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Zeitung in Florida für Berichte nach Parkland-Attentat ausgezeichnet
International 2 Min. 16.04.2019 Aus unserem online-Archiv
Pulitzerpreis

Zeitung in Florida für Berichte nach Parkland-Attentat ausgezeichnet

Pulitzerpreis

Zeitung in Florida für Berichte nach Parkland-Attentat ausgezeichnet

AFP
International 2 Min. 16.04.2019 Aus unserem online-Archiv
Pulitzerpreis

Zeitung in Florida für Berichte nach Parkland-Attentat ausgezeichnet

Dramatische Ereignisse wie das Schulmassaker an einer High School in Florida stellen Journalisten auf harte Proben. Für ihre Berichte nach dem Attentat in Parkland bekommt eine Zeitung die begehrteste Auszeichnung der Branche. Auch große US-Blätter räumen ab.

(dpa) - Die US-Lokalzeitung „Sun-Sentinel“ aus dem Bundesstaat Florida hat den Pulitzerpreis für ihre Berichterstattung nach dem Massaker an einer High School gewonnen. Das Blatt habe Versagen an Schulen und bei Strafverfolgern vor und nach der Bluttat im Februar 2018 in Parkland aufgedeckt, sagte Dana Canedy bei der Verkündung der Pulitzer-Preisträger am Montag in New York.

An der Marjory Stoneman Douglas High School in Parkland hatte im Februar 2018 ein 19-Jähriger 14 Jugendliche und 3 Erwachsene erschossen. Canedy erwähnte auch die Schülerzeitung „Eagle Eye“ der High School, die Nachrufe der Todesopfer veröffentlichten.


(FILES) In this file photo taken on February 15, 2018 Mourners grieve as they await the start of  a candlelight vigil for victims of the Marjory Stoneman Douglas High School shooting in Parkland, Florida. 
There have been renewed calls for stricter gun control in the United States following the shooting deaths last week of 14 students and three adults at a Florida high school. The White House has said following the Florida school shooting that President Donald Trump supports efforts to improve the federal background check system for gun buyers. / AFP PHOTO / RHONA WISE
Parkland und die Folgen
Am 14. Februar erschießt ein 19-Jähriger 17 Menschen an der Highschool von Parkland, Florida. Solche grausamen Zwischenfälle gab es in den USA schon öfter. Diesmal regt sich aber Widerstand - gegen die Regierung, den Waffenkult, die NRA.

In den 14 journalistischen der insgesamt 21 Kategorien des Preises wurden auch die „Washington Post“ und die „Los Angeles Times“ ausgezeichnet. Drei Reporter der „New York Times“ gewannen einen Pulitzer für eine 18 Monate lange Recherche zu den Finanzen von US-Präsident Donald Trump. Das „Wall Street Journal“ holte einen Preis für Enthüllungen darüber, dass Trump im Vorfeld der US-Wahl im Jahr 2016 Schweigegeld an zwei Frauen zahlen ließ. Die „Pittsburgh Post-Gazette“ gewann für ihre Berichterstattung über das Attentat auf eine Synagoge in Pittsburgh mit elf Toten im vergangenen Oktober.

"Posthume" Ehrung für die "Capital Gazette"

In einer Sonderkategorie wurde auch die „Capital Gazette“ aus Annapolis (Maryland) geehrt, in deren Redaktion ein Attentäter vergangenen Sommer fünf Journalisten erschossen hatte. Das Blatt sei seinem Auftrag, die Leser zu informieren, auch „in einer Zeit unsäglicher Trauer“ treu geblieben. Der mit 100 000 Dollar (88 000 Euro) dotierte Sonderpreis soll der Zeitung helfen, ihr journalistisches Geschäft voranzutreiben.


Die Titelseite der "Capital Gazette" vom Freitag.
"Unsere Kollegen sind weg"
Ein Mann stürmt in eine Redaktion und tötet fünf Menschen - offenbar aus einem schon lange gehegten Groll gegen die kleine Zeitung. Die Journalisten trauern um ihre Kollegen - und finden trotzdem die Kraft, über die grausame Tat zu berichten.

Die seit 1917 vergebene Pulitzerpreise sind nach ihrem Stifter, dem in Ungarn geborenen amerikanischen Journalisten und Verleger Joseph Pulitzer (1847-1911) benannt. Im vergangenen Jahr wurden unter anderem die drei Journalisten ausgezeichnet, die mit Berichten in der „New York Times“ und im Magazin „New Yorker“ die Affäre um sexuelle Übergriffe von Filmproduzent Harvey Weinstein aufdeckten.

Die meiste Aufmerksamkeit gilt bei den Pulitzern den ausgezeichneten Medien und Journalisten. Begehrt sind aber auch Preise in den weiteren Kategorien etwa zu Musik, Literatur, Geschichte und Poesie.


Ein schwer erträgliches Bild: Trauer um 26 Opfer des Massakers von Sutherland Springs.
Entwaffnet Euch!
Wieder sind in den USA Menschen erschossen worden, wieder passiert politisch nichts Konkretes. Stattdessen: "Thoughts and Prayers". Amerika verweigert sich allen Argumenten. Das muss aufhören.

Soulsängerin Aretha Franklin wurde mehr als ein halbes Jahr nach ihrem Tod mit einem Pulitzerpreis ausgezeichnet, nachdem sie „über mehr als fünf Jahrzehnte unauslöschliche Beiträge zur amerikanischen Musik und Kultur“ geleistet habe, hieß es. Franklin war mit Titeln wie „Respect“ und „Chain of Fools“ zu einer der erfolgreichsten Soulsängerinnen ihrer Generation geworden und im August 2018 im Alter von 76 Jahren an Bauchspeicheldrüsenkrebs gestorben.


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