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Proteste gegen Trump gehen weiter
Unter anderem kam es in Edinburgh zu Protesten gegen Trump und seine Politik.

Proteste gegen Trump gehen weiter

Foto: AFP
Unter anderem kam es in Edinburgh zu Protesten gegen Trump und seine Politik.
International 3 Min. 14.07.2018

Proteste gegen Trump gehen weiter

Der US-Präsident ist in Schottland zum Golfen. Der Protest um seinen Besuch im Vereinigten Königreich reißt derweil nicht ab.

(dpa) - US-Präsident Donald Trump verbringt das Wochenende nach seinem offiziellen Besuch in Großbritannien mit Treffen, Telefongesprächen und Golfspielen in Schottland. Das teilte Trump am Samstag per Kurznachrichtendienst Twitter mit. Auf Fernsehbildern in der BBC war er in einem Golfbuggy auf dem Gelände seines Golfclubs Turnberry in der schottischen Grafschaft Ayrshire zu sehen. „Das Wetter ist wunderbar und dieser Ort ist unglaublich“, schrieb Trump.



Als Privatmann besucht Trump einen Golfclub in Schottland.
Als Privatmann besucht Trump einen Golfclub in Schottland.
Foto: AFP

Unterdessen versammelten sich wieder Tausende Menschen, um gegen Trump zu demonstrieren. Allein in Schottlands Hauptstadt Edinburgh wurden 10.000 Anti-Trump-Demonstranten erwartet. Auch ein Ballon in Form eines Trump-Babys in Windeln stieg dort wieder auf. Hunderte demonstrierten vor Trumps Golf-Resorts in den Grafschaften Ayrshire und Aberdeenshire.


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Der britische Handelsminister Liam Fox hat die jüngsten Proteste gegen den Besuch des US-Präsidenten in Großbritannien verurteilt. „Die Demonstranten haben sich blamiert“, sagte Fox der BBC am Samstag. Es entspreche nicht den „guten Manieren und der Gastfreundschaft des britischen Volkes“, den Anführer der freien Welt mit Plakaten wie „Hau ab, wir hassen dich“ zu begrüßen, so Fox.

Zwischen Lob und Tadel

Schlechte Manieren werden auch Trump vorgeworfen, beispielsweise wegen seiner heftigen Kritik am Brexit-Kurs der britischen Premierministerin Theresa May während seines Besuchs. Fox betonte, er habe Trump bei einem Galadinner am Donnerstag als „tadellos höflich und sehr gut informiert“ erlebt. Der US-Präsident hatte in einem Interview der konservativen Boulevardzeitung „The Sun“ unter anderem gesagt, Mays größter innenpolitischer Herausforderer, der zurückgetretene Außenminister und Befürworter eines harten Brexit, Boris Johnson, würde einen exzellenten Premierminister abgeben.


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Auch in London gingen am Samstag Gegner, aber auch Befürworter des US-Präsidenten auf die Straße. Am Freitag hatten dort Zehntausende ihrem Ärger über Trump Luft gemacht. Sie werfen dem US-Präsidenten Sexismus, Rassismus und Hass auf Homosexuelle vor. Für Aufregung sorgte zuvor am Freitagabend ein Greenpeace-Aktivist, der mit einem Gleitschirm kurz nach Trumps Ankunft mit einer Protestbotschaft in niedriger Höhe über das Golf-Resort Turnberry flog. Trump war am Donnerstag und Freitag zu Besuch in Großbritannien, dabei hatte er neben Premierministerin May auch Queen Elizabeth II. zu Gesprächen getroffen. Am Sonntag reist er weiter nach Helsinki für ein Treffen mit dem russischen Präsidenten Wladimir Putin am Montag.

Twitterbotschaft um Hackerangriff

Via Twitter-Botschaft wies Trump am Samstag weiter jede Beteiligung an dem mutmaßlichen Hackerangriff Russlands gegen seine Wahlkampfgegnerin Hillary Clinton von sich. Trump erklärte am Samstag, die Computerangriffe auf die Demokraten seien nicht während seiner Amtszeit erfolgt.

Das US-Justizministerium hatte am Freitag eine Anklage gegen zwölf Mitglieder des russischen Militärgeheimdienstes GRU veröffentlicht. Damit verdichten sich die Hinweise auf eine staatliche Einflussnahme Russlands immer mehr. „Die Geschichte, die ihr gestern gehört habt über die zwölf Russen, spielt in der Zeit der Obama-Administration, nicht in der Trump-Administration“, schrieb Trump auf Twitter. „Warum haben sie nichts dagegen getan?“, fragte er.


(FILES) File photo taken on July 27, 2017 shows the US national flag flying over a statue on the Department of Justice in Washington, DC.
Deputy Attorney General Rod Rosenstein announced July 13, 2018 that twelve Russian intelligence officers have been indicted by a grand jury for hacking Democratic Party emails ahead of the 2016 US presidential election. The indictment was drawn up by Special Counsel Robert Mueller, the former FBI director who is looking into Russian interference in the November 2016 vote. / AFP PHOTO / ANDREW CABALLERO-REYNOLDS
US-Sonderermittler: Russland steckt hinter Hacking auf Clinton
US-Sonderermittler Robert Mueller hat in der Russland-Affäre um Donald Trump Anklage gegen zwölf russische Geheimdienstler erhoben.

Präsident Barack Obama sei Berichten zufolge im September vor der Wahl 2016 vom FBI informiert worden. Trump warf die Frage auf, wo sich eigentlich der Computerserver der Demokraten jetzt befinde und warum das FBI ihn nicht beschlagnahmt habe. Den zwölf russischen Geheimdienstlern wird vorgeworfen, die Computer der US-Demokraten und des Wahlkampflagers von Trump-Kontrahentin Hillary Clinton angegriffen zu haben. Aus der Anklage wird zwar deutlich, dass es Verbindungen des Trump-Lagers zu den Hackern gegeben hatte.

Jedoch gab es zunächst keine Hinweise darauf, dass Trump-Leute gewusst hatten, mit wem sie in Verbindung waren. Trump selbst hatte im Wahlkampf Russland dazu ermuntert, 30.000 gelöschte E-Mails von Hillary Clinton zu finden. Wie die „New York Times“ berichtete, starteten die Hacker-Angriffe just an dem Tag, als Trump diesen Aufruf tätigte.


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