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Rekord: Mehr als 400 Migranten überqueren Ärmelkanal
International 03.09.2020 Aus unserem online-Archiv

Rekord: Mehr als 400 Migranten überqueren Ärmelkanal

Migranten in einem Schlauchboot fahren durch den Ärmelkanal Richtung England.

Rekord: Mehr als 400 Migranten überqueren Ärmelkanal

Migranten in einem Schlauchboot fahren durch den Ärmelkanal Richtung England.
Foto: AFP
International 03.09.2020 Aus unserem online-Archiv

Rekord: Mehr als 400 Migranten überqueren Ärmelkanal

Sie kommen oft aus armen Ländern und hoffen auf ein besseres Leben in Großbritannien: Die Zahl der Migranten, die in Booten die gefährliche Fahrt über den Ärmelkanal antreten, steigt. Nun sind es an einem Tag mehr als im ganzen Jahr 2018.

(dpa) - Mindestens 416 Migranten haben in kleinen Booten über den Ärmelkanal Großbritannien erreicht - so viele wie nie zuvor an einem einzigen Tag. Darunter waren nach Angaben des Innenministeriums auch kleine Kinder. Die Migranten hatten sich am Mittwoch bei sonnigem Wetter und ruhiger See von Frankreich aus auf den Weg über die Meeresenge gemacht. Sie ist an der engsten Stelle etwa 35 Kilometer breit. Die Überquerung in Booten ist gefährlich, weil der Ärmelkanal von vielen großen Schiffen befahren wird.

Das gute Wetter gilt als ein Grund für die vermehrten Überfahrten. Behördenangaben vom Donnerstag zufolge sollen auch die Corona-Pandemie und Änderungen bei Kontrollen im französischen Calais für den Anstieg verantwortlich sein. Seitdem im vergangenen Jahr 39 Vietnamesen qualvoll in einem gekühlten Lastwagen starben, wurden die Kontrollen in den Häfen verschärft. Auch das hat Experten zufolge die Zahl der illegalen Überquerungen in Booten in die Höhe getrieben. Der bisherige Tagesrekord lag bei 235 Migranten vor etwa einem Monat.

Französische Gendarmen nach der Rettung von Migranten in Calais.
Französische Gendarmen nach der Rettung von Migranten in Calais.
Foto: AFP

In diesem Jahr haben bereits mehr als 5.500 Menschen den Meeresarm zwischen Frankreich und Großbritannien überquert. Im ganzen Jahr 2018 erreichten hingegen nur knapp 300 Flüchtlinge und andere Migranten die englische Küste, 2019 waren es schon mehr als 1.800. Auch die Zahl der Kinder, darunter Babys, nimmt den Behörden zufolge zu.

London macht Druck auf Paris

Fast alle Migranten geben an, aus armen Ländern und politischen Konfliktregionen zu kommen - etwa aus dem Iran, dem Irak, aus Syrien, Äthiopien oder dem Jemen. Die meisten von ihnen beantragen Asyl.


(FILES) This file photo taken on September 2, 2015 shows a Turkish police officer carrying a migrant child's dead body (Aylan Shenu) off the shores in Bodrum, southern Turkey, after a boat carrying refugees sank while reaching the Greek island of Kos.
A year ago, the tragic death of a three-year-old Syrian boy shocked Europe as an unprecedented crisis saw hundreds of thousands of migrants and refugees arrive on the continent. The photo of three-year-old Aylan Kurdi's tiny body washed up on a Turkish beach goes viral on September 2, 2015, as Europe faces its worst migrant crisis since World War II. Aylan is one of some 3,700 people who die trying to reach Europe in 2015, including his mother and his brother, according to the International Organization for Migration (IOM)
 / AFP PHOTO / DOGAN NEWS AGENCY / Nilufer Demir
Aylan Kurdi: Vor fünf Jahren schockierte ein Foto die Welt
Ein Bild schockt die Welt. Es ist das eines Jungen, der am 2. September 2015 auf der Flucht tot am Strand gefunden wird. Das war das tragische Ende des ertrunkenen Flüchtlingskindes Aylan. Fünf Jahre danach ertrinken immer noch Kinder in der Ägäis.

London erhöht nun deutlich den Druck auf Paris, die Schleuser-Kriminalität härter zu bekämpfen. Premierminister Boris Johnson, der sein Land als „Ziel und Magnet“ für organisierte Schlepper bezeichnete, kündigte gesetzliche Verschärfungen an.

Erst kürzlich war ein junger Mann aus dem Sudan ertrunken, der - offenbar auf eigene Faust - per Schlauchboot mit einem Bekannten den Ärmelkanal überqueren wollte. Seine Leiche wurde an der französischen Küste angespült, sein Bekannter überlebte.


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 / AFP PHOTO / DOGAN NEWS AGENCY / Nilufer Demir