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Rettungsschiff mit 300 Menschen darf spanischen Hafen anlaufen
International 4 23.12.2018

Rettungsschiff mit 300 Menschen darf spanischen Hafen anlaufen

Die Migranten waren mit diesem Boot unterwegs, bevor sie gerettet wurden.

Rettungsschiff mit 300 Menschen darf spanischen Hafen anlaufen

Die Migranten waren mit diesem Boot unterwegs, bevor sie gerettet wurden.
Foto: AFP
International 4 23.12.2018

Rettungsschiff mit 300 Menschen darf spanischen Hafen anlaufen

300 schiffbrüchige Flüchtlingen wurden gerettet, erst wollte kein europäisches Land sie aufnehmen. Jetzt gibt es gute Nachrichten aus Spanien.

(KNA/dpa) - Das Rettungsschiff "Open Arms" mit 311 aufgenommenen Migranten an Bord darf einen spanischen Hafen anlaufen. Das berichtet die spanische Zeitung "El Pais" (Onlineausgabe Sonntag). Demnach hat das Innenministerium in Madrid die Einfahrt des Schiffes in den südspanischen Hafen Algeciras gestattet. Zuvor hatten Malta und Italien jede Annäherung an ihre Häfen untersagt.

Lediglich eine Mutter und ihr drei Tage altes Kind wurden am Samstag von einem Hubschrauber der maltesischen Küstenwache in die Hauptstadt Valetta an Land gebracht. Das Neugeborene wurde wegen seines Gesundheitszustands bereits in der Nacht per Hubschrauber nach Malta ausgeflogen, erklärte die deutsche Hilfsorganisation Sea-Watch. Sie arbeitet bei den Rettungseinsätzen unter anderem mit Proactiva Open Arms zusammen und rettete am Samstag selbst 33 Menschen.

So ist Weihnachten auf dem Mittelmeer.

Die Menschen seien auf drei verschiedenen Booten unweit der libyschen Küste unterwegs gewesen. „So ist Weihnachten auf dem Mittelmeer“, schrieb die Hilfsorganisation dazu.

Das unter spanischer Flagge fahrende Schiff der Organisation "Proactiva Open Arms" hatte die Schiffbrüchigen in den vergangenen Tagen an Bord genommen.

Die italienischen Häfen bleiben geschlossen. Für Menschenhändler und ihre Helfer ist das schöne Leben vorbei.

Ein anderes Schiff der Organisation, die "Astral", bereite sich inzwischen darauf vor, seinen Kurs zu ändern, um der "Open Arms" zu helfen. Italiens Innenminister Matteo Salvini ließ über Twitter verbreiten: "Die italienischen Häfen bleiben geschlossen. Für Menschenhändler und ihre Helfer ist das schöne Leben vorbei."

Selbst in den Tagen vor Weihnachten äußere der Minister sich abschätzig und vergesse sowohl "die Werte der Verfassung wie des Evangeliums, das er immer wieder instrumentalisiert", wird die frühere Parlamentspräsidentin Laura Boldrini von der Linkspartei "Liberi e Uguali" zitiert.

2242 Tote und Vermisste

Der Internationalen Organisation für Migration zufolge kamen 2018 bislang mehr als 113 000 Migranten auf dem gefährlichen Seeweg über das Mittelmeer nach Europa. 56 480 Menschen erreichten über das westliche Mittelmeer Spanien, 31 310 kamen nach Griechenland und 23 126 nach Italien. Viele Migranten haben die Fahrt nicht überlebt: 2242 Menschen ertranken oder werden vermisst.


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