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Proteste in Äthiopien: Insgesamt 239 Tote
International 08.07.2020

Proteste in Äthiopien: Insgesamt 239 Tote

A member of the Oromo Ethiopian community in Lebanon lights a candle as she takes part in a demonstration to protest the death of musician and activist Hachalu Hundessa, in the capital Beirut on July 5, 2020. - Hundessa was shot and killed in the Ethiopian capital Addis Ababa on June 29, 2020. His death has sparked ongoing protests around the world. (Photo by ANWAR AMRO / AFP)

Proteste in Äthiopien: Insgesamt 239 Tote

A member of the Oromo Ethiopian community in Lebanon lights a candle as she takes part in a demonstration to protest the death of musician and activist Hachalu Hundessa, in the capital Beirut on July 5, 2020. - Hundessa was shot and killed in the Ethiopian capital Addis Ababa on June 29, 2020. His death has sparked ongoing protests around the world. (Photo by ANWAR AMRO / AFP)
AFP
International 08.07.2020

Proteste in Äthiopien: Insgesamt 239 Tote

Bei Demonstrationen nach dem Tod des prominenten Sängers Hachalu Hundessa starben zahlreiche Menschen.

(dpa) - Die Zahl der Getöteten bei blutigen Protesten in Äthiopien ist laut Polizei auf 239 gestiegen. Bei Demonstrationen nach dem Tod des prominenten Sängers Hachalu Hundessa seien in der vergangenen Woche in der Region Oromia mindestens 229 Menschen getötet worden, darunter neun Polizisten, sagte am Mittwoch Mustefa Tadir, Chef einer Polizeikommission in Oromia, im Regierungspartei-nahen Sender Walta Info. Zudem kamen nach vorherigen Behördenangaben zehn Menschen in der Hauptstadt Addis Abeba ums Leben, unter ihnen zwei Polizisten.

Hachalu, der für seine politischen Lieder bekannt ist und von vielen Oromos als Verfechter der Bevölkerungsgruppe angesehen wird, wurde vergangene Woche erschossen. Daraufhin gab es Proteste in Addis Abeba und Oromia und Zusammenstöße mit Sicherheitskräften. In Oromia wurden laut Mustefa rund 3500 Menschen festgenommen.


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Zudem wurde in Teilen Äthiopiens das Internet abgeschaltet. Dies blieb auch am Mittwoch so. Zwar kehrte Normalität in die Hauptstadt zurück, aber in einigen Teilen Oromias herrschten weiterhin Spannungen.

Die Oromos - die größte ethnische Gruppe in Äthiopien - fühlen sich seit Jahren marginalisiert. Der seit 2018 amtierende Regierungschef Abiy Ahmed gilt zwar als Reformer und viele hofften, dass er auch die ethnischen Konflikte in dem Vielvölkerstaat befrieden kann. Allerdings haben diese während seiner Amtszeit zugenommen.


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