird schon länger über Frauen als geweihte Diakone diskutiert.
Katholische Kirche

Rom erwägt Frauen-Diakonat

In der katholischen Kirche wird schon länger über Frauen als geweihte Diakone diskutiert.
Foto: AFP
International 2 Min. 12.05.2016 Aus unserem online-Archiv
Katholische Kirche

Rom erwägt Frauen-Diakonat

Teddy JAANS
Teddy JAANS
Papst Franziskus erwägt die Zulassung von Frauen zum Diakonenamt. Marie Christine Ries, Mitglied der Komission "Fra an der Kierch", findet die Nachricht wunderbar.

(dpa/AC) - Papst Franziskus erwägt die Zulassung von Frauen zum Diakonenamt. Er wolle eine Studienkommission einrichten, die diese Möglichkeit prüfen soll, zitierte die Nachrichtenagentur Ansa das katholische Kirchenoberhaupt am Donnerstag. Franziskus habe dies im Rahmen einer Audienz als Antwort auf eine Frage von Ordensoberinnen erklärt. Er hatte am Morgen 900 Oberinnen aus allen Teilen der Welt im Vatikan empfangen.

Diakone haben in der Kirche zahlreiche Aufgaben, vor allem im sozialen Bereich, der Seelsorge und der Gemeindearbeit. Sie sind aber nicht Priestern gleichgestellt. Das Diakonat ist ein Weiheamt, die nächsthöheren Stufen sind der Priester und der Bischof.

In der katholischen Kirche wird schon länger über Frauen als geweihte Diakone diskutiert. Der Mainzer Kardinal Karl Lehmann hatte sich erst kürzlich dafür eingesetzt. „Leider dauert es schon zu lange, bis in Rom eine Entscheidung fällt über einen Ständigen Diakonat der Frau“, hatte der scheidende Bischof vor wenigen Tagen im dpa-Interview erklärt. Für ein Priestertum der Frau sehe er in der katholischen Kirche allerdings keinen Weg.

"Wunderbare Nachricht"

Das "Luxemburger Wort" hat mit der Marie Christine Ries, Mitglied der Komission "Fra an der Kierch" und Bischöfliche Delegierte, über die neue Entwicklung gesprochen.

Marie-Christine Ries: "Es ist eine mutige Entscheidung des Papstes, Frauen mehr Verantwortung zu geben".
Marie-Christine Ries: "Es ist eine mutige Entscheidung des Papstes, Frauen mehr Verantwortung zu geben".
Foto: Anouk Antony

Papst Franziskus will die Zulassung von Frauen zu Ständigen Diakoninnen prüfen lassen. Wie finden Sie das?

Ich finde diese Nachricht wunderbar. Vor einigen Jahren gab es eine Untersuchung, aus der klar hervorging, dass es keine theologischen Argumente gibt, die gegen das Amt der Diakoninnen sprechen. Und es ist sehr schön, das Papst Franziskus jetzt die Theologie nach vorne bringt.

In entsprechenden Meldungen stand aber auch, es sei keine Vorstufe zur Priesterinnenweihe.

Ich denke, es ist ein erster Schritt, ich habe nicht damit gerechnet, dass so etwas möglich sein könnte. Es ist eine mutige Entscheidung des Papstes, Frauen mehr Verantwortung zu geben.

Was ändert sich in der Praxis?

Es sind vor allem Frauen, die im sozialen Bereich in der Kirche tätig sind, es bedeutet eine Aufwertung, eine Wertschätzung  und eine Anerkennung ihrer Arbeit.

Bei unserem Begleitungstag von "Fra an der Kierch" am 11. Juni bei den Franziskanerinnen in Belair, der sich mit der Stellung der Frau in der Kirche befasst, werden wir dieses neue Thema aufgreifen. Es ist ja eigentlich keine neue Funktion, Diakoninnen hat es ja schon einmal gegeben. Papst Franziskus greift diese Idee aber  jetzt wieder auf.

(Die Fragen stellte Anne Chevalier)



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