Wählen Sie Ihre Nachrichten​

Rennen um Amt des Premiers: Johnson baut Vorsprung aus - Stewart raus
International 2 Min. 19.06.2019 Aus unserem online-Archiv

Rennen um Amt des Premiers: Johnson baut Vorsprung aus - Stewart raus

Johnson ist laut Umfragen unangefochtener Spitzenreiter in der Gunst der Parteibasis.

Rennen um Amt des Premiers: Johnson baut Vorsprung aus - Stewart raus

Johnson ist laut Umfragen unangefochtener Spitzenreiter in der Gunst der Parteibasis.
Foto: AFP
International 2 Min. 19.06.2019 Aus unserem online-Archiv

Rennen um Amt des Premiers: Johnson baut Vorsprung aus - Stewart raus

Je weiter der Auswahlprozess für den nächsten britischen Premierminister fortschreitet, desto unabwendbarer scheint ein Sieg Johnsons. An diesem Donnerstag entscheidet sich, wer gegen ihn antritt.

(dpa) - Im Rennen um das Amt des konservativen Parteichefs und künftigen Premierministers hat Boris Johnson seinen Vorsprung erneut ausgebaut. Der ehemalige Londoner Bürgermeister und Außenminister erhielt am Mittwoch 143 der 313 Stimmen aus der Tory-Fraktion.

Ebenfalls eine Runde weiter sind Außenminister Jeremy Hunt (54 Stimmen), Umweltminister Michael Gove (51) sowie Innenminister Sajid Javid (38). Nicht mehr im Rennen ist dagegen Entwicklungshilfeminister Rory Stewart, der nur 27 Stimmen erhielt und damit hinter sein Ergebnis aus der zweiten Runde zurückfiel.


A combination of pictures created in London on June 18, 2019 shows the remaining five contenders in the contest for leader of the Conservative party (L-R) Britain's International Development Secretary Rory Stewart, Britain's Environment, Food and Rural Affairs Secretary Michael Gove, former foreign secretary Boris Johnson, Britain's Home Secretary Sajid Javid and Britain's Foreign Secretary Jeremy Hunt. - The UK leadership race narrowed to five on June 18 as Brexit figurehead Boris Johnson prepared to defend his runaway favourite status in his first television debate. (Photo by STF / AFP)
Die Kandidaten im Rennen um das Amt des britischen Premiers
Wer erhält die Schlüssel für 10 Downing Street? Das Rennen um den Top-Job spitzt sich immer mehr zu. Boris Johnson gilt als beinahe unschlagbar. Nur einem wird noch zugetraut, ihn stoppen zu können.

Die Zahl der Bewerber soll in zwei weiteren Wahlgängen am Donnerstag auf zwei reduziert werden. In einer Stichwahl haben dann die etwa 160.000 Parteimitglieder das letzte Wort. Johnson gilt dafür bereits als gesetzt. Fraglich ist, wer gegen ihn antreten soll.

Wer von den beiden Parteichef und damit Premierminister wird, sollen dann die rund 160 000 konservativen Parteimitglieder entscheiden. Bis Ende Juli soll der neue britische Regierungschef feststehen.

Johnson war einer der Wortführer für den Brexit vor der Volksabstimmung im Jahr 2016. Die Briten hatten sich damals mit knapper Mehrheit für die Trennung von der EU ausgesprochen. Doch der Austritt musste zwei Mal verschoben werden, weil sich im Parlament keine Mehrheit für das von Premierministerin Theresa May mit Brüssel ausgehandelte Brexit-Abkommen fand. Die Frist für die Loslösung von der EU wurde inzwischen bis 31. Oktober verlängert.

Johnson für Brexit-Nachverhandlungen


Conservative MP Boris Johnson leaves his home in London on June 13, 2019. - The 10 candidates running to replace Britain's outgoing Prime Minister Theresa May face the first round of voting on Thursday -- when at least one will get the chop. (Photo by Glyn KIRK / AFP)
Wettlauf um die Downing Street: Johnson muss aus der Deckung
Er gilt als kaum noch aufzuhalten: Der britische Ex-Außenminister Boris Johnson ist auf dem besten Weg, Premierminister zu werden.

Ob Johnson erfolgreicher wäre als May, scheint aber zweifelhaft. Er will das Brexit-Abkommen nachverhandeln. Die EU lehnt das aber kategorisch ab. Einziger Ausweg, um den Austritt trotzdem rechtzeitig zu vollziehen, wäre ein No-Deal-Brexit, auf den viele Johnson-Unterstützer hoffen. Experten rechnen für diesen Fall jedoch mit drastischen Konsequenzen für die Wirtschaft und viele andere Lebensbereiche. Bei einer TV-Debatte der BBC am Dienstag ließ Johnson jedoch Zweifel daran aufkommen, ob er es ernst meint mit dem No-Deal. Auf die Frage, ob er einen Austritt am 31. Oktober garantieren könne, antwortete er ausweichend.

Johnson ist laut Umfragen unangefochtener Spitzenreiter in der Gunst der Parteibasis. Viele trauen ihm zu, enttäuschte Brexit-Wähler zurückzugewinnen, die sich von den Tories abgewendet haben.


Conservative MP Boris Johnson speaks during his Conservative Party leadership campaign launch in London on June 12, 2019. - Boris Johnson launched his campaign Wednesday to replace Theresa May as Britain's next leader, as lawmakers moved to stop him and other hardliners from delivering a "no deal" Brexit. (Photo by Tolga AKMEN / AFP)
Boris Johnson gewinnt erste Parteichef-Wahlrunde
Wer wird Theresa May als konservativer Parteichef und Premierminister beerben? Bei der ersten Abstimmungsrunde flogen bereits drei Anwärter raus.

Ein großer Teil der konservativen Parteimitglieder gilt als Brexit-Hardliner. Knapp die Hälfte sähe sogar den Chef der neuen Brexit-Partei, Nigel Farage, gern an der Spitze der Tories, wie eine Umfrage des Meinungsforschungsinstituts YouGov zeigte. Eine Mehrheit der Tory-Mitglieder würden demnach auch eher ein Auseinanderfallen des Vereinigten Königreichs in Kauf nehmen mit Abspaltungen Schottlands (63 Prozent) und Nordirlands (59 Prozent), als den Brexit aufzugeben.

Farage hält eine Zusammenarbeit mit der Konservativen Partei - mit Boris Johnson als Chef - unter bestimmten Umständen für möglich, wie er der Zeitung „The Telegraph“ sagte. Bei der letzten Europawahl war die Brexit-Partei aus dem Stand heraus die erfolgreichste Partei in Großbritannien.


Lesen Sie mehr zu diesem Thema