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Rassistischer Vorfall in Ryanair-Flugzeug
International 22.10.2018 Aus unserem online-Archiv

Rassistischer Vorfall in Ryanair-Flugzeug

Die rassistischen Beleidigungen eines Passagiers in einem Ryanair-Flugzeug bringen Europas größte Billig-Airline in Erklärungsnot.

Rassistischer Vorfall in Ryanair-Flugzeug

Die rassistischen Beleidigungen eines Passagiers in einem Ryanair-Flugzeug bringen Europas größte Billig-Airline in Erklärungsnot.
Foto: AFP
International 22.10.2018 Aus unserem online-Archiv

Rassistischer Vorfall in Ryanair-Flugzeug

Ein Passagier wird bei Ryanair dabei gefilmt, wie er eine Frau an Bord mit rassistischen Beleidigungen überhäuft. Die Fluggesellschaft reagiert falsch - so die Kritik im Netz.

(sas/dpa) - Erneut steht die irische Billigfluggesellschaft Ryanair in der Kritik. Der Vorwurf: Nachdem ein britischer Passagier eine rassistische Hasstirade auf eine 77-jährige Frau losgelassen hatte, habe das Bordpersonal falsch gehandelt.

Der Vorfall ereignete sich am Freitag auf einem Flug von Barcelona nach London. Der Mann beschimpft in einer Maschine die Frau lautstark unter anderem als „hässlichen schwarzen Bastard“. Er weigert sich neben ihr zu sitzen und fordert sie auf, sich woanders hinzusetzen. Als die Frau ihm auf Englisch, mit Akzent, antwortet, beschimpft er sie: "Sprechen Sie nicht in einer fremden Sprache mit mir, Sie dumme, hässliche Kuh."

Der Passagier David Lawrence filmte den Vorfall kurz vor dem Start nach London und veröffentlichte das Video in den sozialen Medien. Dieses verbreitete sich rasend schnell und löste massive Kritik an der irischen Fluggesellschaft aus. Denn dort ist zu sehen, dass ein Steward auf Aufforderung nur zaghaft einschreitet und höflich versucht, den Mann zu beruhigen.


ARCHIV - 12.09.2018, Nordrhein-Westfalen, Weeze: Flugzeuge der irischen Airline Ryanair stehen auf dem Vorfeld des Flughafens Weeze. Passagiere von Ryanair müssen sich zum Beginn der Herbstferien in einigen deutschen Bundesländern auf weitere Streiks einrichten. (zu dpa «Neue Streiks bei Ryanair: 190 Flüge abgesagt») Foto: Marcel Kusch/dpa +++ dpa-Bildfunk +++
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Als der sichtlich überforderte Mitarbeiter sich zurückzieht, verlangt ein junger Passagier von dem älteren Mann, mit den Beleidigungen aufzuhören. Als auch das nichts bringt, begleitet das Bordpersonal die Frau zu einem anderen Sitzplatz - wie der pöbelnde Passagier es sich gewünscht hat. Dieser darf weiterfliegen.

Wie die Tochter der Frau der Huffington Post schilderte, begann die Auseinandersetzung damit, dass die an Arthritis erkrankte Frau eine Weile brauchte, um aufzustehen, als der Brite seinen Platz einnehmen wollte. Die Frau ist in Jamaika geboren und wohnt seit den 1960er-Jahren in den USA.

Vorfall der Polizei gemeldet

Gegenüber der britischen BBC sagte Ryanair, dass ein derartiges Verhalten nicht toleriert werde. „Wir kennen das Video und haben den Vorfall der Polizei in Essex gemeldet“, teilte die Fluggesellschaft am Sonntag im Kurznachrichtendienst Twitter mit. Ein Polizeisprecher bestätigte: „Wir arbeiten eng mit Ryanair und den spanischen Behörden bei den Ermittlungen zusammen.“ 


Nach dem Vorfall auf dem Flug nach Rimini hat Luxair den aggressiven Passagier auf eine „No-Fly“-Liste gesetzt.
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Der Vorfall verschärft das Imageproblem der Airline, der zu geringe Löhne und schlechte Arbeitsbedingungen vorgeworfen werden: Das Unternehmen muss den ersten Gewinnrückgang seit fünf Jahren verdauen. Wie Ryanair am Montag in Dublin mitteilte, sank der Gewinn im ersten Geschäftshalbjahr um 7 Prozent auf 1,20 Milliarden Euro. Als Gründe nannte die Airline Streiks, hohe Kerosinpreise, geringere Ticketpreise und Ersatzzahlungen wegen der EU-Fluggastrechte.


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26.9. Wi / Findel / Flughafen / Luxair Services / Flugzeuge / Luftfahrt  Foto:Guy Jallay
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