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Prinz Charles tröstet Australier mit Videobotschaft
International 2 Min. 08.01.2020 Aus unserem online-Archiv

Prinz Charles tröstet Australier mit Videobotschaft

Der britische Prinz Charles, Prinz von Wales, hat sich in einer Videobotschaft an die Bewohner Australiens gewandt und ihnen sein Mitgefühl ausgedrückt.

Prinz Charles tröstet Australier mit Videobotschaft

Der britische Prinz Charles, Prinz von Wales, hat sich in einer Videobotschaft an die Bewohner Australiens gewandt und ihnen sein Mitgefühl ausgedrückt.
Foto: Victoria Jones/PA Wire/dpa
International 2 Min. 08.01.2020 Aus unserem online-Archiv

Prinz Charles tröstet Australier mit Videobotschaft

Neben Prinz Charles haben sich auch eine Reihe Prominenter zu den verheerenden Bränden in Australien geäußert und Spendenaufrufe gestartet.

(dpa) - Prinz Charles (71) hat den Menschen in den Brandgebieten von Australien sein Mitgefühl ausgedrückt und Mut zugesprochen. Wie der britische Thronfolger in einer im Internet veröffentlichten Videobotschaft am Dienstag betonte, denken seine Frau Camilla (72) und er sehr viel an die Australier in dieser "unglaublich schweren Zeit". Beide blicken demnach "mit Verzweiflung" auf die Feuer, die seit Monaten auf dem Kontinent toben.

Charles sprach von einem "entsetzlichen Horror". Er zollte auch den Feuerwehrwehrleuten seinen Respekt und ging auf die zerstörte Natur ein. Charles pries die Widerstandsfähigkeit der Australier und wirkte emotional: "Ich bin sehr stolz, euch alle zu kennen." Am Ende des Videos wurde ein Spendenaufruf für das Rote Kreuz eingeblendet.

Es gehört momentan zum guten Ton unter Prominenten, über die Buschbrände in Australien zu sprechen. Die Spenden fließen in Millionenhöhe. Aber es gibt auch Skepsis.

Prominente und die Buschbrände

Ob Prinz Charles, Elton John oder die Stars bei den Golden Globes: Momentan gehört es in der VIP-Welt zum guten Ton, wegen der Buschbrände ein Herz für Australien zu zeigen. Viele Prominente danken den Feuerwehrleuten, prangern die Folgen des Klimawandels an oder werben um Spenden. Und sie machen auch selbst Hunderttausende locker - wie etwa US-Popstar Pink, die Heavy-Metal-Band Metallica oder die Australierinnen Kylie Minogue und Nicole Kidman.

Gerade hat der Schauspieler Chris Hemsworth ("Thor") in einem Video seine Millionenspende verkündet. Der Australier rief auch dazu auf, selbst tief in die Tasche zu greifen. Auf Instagram folgen Hemsworth 39 Millionen Menschen. Zum Vergleich: Australien hat etwa 25 Millionen Einwohner.


21.12.2019, Australien, Gospers Mountain: Zwei Pferde stehen auf ihrer Koppel, die vom «Gosper Mountain»-Feuer bedroht ist. Die Lage im Kampf gegen die Buschfeuer in Australien spitzt sich zu. (zu dpa-Korr "Koalas im Rauch - Australiens Tierwelt leidet unter den Bränden") Foto: Dan Himbrechts/AAP/dpa +++ dpa-Bildfunk +++
Buschbrände in Australien „schockierend und beängstigend“
In Australien ist der Kampf gegen die Flammen noch lange nicht vorbei. Die Schäden sind verheerend. Auch der Tourismus ist betroffen.

Auf die Spenden haben Prominente offensichtlich einen enormen Einfluss. Als Spitzenreiterin gilt die australische Komikerin Celeste Barber, die für die Feuerwehrleute umgerechnet fast 30 Millionen Euro zusammentrommelte.

Unter den Hollywoodstars kommt ohnehin eine ganze Reihe aus Australien. Das wurde bei den Golden Globes deutlich. Der Schauspieler Russell Crowe nutzte seine Dankesrede für einen Appell zur weltweiten Klimapolitik. "Die Tragödie in Australien basiert auf dem Klimawandel", ließ Crowe von Laudatorin Jennifer Aniston bei der Preisverleihung verlesen. Sie erklärte, er sei wegen der Buschbrände bei seiner Familie geblieben. Crowes australische Kollegin Cate Blanchett sagte: "Wenn ein Land vor einer Klima-Katastrophe steht, stehen wir alle vor einer Klima-Katastrophe."

Die Brände zeigen: Trotz der großen Entfernung ist der australische Kontinent vielen Menschen in den USA und Europa emotional sehr nah. Das enorme Ausmaß der Feuer, die Fotos verkohlter Kängurus und die Klimawandel-Debatte wecken verstärktes Interesse. Und im Vergleich zu vielen Naturkatastrophen in anderen Teilen der Welt scheinen sie derzeit enorm viele Prominente zum Spenden zu motivieren.

Skepsis angesichts des Verhaltens der Stars und anderer einflussreicher Menschen klingt hingegen bei dem Wirtschaftswissenschaftler Terry Rawnsley durch. Der Experte aus Melbourne sieht etwa einen Ruf-Schaden für Australien. "Man sieht die Prominenten, wie sie Solidarität zeigen und Spenden sammeln", sagte Rawnsley der Deutschen Presse-Agentur. Man sehe sie auch dabei, wie sie Fotos und Karten von betroffenen Feuergebieten teilten, obwohl die meisten davon unbewohntes Gebiet seien. Das streue Zweifel bei den Leuten daran, ob Australien zum Leben, Arbeiten oder Reisen sei.



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