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Rettung für die Eisbären!
International 15.03.2012 Aus unserem online-Archiv

Rettung für die Eisbären!

Rettung für die Eisbären!

International 15.03.2012 Aus unserem online-Archiv

Rettung für die Eisbären!

Das Überleben der weißen Riesen ist gefährdet. Im norwegischen Tromsö findet zur Zeit die erste Konferenz seit 25 Jahren über den Schutz der bedrohten Tiere statt. Vertreter der fünf Arktis-Staaten werden erwartet.

(mk) - Das Überleben der weißen Riesen aus dem Norden ist gefährdet. Der Klimawandel, aber auch die Öffnung der Arktis für Warentransport und Rohstoffförderung wirken sich negativ auf das dortige Ökosystem aus und bedrohen den Lebensraum der Eisbären.

Vom 17. bis 19. März ist das norwegische Tromsö der Schauplatz der ersten Konferenz seit 25 Jahren über den Schutz der bedrohten Tiere. Vertreter der fünf Arktis-Staaten werden erwartet.

Laut WWF könnte die Eisbärpopulation in den nächsten 50 Jahren um zwei Drittel schrumpfen. Dies wären 20.000 bis 25.000 Eisbären weniger als heute.

"Es ist höchste Zeit endlich effektive Maßnahmen zum Schutz der größten Landraubtiere der Erde zu ergreifen", meinte WWF-Artenschützer Frank Barsch. "Wir müssen allerdings nicht nur über großflächige Schutzgebiete sprechen, sondern auch über die Gefahren des Klimawandels."

1973 hatten Russland, Kanada, Dänemark, die USA und Norwegen das "Internationale Abkommen zum Schutz des Eisbären und seines Lebensraums" ausgehandelt. Das erneute Treffen ist eine historische Chance, da dieses Abkommen einen rechtlich bindenden Vertrag zum Schutz der Bären und ihrer Umwelt bedeutet.

Rettung eng mit Klimaschutzmaßnahmen vernetzt

War der Klimawandel anlässlich der ersten Verhandlungen noch ein unbekanntes Phänomen, so kann WWF-Einschätzung nach kein Schutz der Eisbären ohne ambitionierte Zielvorgaben zum Klimaschutz stattfinden. "Der Eisbär kann nur Überleben, wenn der Rückgang des Arktiseises gestoppt und der Trend bei den Kohlendioxid-Emissionen umgekehrt wird", sagte Frank Barsch. Es müsse verhindert werden, dass es zu einem vollständigen Verlust des Sommereises kommt.

Schockierend sei die Schnelligkeit, mit der sich die globale Erwärmung auf den Lebensraum der Eisbären auswirke. Die Tiere hätten keine Chance sich anzupassen und drohten zu verhungern oder zu ertrinken. Auch würden sie stressbedingt die Fortpflanzung einstellen.

Die Konferenz will über neue Schutzmaßnahmen entscheiden, wobei die Öl- und Gasförderung, Schifffahrtsrouten, Infrastrukturprojekte und der Tourismus eine Rolle spielen. Angesichts der dringenden Problematik fordert die Umweltstiftung WWF einen umfassenden Aktionsplan für die gesamte Nordpolregion. Besonders Kanada sei ein wichtigstes Eisbärenland, das jetzt in der Pflicht stehe.