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Prozess um tödlichen Schuss nach Maskenstreit fortgesetzt
International 22.08.2022
Psychiatrisches Gutachten gefordert

Prozess um tödlichen Schuss nach Maskenstreit fortgesetzt

Der Angeklagte im Landgericht Bad Kreuznach.
Psychiatrisches Gutachten gefordert

Prozess um tödlichen Schuss nach Maskenstreit fortgesetzt

Der Angeklagte im Landgericht Bad Kreuznach.
Foto: Boris Roessler/dpa
International 22.08.2022
Psychiatrisches Gutachten gefordert

Prozess um tödlichen Schuss nach Maskenstreit fortgesetzt

Ein Streit um die Schuldfähigkeit des Angeklagten bestimmt weiter den Mordprozess am Landgericht Bad Kreuznach.

(dpa/lrs) - Nach mehrwöchiger Unterbrechung ist der Prozess um den tödlichen Schuss auf einen Tankstellen-Mitarbeiter im Streit um die Corona-Maskenpflicht am Montag fortgesetzt worden. Das Landgericht Bad Kreuznach wies zunächst den Befangenheitsantrag der Verteidigung gegen den psychiatrischen Gutachter zurück. Der Gutachter hatte dem 50 Jahre alten Angeklagten trotz dessen Alkoholisierung bei der Tat eine volle Schuldfähigkeit attestiert.

Der Befangenheitsantrag sei unbegründet, die Verteidigung habe darin Aussagen des Sachverständigen verkürzt wiedergegeben, erklärte das Gericht. Es sei keine Voreingenommenheit des Experten feststellbar.


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Die Verteidigung beantragte anschließend ein weiteres Sachverständigengutachten zur Schuldfähigkeit einzuholen - und schlug dafür eine Expertin aus München vor. Dem bisherigen Gutachter warf der Verteidiger in der Begründung des Antrags „mangelnde Sachkunde“ vor.

Im Kern geht es um den Vorwurf, dass die Auswirkungen des Suizides des Vaters des Angeklagten, der sich rund eineinhalb Jahre vor der Tat an der Tankstelle ereignet hatte, auf die Steuerungsfähigkeit des 50-Jährigen und eine mögliche Anpassungsstörung in dem bisherigen Gutachten nicht hinreichend berücksichtigt worden seien. Der Vater hatte bei seiner Selbsttötung auch auf die Mutter des Angeklagten geschossen und sie dabei schwer verletzt. Der Angeklagte konnte seine Mutter nach eigener Aussage wegen der Corona-Auflagen nicht im Krankenhaus besuchen. Das Gericht ordnete eine zweistündige Pause an, um über den Antrag beraten zu können.

Die Tat am 18. September 2021 an einer Tankstelle in Idar-Oberstein (Landkreis Birkenfeld) hatte bundesweit für Aufsehen und Entsetzen gesorgt. Der 50 Jahre alte Deutsche hat vor Gericht den tödlichen Schuss auf den 20 Jahre alten Kassierer eingeräumt und gesagt, er könne sich die Tat bis heute nicht erklären. Ihm wird Mord vorgeworfen. 

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