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"Regierung und EU müssen sich für 'Cumhuriyet' einsetzen"
International 31.10.2016 Aus unserem online-Archiv
Syndicat des Journalistes meldet sich zu Wort

"Regierung und EU müssen sich für 'Cumhuriyet' einsetzen"

"Staatsstreich gegen die Opposition", so die Schlagzeile der "Cumhuriyet" am 31. Oktober.
Syndicat des Journalistes meldet sich zu Wort

"Regierung und EU müssen sich für 'Cumhuriyet' einsetzen"

"Staatsstreich gegen die Opposition", so die Schlagzeile der "Cumhuriyet" am 31. Oktober.
Foto: AFP
International 31.10.2016 Aus unserem online-Archiv
Syndicat des Journalistes meldet sich zu Wort

"Regierung und EU müssen sich für 'Cumhuriyet' einsetzen"

Tom RÜDELL
Tom RÜDELL
Nach der Festnahme kritischer Journalisten in der Türkei werden auch in Luxemburg Stimmen gegen die Regierung Erdogan laut.

(tom/LW) - Nach der Verhaftung von Murat Sabuncu, dem Chefredakteur der türkischen Oppositionszeitung "Cumhuriyet", hat das Syndicat des Journalistes Luxembourg sich zu Wort gemeldet. Das SJ-L fordert die Luxemburger Regierung auf, sich für Sabuncus Freilassung einzusetzen. 

Die Festnahme Sabuncus und mehrerer seiner Kollegen sei ein Teil des "Feldzugs des türkischen Staatspräsidenten Recep Tayip Erdogan gegen eine freie, kritische Presse". Die Türkei habe mit Erdogans "jüngster Forderung, einen Gesetzentwurf zur Wiedereinführung der Todesstrafe vorlegen und vom Parlament absegnen lassen zu wollen" jede Bewerbung als Beitrittskandidat zur EU verspielt.

Das Syndicat fordert von europäischen Abgeordneten, aber auch von der EU-Kommission eine deutliche Distanzierung. Jean-Claude Juncker müsse sich in seiner Rolle als Präsident der EU-Kommission dazu äußern "und klar Flagge im Sinne der Pressefreiheit, Rechtsstaatlichkeit und Demokratie zeigen."

Am Montagmorgen war bekannt geworden, dass Sarbuncu verhaftet worden war. Außerdem sei die Wohnung des Vorstandsvorsitzenden der Zeitung, Akin Atalay, durchsucht worden, die Staatsanwaltschaft habe die Festnahme von 13 Mitarbeitern von "Cumhuriyet" angeordnet. Atalay sei einer davon. Der Vorwurf lautet: Straftaten zugunsten der verbotenen kurdischen Arbeiterpartei PKK sowie der Bewegung des Predigers Fetulla Gülen.


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