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Putin wirbt für Verlängerung von atomarem Abrüstungsvertrag
International 22.10.2020

Putin wirbt für Verlängerung von atomarem Abrüstungsvertrag

Wladimir Putin zeigt sich verhandlungsbereit.

Putin wirbt für Verlängerung von atomarem Abrüstungsvertrag

Wladimir Putin zeigt sich verhandlungsbereit.
Foto: AFP
International 22.10.2020

Putin wirbt für Verlängerung von atomarem Abrüstungsvertrag

Im Ringen um eine Zukunft für den letzten großen atomaren Abrüstungsvertrag mit den USA hat Kremlchef Wladimir Putin eindringlich für eine Verlängerung geworben.

(dpa) - Die Welt habe keine Zukunft, wenn es nicht Begrenzungen des Wettrüstens gebe, sagte der Präsident am Donnerstag in einer Videoschalte bei einem Expertenforum. Er wiederholte seinen Vorschlag, das Abkommen um ein Jahr ohne Bedingungen zu verlängern. Das hatten die USA bereits kategorisch abgelehnt.

Der New-Start-Vertrag begrenzt die russischen und amerikanischen Nukleararsenale auf je 800 Trägersysteme und 1.550 einsatzbereite Atomsprengköpfe. Wird der Vertrag nicht verlängert oder keine neue Vereinbarung geschlossen, gäbe es erstmals seit Jahrzehnten kein Abkommen mehr, das den Bestand an strategischen Atomwaffen begrenzt.


22.06.2020, Österreich, Wien: Trevor Traina (hinten, 2.v.r), Botschafter der Vereinigten Staaten in Österreich, kommt anlässlich der Abrüstungsverhandlungen zwischen den USA und Russland vor einem Wiener Palais an. Russland und die USA haben am Montag in Wien Gespräche über eine neue Vereinbarung zur atomaren Abrüstung begonnen. Ein erstes Fazit wollen die Unterhändler voraussichtlich an diesem Dienstag ziehen. Foto: Alexandra Demcisin/APA/dpa +++ dpa-Bildfunk +++
USA und Russland verhandeln in Wien über atomare Abrüstung
In wenigen Monaten läuft das Abkommen zur atomaren Abrüstung zwischen Moskau und Washington aus. Beide Länder verhandeln nun darüber. Die USA hätten gern auch ein anderes Land in Wien dabei gehabt.

Das Abkommen läuft bereits in gut drei Monaten aus. Moskau hatte sich nach dem Nein der USA zu Putins Vorschlag bereit erklärt, die Zahl der atomaren Sprengköpfe „einzufrieren“. „Wir werden nun weiter nach einer Lösung suchen“, meinte Putin. Er zeigte sich zudem bereit, dass auch neue Hyperschallwaffen in einem neuen Abkommen berücksichtigt werden könnten. „Wir sind nicht dagegen.“

Erweiterung nicht ausgeschlossen

Im Falle von Verhandlungen über einen gänzlich neuen Vertrag könnten auch andere Atommächte mit einbezogen werden. „Russland ist nicht dagegen.“ Die USA pochen bislang darauf, China mit an den Verhandlungstisch zu holen, Peking weigerte sich bisher.

Doch weshalb sollte nur China einbezogen werden, fragte Putin bei der im Staatsfernsehen übertragenen Fragerunde. „Was ist mit Frankreich, das gerade berichtet hat, ein weiteres Marschflugkörpersystem von einem U-Boot aus getestet zu haben? Das ist auch eine Atommacht.“    

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