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Prominenten-Demo für Wikileaks-Gründer Assange
International 2 Min. 23.02.2020 Aus unserem online-Archiv

Prominenten-Demo für Wikileaks-Gründer Assange

Tausende Menschen demonstrierten am Samstag in London.

Prominenten-Demo für Wikileaks-Gründer Assange

Tausende Menschen demonstrierten am Samstag in London.
Foto: AFP
International 2 Min. 23.02.2020 Aus unserem online-Archiv

Prominenten-Demo für Wikileaks-Gründer Assange

Am Montag startet die Anhörung im Prozess um die mögliche Auslieferung von Julian Assange. Die Meinungen über den Wikileaks-Gründer gehen auseinander: Ist er ein Opfer politischer Mächte oder ein Verräter?

(dpa) - Kurz vor Beginn der Anhörung von Julian Assange haben Prominente auf einem Protestmarsch in London die Freiheit des Wikileaks-Gründers gefordert. Sie demonstrierten am Samstag gemeinsam mit Hunderten Menschen verschiedener Nationen gegen die mögliche Auslieferung des gebürtigen Australiers an die USA. Zu den Teilnehmern gehörten der Musiker und Produzent Brian Eno, Roger Waters (Pink Floyd), Chrissie Hynde (The Pretenders), die Rapperin M.I.A. und der frühere griechische Finanzminister Gianis Varoufakis.

Die Anhörung beginnt am Montag in London. Der 48-Jährige sitzt im Hochsicherheitsgefängnis Belmarsh im Osten der Hauptstadt.

"Haft ist unbegründet"

Assanges Vater John Shipton sagte auf einer Kundgebung nahe dem Parlament, er verstehe nicht, warum sein Sohn im Gefängnis sei. „Die Haft ist unbegründet.“. Modedesignerin Vivienne Westwood, die sich als „Engel der Demokratie“ bezeichnete, verlangte von der Justiz, Assange auf freien Fuß zu setzen. Demonstranten kritisierten auch den britischen Regierungschef und riefen „Schäm' dich Boris (Johnson)“. Auf Plakaten stand unter anderem „Journalismus ist kein Verbrechen“.

Die Vereinigten Staaten werfen Assange vor, der US-Whistleblowerin Chelsea Manning - damals noch Bradley Manning - geholfen zu haben, geheimes Material von US-Militäreinsätzen im Irak und in Afghanistan zu veröffentlichen. Dadurch wurden von US-Soldaten begangene Kriegsverbrechen bekannt. Es liegen 18 Anklagepunkte vor. Bei einer Verurteilung in allen Punkten drohen Assange bis zu 175 Jahre Haft.

Der Wikileaks-Gründer hatte sich aus Angst vor einer Auslieferung an die USA 2012 in die ecuadorianische Botschaft in London geflüchtet. Damals lag gegen ihn ein europäischer Haftbefehl wegen Vergewaltigungsvorwürfen in Schweden vor. Die Ermittlungen wurden inzwischen eingestellt. Die britische Polizei verhaftete ihn im April 2019, weil er mit der Flucht in die Botschaft gegen Kautionsauflagen verstoßen hatte. Er wurde zu einem knappen Jahr Gefängnis verurteilt.

Unter den Demonstranten befand sich auch Modedesignerin Vivienne Westwood.
Unter den Demonstranten befand sich auch Modedesignerin Vivienne Westwood.
Foto: AFP

Exempel statuiert

Der UN-Sonderberichterstatter für Folter, Nils Melzer, hatte kürzlich schwere Vorwürfe gegen die Behörden in Großbritannien, Schweden, den USA und Ecuador erhoben. In seinen Augen wird an Assange ein Exempel statuiert, um Journalisten einzuschüchtern.


(FILES) In this file photo taken on May 1, 2019 WikiLeaks founder Julian Assange gestures from the window of a prison van as he is driven out of Southwark Crown Court in London, after having been sentenced to 50 weeks in prison for breaching his bail conditions in 2012. - More than 60 doctors wrote an open letter published November 25, 2019, saying they feared Julian Assange's health was so bad that the WikiLeaks founder could die inside a top-security British jail. (Photo by Daniel LEAL-OLIVAS / AFP)
Julian Assange mit lebensbedrohlichem Gesundheitszustand
Mehr als 60 Ärzte haben britischen Medienberichten zufolge eine dringende medizinische Behandlung von Wikileaks-Gründer Julian Assange gefordert.

Die Eltern eines britischen Unfallopfers forderten unterdessen erneut, Assange keinesfalls an die USA auszuliefern, solange nicht eine US-Amerikanerin, die für den Tod ihres Sohnes verantwortlich sei, im Gegenzug nach Großbritannien ausgeliefert werde. Im August starb der 19 Jahre alte Harry Dunn, als sein Motorrad mit dem Auto der Frau zusammenprallte. Ihr wird riskantes Fahrverhalten mit Todesfolge vorgeworfen. Der Fahrerin wurde aber diplomatische Immunität zugesprochen; sie kehrte nach dem Unfall in die USA zurück.

Der Fall führte zu Verstimmungen zwischen London und Washington. Das Innenministerium in London sprach von einer „Rechtsverweigerung“.

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