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Proteste auf der Straße und im Netz: Anti-Trump-Demonstranten eint die gemeinsame Sorge
International 2 Min. 15.11.2016

Proteste auf der Straße und im Netz: Anti-Trump-Demonstranten eint die gemeinsame Sorge

Jeden Abend protestieren Trump-Gegner in vielen amerikanischen Städten.

Proteste auf der Straße und im Netz: Anti-Trump-Demonstranten eint die gemeinsame Sorge

Jeden Abend protestieren Trump-Gegner in vielen amerikanischen Städten.
Foto: Facebook/Not my President
International 2 Min. 15.11.2016

Proteste auf der Straße und im Netz: Anti-Trump-Demonstranten eint die gemeinsame Sorge

Volker BINGENHEIMER
Volker BINGENHEIMER
Eine Woche nach der Wahl von Donald Trump zum US-Präsidenten halten die Proteste gegen den umstrittenen Immobilienmilliardär an. In den USA formiert sich die Opposition auf der Straße und im Netz.

(vb) – Eine Woche nach der Wahl von Donald Trump zum US-Präsidenten halten die Proteste gegen den umstrittenen Immobilienmilliardär an. In den USA formiert sich die Opposition auf der Straße und im Netz.

An jedem Abend gehen Trump-Gegner in US-amerikanischen Städten auf die Straße, um ihrem Protest gegen den künftigen Präsident Nachdruck zu verleihen. Die Bewegung hat ihre Wurzeln in den Vorwahlen, als Hunderttausende Demonstranten empört auf rassistische und macho-hafte Aussprüche des damaligen Kandidaten reagierten.

Nun hat Donald Trump die Wahl gewonnen und die Slogans der Trump-Gegner haben ihre Bedeutung geändert:

  • „Dump Trump“ (deutsch so viel wie: „Werft Trump in die Tonne“). Der Slogan sollte früher den Kandidaten als völlig unwählbar brandmarken. Nach der Wahl steht er für eine sehr weitgehende Forderung: Die Wahlmänner sollen anders als die Mehrheit ihres Staates abstimmen – also gegen ihren eigentlichen Auftrag verstoßen. Dieses abweichende Wahlverhalten wird von politischen Beobachtern jedoch als „sehr, sehr unwahrscheinlich“ eingestuft. Dass Wahlmänner gegen ihr Mandat verstoßen, wäre in der amerikanischen Geschichte ohne Beispiel.

  • Not my President“. Mit diesem Spruch wollen sich Trump-Gegner von dem Teil der Amerikaner absetzen, die für den künftigen Präsidenten gestimmt haben. Damit wollen die Protestler dem In- und Ausland die liberale, weltoffene und integrative Seite Amerikas zeigen. Sie sehen sich als die Mehrheit, die gegen Trump gestimmt hat – gemessen am Anteil der Wählerstimmen. Ihren Höhepunkt soll die Aktion „Not my President“ am „Inauguration Day“ erleben. Dann möchten Gegner aus dem ganzen Land nach Washington kommen und zur Amtseinführung von Donald Trump demonstrieren.

Auch im Internet melden sich Trump-Gegner in großer Zahl zu Wort. Facebook und Twitter sind voll von Protestbotschaften jeglicher Couleur – von witzig bis geschmacklos. Viele davon machen sich über Trumps Frisur lustig:

Eine Parole der geschmacklosen Sorte lässt auf Twitter die Gemüter hochkochen. Bei einer Demonstration vor dem Trump-Hotel in Washington hielt ein Teilnehmer ein Schild mit der Aufschrift „Rape Melania“ hoch. Zwei Tage später war dieser Hashtag bei den „Trending Topics“. Die Proteste machten sich sowohl an dem Schild selbst fest als auch an der Tatsache, dass Twitter die Botschaft tausendfach verbreitete.

In Amerika selbst werden die Anti-Trump-Proteste auch zwiespältig gesehen. Sowohl die Republikaner als auch das Establishment der Demokraten vertreten die Ansicht, dass dies der demokratischen Tradition des Landes widerspricht, sich dem Votum zu beugen und den gewählten Präsidenten als Staatsoberhaupt zu akzeptieren.

Donald Trump selbst schwankt in seiner Haltung. Am Freitag qualifizierte er die Demonstranten noch als „bezahlte Professionelle“ ab, wenige Stunden später sagte er, er sei froh darüber, „dass die Demonstranten Leidenschaft für unser großartiges Land“ empfinden.




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