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Republikaner machen Druck auf Trump: Vertrauliches auf der Terrasse
International 2 Min. 15.02.2017

Republikaner machen Druck auf Trump: Vertrauliches auf der Terrasse

Im Stile eines Dinnertheaters: Donald Trump und sein Gast Shinzo Abe diskutieren über Nordkoreas Raketenstart.

Republikaner machen Druck auf Trump: Vertrauliches auf der Terrasse

Im Stile eines Dinnertheaters: Donald Trump und sein Gast Shinzo Abe diskutieren über Nordkoreas Raketenstart.
Foto: Screenshot Twitter/NatashaBertrand
International 2 Min. 15.02.2017

Republikaner machen Druck auf Trump: Vertrauliches auf der Terrasse

Tom RUEDELL
Tom RUEDELL
Nachdem Donald Trump im vollbesetzten Restaurant seines Golfclubs in Florida mit dem japanischen Premier Abe über nationale Sicherheitsfragen diskutiert hat, verlangen Demokraten, aber auch Republikaner jetzt eine Stellungnahme.

(dpa/tom) - Das Kontrollgremium des US-Abgeordnetenhauses verlangt von Präsident Donald Trump Details zur Vertraulichkeit des Briefings über einen norkoreanischen Raketentest unter freiem Himmel am Wochenende. Im Beisein seines Gastes, des japanischen Premiers Shinzo Abe, hatte sich Trump am Samstag beim Candlelight-Dinner vor versammelter Gästeschar unterrichten lassen.

Zahlreiche Bilder kursierten in sozialen Netzwerken. Der Vorgang sorgte für einige Diskussionen. Die Fraktionsvorsitzende der Demokraten im Repräsentantenhaus nannte die Situation "Dinner Theater".

Trumps Sprecher Sean Spicer hatte indessen erklärt, es sei bei den Gesprächen nur um die Logistik einer nahenden Pressekonferenz gegangen.

Zu Wort meldete sich auch Pete Souza, der ehemalige Fotograf von Barack Obama. Souza veröffentlicht schon seit einigen Tagen auf Instagram Fotos aus seinem "Obama-Archiv",  die zu Trumps Agenda passen - und kommentiert so den extremen politischen Klimawandel in Washington ohne große Worte.

Sousa postete kurz nach dem Zwischenfall in "Mar-a-Lago" ein Bild aus El Salvador aus dem Jahr 2011.

Sousa schreibt: "Wenn wir unterwegs waren, wurden Diskussionen, die die nationale Sicherheit betreffen und auch Telefonate mit anderen Staatschefs in einem eigens aufgebauten, abgesicherten Raum geführt. Alle mussten ihr Blackberry draußen lassen."

Das bestätigt der renommierte Journalist Paul Brandus aus jahrelanger Erfahrung im Weißen Haus - und belegt es ebenfalls fotografisch auf seinem Twitter-Account "White House Reports".

Die Diskussion darüber, wer was vor wem in Mar-A-Lago besprochen hat (nicht zuletzt war zwischenzeitlich auch noch ein Selfie eines Gastes aufgetaucht, der sich mit dem Bewacher  des Atomcode-Aktenkoffers, des so genannten "Nuclear Football" fotografiert hatte), ist vor allem im Rückblick auf Trumps Wahlkampf pikant: Eines seiner Hauptargumente gegen Hillary Clinton war gewesen, dass diese offizielle E-Mail-Kommunikation über einen privaten Mailserver abgewickelt und somit die nationale Sicherheit gefährdet habe.

Chaffetz macht Druck - auf Druck seiner Basis

Die „Washington Post“ zitierte am Mittwoch aus einem Brief des Republikaners Jason Chaffetz an das Weiße Haus, in dem dieser Aufklärung verlangt. Er nehme an, dass Diskussionen über Raketentests vertraulich seien, schrieb Chaffetz demnach. Er verlangt außerdem Details des Sicherheitsprotokolls in Mar-a-Lago, wo der Präsident ein von ihm selbst „Winter White House“ genanntes Anwesen hat und die vergangenen Wochenenden verbrachte.

Chaffetz sah sich zuletzt in seinem Heimatstaat Utah auf Veranstaltungen erheblichem Druck ausgesetzt. Er solle in Washington „seinen Job“ machen und als Mitglied des Kongresses das Weiße Haus nicht in allem gewähren lassen, lauteten Forderungen.

Chaffetz löste auch Ermittlungen rund um Kellyanne Conway aus, die in ihrer Funktion als Trumps Beraterin öffentlich Werbung für die Mode Ivanka Trumps gemacht hatte. Das ist Regierungsmitarbeitern verboten.

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