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Putin-Strohmann in Luxemburg in Kontakt mit Trumps Team
Die Büroräume der Firma LetterOne befinden sich an der Place de l'Etoile in Luxemburg-Stadt.

Putin-Strohmann in Luxemburg in Kontakt mit Trumps Team

Foto: Gerry Huberty
Die Büroräume der Firma LetterOne befinden sich an der Place de l'Etoile in Luxemburg-Stadt.
International 2 Min. 19.04.2019

Putin-Strohmann in Luxemburg in Kontakt mit Trumps Team

Steve BISSEN
Steve BISSEN
Recherchen des "Tageblatt" haben ergeben, dass es im Dezember 2016 an der Place de l'Etoile zu einem ominösen Treffen gekommen ist.

Am Donnerstag wurde der seit langer Zeit erwartete Bericht von FBI-Sonderermittler Robert Mueller vom US-Justizministerium mit zahlreichen geschwärzten Passagen veröffentlicht. Recherchen des "Tageblatt" haben nun ergeben, dass in dem gut 450 Seiten starken Papier auch der Name Luxemburg auftaucht. Dabei geht es um eine Firma namens LetterOne, die ihren Sitz an der Place de l'Etoile in Luxemburg-Stadt hat - direkt neben der orthodoxen Kirche. In diesen Büroräumen soll es Ende Dezember 2016 zu einem Treffen zwischen Petr Aven - russischer Oligarch und enger Vertrauter Putins - sowie Richard Burt - Geschäftsmann und langjähriger Diplomat - gekommen sein.


WASHINGTON, DC - APRIL 18: U.S. Attorney General William Barr (C) takes questions about the release of the redacted version of the Mueller Report at the Department of Justice April 18, 2019 in Washington, DC. Members of Congress are expected to receive copies of the report later this morning with the report being released publicly soon after. Also pictured (L-R) are Ed OCallaghan, Acting Principal Associate Deputy Attorney General and Deputy Attorney General Rod Rosenstein.   Win McNamee/Getty Images/AFP
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Mueller-Bericht ist veröffentlicht
Monatelang wartete ganz Amerika auf den Abschlussbericht von Sonderermittler Mueller zur Russland-Affäre. Nun ist der Report öffentlich

In Luxemburg erklärte Aven dem Amerikaner, dass er sich mit einem wichtigen Vertreter der russischen Regierung getroffen habe. Es gebe Interesse an einer Kommunikation zwischen dem Kreml und dem Trump-Team, sagte Aven. Laut Sonderermittler Mueller zeigte sich Burt über diese Bitte überrascht – obwohl er Aven schon in der Vergangenheit geholfen hatte, Kontakte zu wichtigen Personen zu knüpfen unter dem Namen “Project A”.

Vermittlungsversuch letztlich gescheitert

Burt rief daraufhin seinen Bekannten Dimitri Simes an. Der Russe machte als Geschäftsmann und als Berater in der amerikanischen Politik Karriere. Simes sollte den Kontakt zu Jared Kushner herstellen, dem Ehemann von Trumps Tochter Ivanka, der während des Wahlkampfes eine wichtige Rolle im Trump-Team spielte. Aber Simes lehnte ab. Wegen der Aufmerksamkeit des Kongresses und der Medien sei das Vorhaben zu riskant. Er wollte nicht, dass er und seine Firma mit einer möglichen Kontaktaufnahme in Verbindung gebracht werden.

Es gibt ein Interesse und das Verständnis der Notwendigkeit einen solchen Kontakt zu etablieren."

Seine Konversation mit Simes beschrieb Burt in einer E-Mail an Aven folgendermaßen: “Ich habe mit der sehr einflussreichen Person gesprochen, die ich in Luxemburg erwähnt habe”, schrieb er. “Es gibt ein Interesse und das Verständnis der Notwendigkeit einen solchen Kontakt zu etablieren.” Doch der Kontakt habe abgelehnt, darüber zu diskutieren, weil das “Project A” zu “explosiv” sei. Man könne möglicherweise in Zukunft noch einmal darüber sprechen.


(FILES) In this file photo taken on April 10, 2019, US President Donald Trump speaks at the International Union of Operating Engineers International Training and Education Center in Crosby, Texas, on April 10, 2019. - Trump questioned on April 13, 2019, whether Congressional Democrats should have access to a redacted version of the Mueller report that cleared him of conspiring to collude with Russia during the 2016 election. "Why should Radical Left Democrats in Congress have a right to retry and examine the $35,000,000 (two years in the making) No Collusion Mueller Report when the crime committed was by Crooked Hillary, the DNC and Dirty Cops?" Trump tweeted. "Attorney General Barr will make the decision!" (Photo by Jim WATSON / AFP)
Trump wollte laut Mueller Ermittlungen abwenden
Monatelang wartete ganz Amerika auf den Abschlussbericht von Sonderermittler Mueller zur Russland-Affäre. Nun ist der Report öffentlich - zumindest in Teilen. Vieles darin lässt aufhorchen.

Aven hatte versagt: Die Verbindung zwischen Moskau und dem Team Trump kam über ihn nicht zustande. Andere Oligarchen, die Putin vorschickte, hatten mehr Glück. Kirill Dmitriev, Vorsitzender eines russischen Staatsfonds, traf mehrere Mitglieder der Trump-Mannschaft. Sergey Gorkov, der Vorsitzende einer russischen Staatsbank, schaffte es noch weiter: Er traf sich tatsächlich mit Jared Kushner. Was bei ihrem Meeting besprochen wurde, konnte Sonderermittler Mueller allerdings nicht herausfinden.


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