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Prozess um illegale deutsche Waffenexporte beginnt
International 16.05.2018 Aus unserem online-Archiv

Prozess um illegale deutsche Waffenexporte beginnt

Mit Fotos und Waffenattrappen machen Waffengegner auf die 43 Studenten aufmerksam, die 2014 in Mexiko entführt und mutmaßlich ermordet wurden. Laut der Organisation "Deutsche Menschenrechtskoordination Mexiko" wurden bei dem Vorfall Waffen von Heckler & Koch eingesetzt.

Prozess um illegale deutsche Waffenexporte beginnt

Mit Fotos und Waffenattrappen machen Waffengegner auf die 43 Studenten aufmerksam, die 2014 in Mexiko entführt und mutmaßlich ermordet wurden. Laut der Organisation "Deutsche Menschenrechtskoordination Mexiko" wurden bei dem Vorfall Waffen von Heckler & Koch eingesetzt.
Sina Schuldt/dpa
International 16.05.2018 Aus unserem online-Archiv

Prozess um illegale deutsche Waffenexporte beginnt

Die deutsche Justiz hat sechs ehemaligen Mitarbeitern der Rüstungsfirma Heckler & Koch mehr als ein Dutzend gewerbs- und bandenmäßige Verstöße gegen das Waffenkontrollgesetz vorgeworfen.

(dpa) - Zum Prozessauftakt am Dienstag vor dem Landgericht Stuttgart sagte Oberstaatsanwalt Karlheinz Erkert, von 2006 bis 2009 hätten die Beschuldigten fast 4500 Sturmgewehre sowie Maschinenpistolen, Munition und Zubehör im Wert von 4,1 Millionen Euro in mehrere Unruhe-Regionen Mexikos geliefert, wohin die Waffen gar nicht hätten exportiert werden dürfen. Die Angeklagten hätten den Export wissentlich organisiert und sich davon „nicht unerhebliche Einnahmequellen versprochen“.

Mehrere Rechtsanwälte der Angeklagten wiesen die Vorwürfe zurück. Die Ware sei von Deutschland aus in ein Lager der zuständigen mexikanischen Behörde geliefert worden; damit sei die Ausfuhr abgeschlossen gewesen. Weiterverkauft worden innerhalb des Landes seien die Waffen dann durch die Behörde. Auch stehe nirgends festgeschrieben, dass bestimmte mexikanische Bundesstaaten nicht beliefert werden dürften.

Von den sechs angeklagten ehemaligen Mitarbeitern der Rüstungsfirma waren nur fünf anwesend. Der sechste, der in Mexiko als Vertreter für Heckler & Koch arbeitete und dort immer noch lebt, sei zu krank, um anzureisen, sagte sein Rechtsanwalt. Der Vorsitzende Richter Frank Maurer entschied daraufhin, den Fall des Betreffenden vom Prozess gegen die anderen fünf Beschuldigten abzutrennen.


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