Wählen Sie Ihre Nachrichten​

United-Chef muss sich vor Kongress verantworten
International 03.05.2017 Aus unserem online-Archiv
Rauswurf aus überbuchter Maschine

United-Chef muss sich vor Kongress verantworten

United-Airlines-Chef Oscar Munoz musste sich unangenehme Fragen gefallen lassen.
Rauswurf aus überbuchter Maschine

United-Chef muss sich vor Kongress verantworten

United-Airlines-Chef Oscar Munoz musste sich unangenehme Fragen gefallen lassen.
Foto: REUTERS
International 03.05.2017 Aus unserem online-Archiv
Rauswurf aus überbuchter Maschine

United-Chef muss sich vor Kongress verantworten

Volker BINGENHEIMER
Volker BINGENHEIMER
Der brutale Rauswurf eines Kunden von United Airlines aus einer überbuchten Maschine sorgte für riesige Empörung. Nun musste der Chef der Fluggesellschaft dem US-Kongress Rede und Antwort stehen. Die Abgeordneten waren nicht zimperlich mit dem Top-Manager.

(dpa) - United-Airlines-Chef Oscar Munoz hat sich wegen der Affäre um den gewaltsamen Rauswurf eines Fluggasts heftige Kritik im US-Kongress anhören müssen. Die Abgeordneten drohten den US-Fluggesellschaften mit Konsequenzen, sollten diese ihren Service nicht verbessern. „Der Kongress wird nicht zögern, zu handeln“, kündigte Bill Shuster, der Vorsitzende des Verkehrs- und Infrastrukturausschusses am Dienstag in Washington an.

Angestellte von United Airlines hatten im vergangenen Monat einen Passagier von der Flughafenpolizei in Chicago aus einer überbuchten Maschine zerren lassen, weil er seinen Platz nicht hatte räumen wollen. Das brutale Vorgehen gegen den 69-Jährigen, der sich laut seinem Anwalt die Nase brach, zwei Zähne verlor und eine Gehirnerschütterung erlitt, hatte weltweit Empörung hervorgerufen.

Munoz versprach erneut Besserung und bezeichnete die Affäre als „Wendepunkt für United“. Der United-Chef räumte ein, dass seine erste Reaktion nach dem Rausschmiss unangemessen gewesen sei. Munoz hatte den Ärger zunächst noch verstärkt, indem er den Vorfall zwar bedauert, das Verhalten seiner Mitarbeiter aber verteidigt hatte. Erst nachdem die Welle der Entrüstung immer größer wurde, gab er - Tage später - eine richtige Entschuldigung ab.

Entschädigung für verletzten Passagier

Die Kongressabgeordneten hatten auch die anderen großen US-Airlines zu der Anhörung geladen. Während Manager von American, Alaska und Southwest Airlines erschienen, schickte Delta keinen Vertreter. Die US-Fluggesellschaften stehen schon länger wegen Service-Problemen und Überbuchungen in der Kritik. United hatte sich in der Vorwoche mit dem Passagier auf einen Vergleich geeinigt, über die Details der Entschädigung wurde Stillschweigen vereinbart.

Konzernchef Munoz beteuerte, dass sich United die Kritik zu Herzen nehme und „Taten sprechen lassen“ werde. Das Unternehmen hat seine Richtlinien nach dem Rauswurf und dem folgenden PR-Debakel bereits geändert. So will die Airline etwa Passagieren, die auf überbuchten Flügen freiwillig auf ihren Sitz verzichten, künftig eine Entschädigung von bis zu 10 000 Dollar (gut 9150 Euro) zahlen. Außerdem soll die Zahl an Überbuchungen gesenkt werden.


Lesen Sie mehr zu diesem Thema

Skandal wegen Rausschmiss aus Flugzeug
Die heftig kritisierte US-Fluggesellschaft United Airlines hat Konsequenzen aus dem Skandal um einen rausgeworfenen Passagier angekündigt.
Eine Woche, nachdem die Fluggesellschaft United einen Mann gewaltsam aus einem Flugzeug geworfen hat, ändert die Airline ihre Regeln: Künftig müssen Crew-Mitglieder, die als Passagiere fliegen, eine Stunde vor Abflug einchecken.
Probleme mit Überbuchungen sollen künftig noch vor dem Einstieg der Passagiere in die Flugzeuge gelöst werden.
Für die Fluggesellschaft United Airlines ist der Vorfall auf dem Flug 3411 mit dem Rauswurf eines Passagiers noch längst nicht vorbei. United droht nun eine Klage.
CHICAGO, IL - APRIL 11: Demonstrators protest outside the United Airlines terminal at O'Hare International Airport on April 11, 2017 in Chicago, Illinois. United Airlines has been struggling to restore their corporate image after a cell phone video was released showing a passenger being dragged from his seat and bloodied by airport police after he refused to leave a reportedly overbooked flight.   Scott Olson/Getty Images/AFP
== FOR NEWSPAPERS, INTERNET, TELCOS & TELEVISION USE ONLY ==
United Airlines hat ein Problem: Die Welle der Empörung ebbt nicht ab, nachdem die Fluggesellschaft einen Passagier gewaltsam aus einem überbuchten Flugzeug holen ließ. Für das Unternehmen eine Affäre zur Unzeit.
United Airlines hat einen Passagier gewaltsam aus einem Flugzeug entfernen lassen. Videos zeigten, wie Sicherheitspersonal einen Mann über den Boden des Kabinengangs schleift.