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Putin will von Wirtschaftskollaps nichts wissen
International 2 Min. 18.12.2014 Aus unserem online-Archiv
Vor der Presse

Putin will von Wirtschaftskollaps nichts wissen

Putin lud am Donnerstag zur jährlichen Pressekonferenz ein - 1200 Journalisten kamen.
Vor der Presse

Putin will von Wirtschaftskollaps nichts wissen

Putin lud am Donnerstag zur jährlichen Pressekonferenz ein - 1200 Journalisten kamen.
REUTERS
International 2 Min. 18.12.2014 Aus unserem online-Archiv
Vor der Presse

Putin will von Wirtschaftskollaps nichts wissen

Der Rubel auf Talfahrt und die Krimkrise: Bei seiner Jahrespressekonferenz muss sich Kremlchef Putin viele unangenehme Fragen gefallen lassen. Doch strotzt der 62-Jährige vor Selbstbewusstsein.

(dpa) - Ungewohnt schonungslos stimmt Kremlchef Wladimir Putin seine Landleute auf maximal noch zwei Krisenjahre in Russland ein. Zwar beginnt der Präsident seine große Jahrespressekonferenz vor rund 1200 Journalisten traditionell mit Erfolgsmeldungen: ein Haushaltsplus und Wachstum für 2014 und steigende Geburtenquoten. Doch dann kommt er auch schon raus mit der Sprache: Ja, der Rubel könne nach einer historischen Talfahrt noch weiter auf den Abgrund zurollen. Zudem könne der fallende Ölpreis die Krise verschärfen.

Doch von einer Jammerstimmung oder sogar einem möglichen Kollaps der Wirtschaft will Putin nichts hören im World Trade Center. „Alles wird sich einrenken“, betont der 62-Jährige in väterlichem Ton bei dem landesweit im Fernsehen übertragenen Medienspektakel.

Putin verweist auf Währungsreserven

Viele Russen warten angesichts immer neuer Schreckensmeldungen aus der Wirtschaft an diesem Donnerstag gespannt, wie der wichtigste Mann des Landes die ökonomische und politische Großwetterlage einschätzt. Eine Rezession droht. Keiner zweifelt, dass alle den Gürtel enger schnallen müssen.

Zumindest aus Putins Sicht ist die Lage aber auch für eine Krise vergleichsweise bequem: Ausführlich legt er da, dass die Finanzpolster der Rohstoffmacht immer noch dick seien: 419 Milliarden US-Dollar Währungsreserven und weitere Milliardensummen in Sonderfonds der Regierung. Einmal mehr gibt er dem Westen und den Sanktionen die Hauptschuld an den Problemen des Landes.

Ob die Krise nun der Preis für die international kritisierte Einverleibung der Schwarzmeerhalbinsel Krim sei, wollen Medienvertreter wissen. Putin weist diesen in Russland verbreiteten Eindruck zurück. „Das ist nicht die Rechnung für die Krim, das ist der Preis für unseren natürlichen Wunsch, uns als Nation, Zivilisation und Staat selbst zu erhalten“, betont er.

„Wir schützen unsere Eigenständigkeit“

Sein Credo: Auch wenn die Lage im Moment nicht leicht sei, gehe es nur um die Verteidigung russischer Interessen. „Wir schützen unsere Eigenständigkeit.“

Russland sei nicht aggressiv oder greife jemanden an, sondern wehre sich gegen Bedrohungen von außen. Es sei der Westen, der auch 25 Jahre nach Ende des Kalten Krieges weiter „Mauern“ errichte. Und als Oberbefehlshaber der - nach den USA - zweitgrößten Atommacht warnt Putin an diesem Tag sogar vor Versuchen, dem Riesenreich seine Bodenschätze wie Öl, Gas und Diamanten streitig zu machen.

Nach 15 Jahren an der Macht wird Putin auch bei dieser inzwischen zehnten Jahrespressekonferenz seinem Ruf als schlagfertiger Redner gerecht, der gern das letzte Wort hat. Die Bilanz nach drei Stunden und etwa 50 Fragen ist nüchtern: Putin gibt zwar auf alles eine Antwort. Eine Lösung der vielen Probleme des Landes hat er aber nicht parat. Und die Präsidentenwahl 2018? Er werde jetzt weiter arbeiten, sagt Putin. Die Kandidatur sei abhängig vom Ergebnis seiner Politik.


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