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Protest in Berlin - Aktivisten proben die Klimarebellion
International 2 Min. 06.10.2019

Protest in Berlin - Aktivisten proben die Klimarebellion

Teilnehmer am Protestcamp der Klimabewegung Extinction Rebellion am Reichstag stehen Schlange vor einem Crêpes-Stand.

Protest in Berlin - Aktivisten proben die Klimarebellion

Teilnehmer am Protestcamp der Klimabewegung Extinction Rebellion am Reichstag stehen Schlange vor einem Crêpes-Stand.
Paul Zinken/dpa
International 2 Min. 06.10.2019

Protest in Berlin - Aktivisten proben die Klimarebellion

Sie fordert eine sofortige Umkehr in der Klimapolitik: Um dies zu unterstreichen, will die Umweltgruppe Extinction Rebellion in dieser Woche zentrale Plätze in Metropolen weltweit besetzen. In Berlin versammelten sich die ersten Rebellen schon am Wochenende.

(dpa) - Zwischen Reichstag und Kanzleramt in Berlin haben tausende Klimaaktivisten der Gruppe Extinction Rebellion ihr Lager aufgeschlagen. Mit Straßenblockaden und anderen Aktionen zivilen Ungehorsams wollen sie von diesem Montag an in Berlin und anderen Metropolen in aller Welt auf die drohende Klimakatastrophe und das Artensterben aufmerksam machen.

Bis zu 3.000 Menschen kamen nach Schätzungen der Veranstalter bis zum Sonntagnachmittag in das sogenannte Klimacamp im Berliner Regierungsviertel, wo die Aktivisten ein Zeltlager errichtet haben. In Workshops und Diskussionsveranstaltungen schult die Gruppe die Teilnehmer dort eine Woche lang für Demonstrationen und andere Protestaktionen, aber auch in Methoden der Bürgerbeteiligung, die eine zentrale Forderung der Gruppe sind.

Teilnehmer am Protestcamp der Klimabewegung Extinction Rebellion am Reichstag stehen Schlange vor einem Crêpes-Stand.
Teilnehmer am Protestcamp der Klimabewegung Extinction Rebellion am Reichstag stehen Schlange vor einem Crêpes-Stand.
Foto: Paul Zinken/dpa

Es ist das bisher größte Klimacamp von Extinction Rebellion (auf Deutsch etwa: Rebellion gegen das Aussterben). Die Gruppe kommt ursprünglich aus Großbritannien, nach eigenen Angaben gibt es sie seit vorigem November auch in Deutschland. Im Internet hat sie drei zentrale Forderungen und zehn Verhaltensregeln postuliert. Die Aktivisten fordern unter anderem, dass die nationalen Regierungen sofort den Klimanotstand ausrufen. Ihren Protest verstehen sie als gewaltfrei. Wer sich damit verbunden fühlt, kann mit wenigen Klicks eine eigene Ortsgruppe gründen.

Zu ihren Aktionen kamen in Deutschland bisher aber selten mehr als eine Handvoll Aktivisten. Nach Einschätzung von Protestforscher Dieter Rucht muss die Gruppe ihr Mobilisierungspotenzial erst noch unter Beweis stellen. „Extinction Rebellion ist ein Stück weit aufgeblasen, mehr Schein als Sein“, sagte Rucht der Deutschen Presse-Agentur. Das zeige sich auch an „vollmundigen Ankündigungen“ zur Mitgliederzahl und Anzahl der nationalen Verbände. Die von der Gruppe genannten Zahlen seien „nicht unbedingt durch die Realität gedeckt“.

Mit den Protesten in dieser Woche könnte es Extinction Rebellion allerdings gelingen, den Eindruck zu widerlegen: „Tausende Menschen“ hatten die Veranstalter in Berlin angekündigt, knapp 3.000 waren es schon beim Klimacamp in der Hauptstadt am Sonntag.


Protestors hold a banner reading "When hope dies, action begins" during a demonstration called by the Extinction Rebellion environmental activist movement, at the Italie Deux shopping mall in Paris on October 5, 2019. - Extinction Rebellion announced disruption to 60 cities around the world from October 7 in a fortnight of civil disobedience, warning of an environmental "apocalypse". (Photo by JACQUES DEMARTHON / AFP)
Umweltaktivisten räumen Shoppingmall
Die 18-stündige Besetzung eines Pariser Einkaufszentrums ist beendet. Die Aktion von "Extinction Rebellion" ging ohne Polizeieinsatz über die Bühne.

An diesem Montag wollen sie den Verkehr in der Hauptstadt teilweise lahmlegen. Ausgehend von einer Versammlung am Potsdamer Platz am Mittag seien mehrere Blockadeaktionen geplant, kündigte die Gruppe an. „Wir empfehlen Autofahrern, das Auto stehen zu lassen“, hieß es am Freitag. U- und S-Bahnverkehr sollten verschont bleiben. Ob sich Extinction Rebellion auf die Straße konzentriert oder auch die Berliner Flughäfen ins Visier nimmt, wollten die Organisatoren nicht verraten.

Weitere Aktionen soll es unter anderem in London, Paris, Madrid, Amsterdam, New York, Buenos Aires sowie in den australischen Städten Sydney, Melbourne und Perth geben. In Paris besetzten Aktivisten bereits am Samstag ein Einkaufszentrum, blockierten die Zugänge für Kunden und errichteten Barrikaden. Am frühen Sonntagmorgen gaben sie das Shoppingzentrum „Italie Deux“ im 13. Arrondissement wieder frei. Ordnungskräfte hatten das Gebäude zuvor umstellt.



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