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Reaktionen: Katholische Kirche in Luxemburg "tief betroffen"
International 4 Min. 16.04.2019

Reaktionen: Katholische Kirche in Luxemburg "tief betroffen"

Erzbischof Jean-Claude Hollerich hat am Dienstagmorgen dem Pariser Erzbischof Michel Aupetit sein Bedauern und sein Mitgefühl ausgedrückt.

Reaktionen: Katholische Kirche in Luxemburg "tief betroffen"

Erzbischof Jean-Claude Hollerich hat am Dienstagmorgen dem Pariser Erzbischof Michel Aupetit sein Bedauern und sein Mitgefühl ausgedrückt.
Foto: THOMAS SAMSON / AFP
International 4 Min. 16.04.2019

Reaktionen: Katholische Kirche in Luxemburg "tief betroffen"

Sarah CAMES
Sarah CAMES
Sowohl die katholische Kirche in Luxemburg als auch der großherzogliche Hof zeigten ihre Anteilnahme nach dem historischen Brand in Paris.

"Dass die Kathedrale Notre-Dame vom Feuer verwüstet wurde, macht mich tief betroffen", so Generalvikar Leo Wagener am Dienstagmorgen auf Nachfrage. Die Reaktionen hätten gezeigt, welche tiefe emotionale Bindung die Menschen zu Notre-Dame haben.

Generalvikar Leo Wagener zeigte sich am Dienstagmorgen "tief betroffen."
Generalvikar Leo Wagener zeigte sich am Dienstagmorgen "tief betroffen."
Foto: Guy Jallay

Nicht nur praktizierende Katholiken, auch Menschen, die der katholischen Kirche nicht so nahe stehen, seien erschüttert, so der Generalvikar weiter. Wagener hofft, dass die Kathedrale in einer "großen nationalen Anstrengung" wieder aufgebaut wird.

Die Kathedrale Notre-Dame ist ein Symbol für ganz Frankreich. Die Zerstörung trifft die Franzosen ins Herz.

Erzbischof Jean-Claude Hollerich hatte gleich am Dienstagmorgen dem Pariser Erzbischof Michel Aupetit sein Bedauern und sein Mitgefühl ausgedrückt. "Erzbischof Jean-Claude Hollerich und die gesamt Luxemburger Kirche sind tief betroffen von dem schrecklichen Brand in der Kathedrale von Notre-Dame in Paris", heißt es in einem Kommuniqué der Katholischen Kirche in Luxemburg.

Der Erzbischof von Luxemburg erzählte unseren Kollegen von wort.lu/fr, dass er die schlechten Nachrichten per SMS mitgeteilt bekommen habe. Als er die ersten Fotos der brennenden Kathedrale sah, zog er sich in seine private Kapelle zurück, um zu beten. Das Spektakel mit anzusehen hätte ihm "im Herzen weh getan", so Jean-Claude Hollerich.

Erzbischof Jean-Claude Hollerich hat dem Pariser Erzbischof Michel Aupetit sein Bedauern und sein Mitgefühl ausgedrückt.
Erzbischof Jean-Claude Hollerich hat dem Pariser Erzbischof Michel Aupetit sein Bedauern und sein Mitgefühl ausgedrückt.
Foto: Guy Wolff

"In Luxemburg leben und arbeiten viele Katholiken aus der Gegend in und um Paris, sie sind in unserer Gemeinde sehr engagiert. Dies bedeutet, dass unsere Gemeinde der Pariser Gemeinde sehr nahe steht. Ihre Schmerzen um den Verlust der Notre Dame de Paris sind auch die unseren. Wir teilen sie", so der Erzbischof am Dienstagmorgen. 


In der weltberühmten Kathedrale Notre-Dame in Paris war am Montag gegen 18.50 Uhr ein verheerendes Feuer ausgebrochen.
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Feuer, Rauch, Trümmer: Das Pariser Wahrzeichen Notre-Dame wurde bei einem Brand schwer beschädigt. Ein Blick ins Innere des Kirchenschiffs erlaubt einen Blick in die Flammenhölle.

Jean-Claude Hollerich wohnte unter anderem der Bischofsweihe von Michel Aupetit in der Kathedrale von Notre-Dame in Paris bei. Er erinnerte sich im Interview mit Maurice Fick daran, wie er den Abend in der altehrwürdigen Kathedrale damit verbrachte, mit Besuchern zu reden: "In einer der kleinen Seitenkapellen der Notre-Dame Kathedrale nahm ich Menschen aus aller Welt die Beichte ab."

Anteilnahme auch am großherzoglichen Hof

Auch der großherzogliche Hof drückte sein Mitleid über die Nachrichten aus, die sie am Montagabend aus Paris erreichten. In einem Brief an den Erzbischof von Paris, Patrick Chauvet, schrieben Großherzog Henri und Großherzogin Maria Teresa, sie seien von den Bildern der brennenden Kathedrale "erschüttert" gewesen.

Notre-Dame sei die nicht nur ein Wahrzeichen der katholischen Kirche, sondern auch ganz Frankreichs. "Wir dachten nicht, dass die Tage der Kathedralenbauer noch einmal aufleben würden. Wir sind mit ganzem Herzen auf eurer Seite bei der Wiederaufrichtung, sodass unser Kummer dem Trost weichen kann."  

Zusammen mit Erzbischof Vingt-Trois schlug das großherzogliche Paar die "Bourdon Marie" zum ersten Mal an.
Zusammen mit Erzbischof Vingt-Trois schlug das großherzogliche Paar die "Bourdon Marie" zum ersten Mal an.
Foto: MA Mouterde - NDP 2013



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Dem Glöckner von Paris sehr nahe: Luxemburg kommt in Paris zu Ehren! Die Großherzogin Maria Teresa wird Patin einer der neun neuen Glocken von Notre-Dame.

Im Jahr 2013 wurde die Großherzogin Maria Teresa zur Patin einer der Glocken von Notre-Dame. Die "Bourdon Marie" ist eine der neun neuen Glocken, die der berühmten Kathedrale zu ihrem 850. Jubiläum gestiftet wurden. Sie überstand den Brand unversehrt.

In einem Tweet dachte die Großherzogin auch an das Leid der Pariser Bevölkerung, die der Zerstörung ihres Wahrzeichens hilflos zusehen mussten.

Das großherzogliche Paar adressierte ebenfalls einen ihrer Briefe an den französischen Präsidenten Emmanuel Macron. In dem Schreiben teilten sie dem Staatsmann mit, die Bilder der Katastrophe hätten ihnen "das Herz gebrochen".


Augenzeugen: "Da blutet das Kunsthistorikerherz"
Paris ist eine Studentenstadt - auch für Luxemburger. Das "Luxemburger Wort" hat mit einigen Studenten gesprochen, die den Notre-Dame-Brand live erlebt haben.

Gleichzeitig freuten sie sich allerdings auch darüber, dass sich schon kurz nach der Tragödie so viele Kräfte mobilisierten, mit dem Ziel, die Kathedrale wieder zu ihrer ehemaligen Pracht zu verhelfen. "Unsere Bindung zu Notre-Dame ist heute so stark wie noch nie", teilten Großherzog Henri und Großherzogin Maria Teresa Präsident Macron mit.

Luxemburgs Premierminister befand sich zur Zeit des Brandes ganz in der Nähe der Notre-Dame Kathedrale und teilte seine Eindrücke aus seiner Instagram-Seite: "Welch eine Schande, dieses historische Monument, Symbol von Paris und Frankreichs Geschichte, vor meinen Augen in Flammen aufgehen zu sehen."

Ein Kunsthistoriker und ein ehemaliger "LW"-Chefredakteur reagieren

Für den Kunsthistoriker und Diozesankonservator Alex Langini ist der Brand vom Montag eine Katastrophe.  

Kunsthistoriker Alex Langini meldete sich am Dienstag zum Brand in der Notre-Dame Kathedrale zu Wort.
Kunsthistoriker Alex Langini meldete sich am Dienstag zum Brand in der Notre-Dame Kathedrale zu Wort.
Foto: Guy Jallay

Die Notre-Dame ist das erste Werk, das im Stil "Ile de France" errichtet wurde. "Jeder der Paris besucht, will die Kathedrale besuchen. Die sentimentalen Beziehungen sind stark."

"Die Franzosen aller Weltanschauungen sind betroffen. Dieses Gefühl geht also über das rein Religiöse hinaus." Alex Langini freut sich erfahren zu haben, dass der Dornenkranz gerettet werden konnte. Weltweit zeigt man sich über das Ausmaß des Brandes empört. "Es ist das Zeichen, dass die Notre-Dame nicht nur ein Wahrzeichen der Stadt war, sondern auch Frankreichs und der ganzen Menschheit."

Auch der ehemalige Chefredakteur des "Luxemburger Wort", Léon Zeches, zeigte sich zutiefst betrübt über die jüngsten Ereignisse in Paris.
Auch der ehemalige Chefredakteur des "Luxemburger Wort", Léon Zeches, zeigte sich zutiefst betrübt über die jüngsten Ereignisse in Paris.
Foto: Serge Waldbillig

"Paris ist zu meiner zweiten Heimat geworden", so Léon Zeches, ehemaliger "Luxemburger Wort"-Chefredakteur. "Ein Teil meiner Familie hat dort gelebt, ich habe in der Stadt studiert und meine zukünftige Ehefrau kennengelernt. Jedes Mal, wenn ich in Paris meine Ferien verbrachte, führte kein Weg an der Notre-Dame vorbei. Später habe ich Messen und Orgelkonzerte in der Kathedrale besucht."

"Die Notre-Dame steht sowohl kulturell als auch historisch im Mittelpunkt unseres Nachbarlandes." Die weltweit ausgelösten Emotionen nach dem Brand sind als "Reaktionen der Erinnerung" zu verstehen, erklärt Léon Zeches.  



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