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Rheinland-Pfalz geht in "Lockdown light" über
International 6 3 Min. 01.03.2021

Rheinland-Pfalz geht in "Lockdown light" über

Am Montag wurden in Rheinland-Pfalz einige Corona-Maßnahmen wieder gelockert. Neben Friseuren dürfen auch Blumenläden, Fahrschulen, Fußpflege, Tierparks und Gartenmärkte wieder öffnen.

Rheinland-Pfalz geht in "Lockdown light" über

Am Montag wurden in Rheinland-Pfalz einige Corona-Maßnahmen wieder gelockert. Neben Friseuren dürfen auch Blumenläden, Fahrschulen, Fußpflege, Tierparks und Gartenmärkte wieder öffnen.
Foto: Andreas Arnold/dpa
International 6 3 Min. 01.03.2021

Rheinland-Pfalz geht in "Lockdown light" über

Nach Wochen im Corona-Lockdown haben Blumenhändler und Haarstudios in Rheinland-Pfalz wieder geöffnet.

(dpa/lrs) - Rheinland-Pfalz hat am Montag die Corona-Maßnahmen etwas gelockert. Gartencenter und Tierparks öffnen wieder, und auch in Sachen Impfen tut sich etwas. Erstmals seit Wochen heißt es im Bundesland nun außerdem wieder „waschen, schneiden, legen.“


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Die Friseurinnen und Friseure in Rheinland-Pfalz haben am Montag ihren Kunden die ersten Haarschnitte nach langer Schließung verpasst. Die ersten Frisuren seien eine „haarige Geschichte“ gewesen, denn die Haare der Kunden seien während des Lockdowns sehr lang geworden, sagte der Mainzer Friseur Gerino Barba. „Alle sind froh, wieder arbeiten zu dürfen“, sagte Christian Weirich, Sprecher des Landesverbands Friseure und Kosmetik Rheinland. Die Stimmung bei den Kolleginnen und Kollegen sei allgemein gut, berichtete er. Viele hätten in den vergangenen Tagen die Zeit genutzt, um Termine zu vergeben, sie seien gut vorbereitet auf einen möglichen Ansturm.

Der Landesverband Gartenbau Rheinland-Pfalz hat sich erleichtert über die Wiedereröffnung der Gartencenter gezeigt. „Da sind wir mit einem blauen Auge davon gekommen“, sagte Vizepräsident Norbert Hammer. Einschränkungen während der Gartensaison hätten die Branche sonst hart getroffen. Da die Saison für Blumen erst im März beginne, habe es nicht allzu große Einbußen gegeben, sagte Hammer, der einen Blumen- und Gärtnereibetrieb in Sinzig (Kreis Ahrweiler) führt. Abhol- und Lieferservices von Pflanzen waren auch während des harten Lockdowns möglich. Hobbygärtner hätten laut Hammer davon auch Gebrauch gemacht. Weggefallen seien allerdings die Spontankäufe.

Am Montag durften Zoos und Wildparks wieder Besucher auf den Außenflächen empfangen - natürlich unter Einhaltung von Hygieneregeln. „Es ist eine gute Nachricht für Zoos und Tierparks, dass sie unter Hygieneauflagen ab heute wieder ihre Tore für Besucherinnen und Besucher öffnen können“, sagte Umweltministerin Anne Spiegel (Grüne) im Zoo Landau. „Durch die coronabedingten Schließungen sind vielen Zoos und Tierparks zentrale Einnahmen weggebrochen, die sie zur langfristigen Existenzsicherung dringend benötigen.“

Nicht nur in Rheinland-Pfalz, sondern auch in der Grenzregion ändert sich diese Woche etwas: Die verschärften Einreiseregeln aus der französischen Grenzregion Moselle werden von der Bundespolizei ab Dienstag stichprobenartig kontrolliert. Die Region Moselle wird ab Dienstag als Virusvariantengebiet eingestuft. Es werde im Grenzgebiet in Rheinland-Pfalz und im Saarland an das angrenzende Département Kontrollstellen geben, aber keine stationären Kontrollen auf der Grenzlinie, sagte der Sprecher der Bundespolizeidirektion Koblenz.


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Bei dem landesweiten Corona-Kontrolltag am Sonntag in Rheinland-Pfalz haben Ordnungsbehörden und Polizei insgesamt rund 900 Verstöße gezählt. In den allermeisten Fällen habe es sich um Verstöße gegen die Pflicht zum Tragen einer Mund-Nasen-Bedeckung (278), um unerlaubte Ansammlungen im öffentlichen Raum (294) oder um das Nichteinhalten des Mindestabstands (203) gehandelt, teilte das Innenministerium in Mainz mit. Bei 119 Verstößen sei es um ein Alkoholverbot oder Beschränkungen für den Verkauf von Alkohol gegangen.

Impfungen schreiten in die nächste Phase

Wie in Luxemburg wurde auch in Rheinland-Pfalz die Gruppe der Corona-Impfberechtigten am Montag größer. Auch Kita-Beschäftigte, Tageseltern, Grundschul- und Förderschullehrer können sich jetzt die schützenden Spritzen setzen lassen. Das Angebot gilt auch für Hebammen, Personal aus therapeutischen Praxen, Mitarbeiter körpernaher medizinischer Dienstleistungen wie etwa Podologen, Beschäftigte in Reha- und geriatrischen Klinken sowie das Personal von Hausnotrufen und im öffentlichen Gesundheitsdienst. Die Anmeldungen dazu waren am Samstag freigeschaltet worden.

Die rheinland-pfälzische Ministerpräsidentin Malu Dreyer (SPD) verspricht sich von der Ankündigung der Ständigen Impfkommission (Stiko) zu neuen Empfehlungen für den Impfstoff AstraZeneca schnellere Fortschritte bei den Impfungen für ältere Menschen. „Es ist eine gute Nachricht, dass die Ständige Impfkommission prüft, den Impfstoff AstraZeneca bald auch für Menschen über 65 freizugeben“, sagte Dreyer in Mainz. „Die Europäische Arzneimittelagentur hatte dies bereits Ende Januar eigentlich ermöglicht.“ In Deutschland seien aber weitere Tests abgewartet und „offenbar für gut befunden“ worden.


(FILES) This file illustration photo taken on November 17, 2020 shows vials with Covid-19 Vaccine stickers attached and syringes, with the logo of the University of Oxford and its partner British pharmaceutical company AstraZeneca. - The EU's medicines regulator on January 29, 2021 recommended the authorisation of the AstraZeneca coronavirus vaccine for all people over the age of 18, saying it believed the jab was also suitable for older people. (Photo by JUSTIN TALLIS / AFP)
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Das rheinland-pfälzische Landesuntersuchungsamt hat bei einer Studie an Schulen und Kitas ein Corona-Übertragungsrisiko von durchschnittlich 1,3 Prozent festgestellt. „Dieses vergleichsweise niedrige Risiko spricht dafür, dass die bislang ergriffenen Maßnahmen wirken“, heißt es in der am Montag veröffentlichten Studie. Die Zahl sei möglicherweise niedriger, da die Untersuchung nicht zwischen Übertragungen an der Schule und in der Freizeit unterscheiden könne.

Die Zahl der registrierten Corona-Infektionen in Rheinland-Pfalz ist binnen 24 Stunden um 174 auf 102.427 gestiegen. Wie das Gesundheitsministerium am Montag mitteilte, ging landesweit die sogenannte 7-Tage-Inzidenz, also die Zahl der Corona-Neuinfektionen bezogen auf 100.000 Einwohner in den vergangenen 7 Tagen, auf 49,1 zurück - nach 49,7 am Tag zuvor.


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